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| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Mitte Hinrunde |
| Saison | Saison 1933/1934 |
| Ansetzung | 1.SV Jena : SC Erfurt |
| Ort | Stadion des 1.SV Jena |
| Zeit | So 03.12.1933 14:30 |
| Zuschauer | |
| Schiedsrichter | |
| Ergebnis | 4:4 (1:2) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Jena
- Großkopf
- Opatz , Ketteritzsch
- Spindler , Werner , Stannewitz
- Kind , Thier , Bachmann , Schüßler , Kleinsteuber
Spielbericht


Fußball :
Auf schneebedeckten Plätzen wurden die letzten Wasengänge ausgetragen , und am nächsten Sonntag gehen schon die ersten Spiele der entscheidenden zweiten Runde vom Stapel .
Einen Torsegen gab es in Jena , wo der Sportclub Erfurt ein recht glückliches 4:4 herausholte .
Jenaische Zeitung :
Bei eisigem Winde , der den Zuschauern diesmal den Beweis ihrer Anhänglichkeit dem Fußballsport gegenüber nicht leicht machte , zeigten die beiden Thüringer Mannschaften einen jederzeit interessanten und vor allem spannenden Kampf , in dem der Sieg bis zur letzten Minute heiß umstritten war . Zunächst spielte Erfurt mit dem Winde und hatte mit Hilfe dieses Bundesgenossen sichtbar mehr vom Spiel . Die gut bedienten Außen brachten den Ball immer wieder nach vorn , doch zögerten die Innenspieler oft zu sehr , so daß die meisten der taktisch guten Angriffe erfolglos ausgingen . Immerhin zeigte sich aber die Ueberlegenheit der Gäste dadurch , daß sie in Führung gingen und auch nach dem Ausgleich diese wieder an sich rissen . Das erste Tor der Erfurter wurde durch einen Spitzenstoß unhaltbar eingeschossen . Bei einem der wenigen wirklich Erfolg versprechenden Angriffe der Jenenser kam Schüßler zu einem seiner Gewaltschüsse , bei dem der Ball vom Erfurter Torhüter wohl erreicht , aber nicht mehr am Tor vorbeigelenkt werden konnte . Bald darauf wehrte Großkopf einen Torschuß nur mit einer Hand ab . Der ins Feld zurückspringende Ball kam zum Erfurter Stürmer , der ihn beherzt und wunderbar genau zum zweiten Treffer der Gäste einschob . Mit diesem Führungstor der SC er wurden die Seiten gewechselt .
Es war zu erwarten , daß die Jenenser , nunmehr mit dem Winde spielend , besser vorankommen würden , und so spielte sich denn auch im großen und ganzen der Kampf in des Gegners Hälfte ab . Dennoch kamen die Gäste bei einem ihrer auch gegen den Wind immer guten Angriffe durch einen Bombenschuß ihres Rechtsaußen zum 3:1-Stand . Wer jetzt schon mit einem sicheren Siege der Gäste gerechnet hatte , sah sich aber getäuscht . Bei einer Flanke von rechts traten zwei Erfurter Spieler bei der Abwehr über den Ball , so daß dieser von einem Jenenser nur noch eingeschoben zu werden brauchte . Jetzt kam Jena unter den Zurufen des diesmal besonders auffällig erregbaren Publikums kaum noch aus der Hälfte des Gegners heraus , doch brauchte es erst die Assistenz des Erfurter Torhüters , um zum Ausgleich zu gelangen . Dieser schoß beim Abschlag einen eigenen Spieler an , und ein SV er konnte dadurch zum Ausgleich einschießen . Doch Erfurt gelang es noch einmal , die Umklammerung zu durchbrechen und im überlegenen Angriff die 4:3-Führung an sich zu reißen . Jetzt schien ein Erfurter Sieg unausbleiblich . Doch Glück gehört zum Spiel , und das hatte der SV in hohem Maße , als eine Flanke von Kleinsteuber im weiten Bogen ihr Ziel im feindlichen Tor fand . Ein Punkt war damit wenigstens für Jena gerettet .
Zur Kritik der beiden Mannschaften möchten wir diesmal einige Worte sagen . Die Jenaer Mannschaft ist zweifellos in ihrer Form zurückgegangen . Die Läuferreihe war weder im Aufbau noch in der Abwehr für die Mannschaft eine besondere Stütze . Im Sturm fehlte die Einheitlichkeit der Leistung , vor allem aber eine wirklich überlegene taktische Führung . Die Erfurter Mannschaft hinterließ bei uns den besten Eindruck . Sie hatte in ihren Reihen typische Fußballspieler , die bei gutem Körpereinsatz den Ball nach vorn zu bringen vermochten . In technischer Beziehung waren die meisten den Jenensern überlegen , so daß sie auch im Einzelkampf meist die Oberhand behielten . Wohl kamen sie durch dieses Einzelspiel oft zu besten Angriffsstellungen , doch wurde diese Spielweise vielfach übertrieben . Auffallend war vor allem die taktische Ueberlegenheit im Erfurter Angriff , und die Gäste hätten unserer Meinung nach das Spiel gewinnen müssen , wenn sie im Sturm entschlossener geschossen und einen schnelleren Start gehabt hätten . Jedenfalls zeigten sie unserer Ansicht nach das bessere und auch richtigere Fußballspiel , auch wenn es ihnen in der zweite Halbzeit nicht gelang , ihre technische und taktische Ueberlegenheit durch Zurückdrängen des Gegners in seine Hälfte zu beweisen . Nach dem Spiel der Erfurter ist es eigentlich verwunderlich , daß diese Mannschaft keinen besseren Platz in der Tabelle einnimmt .
Spiele
- 3.12.33
Dieser Spieltag war eigentlich schon 12. 11. 33 vorgesehen , fiel aber wegen einer Wahl (Bestätigung für Hitler) aus .
- SpVgg Erfurt : Preußen Magdeburg 4:1
- 1.SV Jena : SC Erfurt 4:4
- VfL Bitterfeld : SV Steinach 08 3:1
- Viktoria 96 Magdeburg : Fortuna Magdeburg 7:3
- Wacker Halle : SV Merseburg 99 6:0
- Zusammenfassung 1.HS im Fußball :
Die HS stand ganz im Zeichen der Heimmannschaften , nur 5 Auswärtssiege . Der an vierter Stelle stehende 1.Sportverein Jena war überhaupt nicht imstande , von auswärtigen Spielfeldern auch nur einmal beide Pluspunkte in die Universitätsstadt heimzuführen . Die Werner-Elf aus Jena ist reichlich unbeständig . Überlegenen Siegen ( 7:1 gegen Fortuna Mgdb ., 5:1 gegen Merseburg) stehen krasse Punktverluste (0:6 gegen Wacker Halle , 1:5 gegen Steinach) gegenüber .