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| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Mitte , 9.Spieltag |
| Saison | Saison 1936/1937 , Hinrunde |
| Ansetzung | 1.FC Lauscha : 1.SV Jena |
| Ort | Auf dem Eller am Steinigen Hügel in Lauscha |
| Zeit | So 29.11.36 |
| Zuschauer | 1.500 |
| Schiedsrichter | Spittel (Wacker Erfurt) |
| Ergebnis | 1:0 (0:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Lauscha
- ? , ? , Söllner , ? , Bur-Söllner
- Jena
- Günther
- Hädicke
- Harthaus , Werner , Kleinsteuber
- Hymon , ? , König , Paul , ?
Spielbericht

Die Dessauer haben ihren gefährlichsten Verfolger Jena nunmehr mit 3 Pluspunkten hinter sich gelassen und sich gleichzeitig ein großartiges Torverhältnis ( 10:0 gegen Viktoria 96 Magdeburg) geschaffen . Durch seine 1:0-Niederlage in Lauscha hat der Titelverteidiger , der 1.SV Jena , einstweilen die Tuchfühlung mit dem jetzigen Spitzenreiter verloren .
Mit beiderseits stärkstem Aufgebot gingen in Lauscha die Hausherren und der Gaumeister ins Gefecht . Das technische Übergewicht , das der 1.Sportverein Jena zweifellos in seinen Reihen zu verzeichnen hatte , reichte auch diesmal nicht aus , um gegen den unbeugsamen Siegeswillen der flinken Lauschaer zu bestehen . Die Entscheidung fiel 25 Minuten vor Schluß , als Söllner hart an der Strafraumgrenze einen direkten Freistoß zum Siegestor für die Platzbesitzer einkanonierte . Alle Anstrengungen der Jenaer Angriffsreihe , die in Hymon ihren besten Mann hatte , waren dann zum Scheitern verurteilt , da das Lauschaer Schlußdreieck eisern die gefährlichsten Drangperioden der Gäste überstand .
Bericht von Alex im Fußball vom 1. Dezember 1936
Fahrt ins "Nebelheim" : Die Reise zu den Glasbläsern glich gestern einer Fahrt ins Nebelheim . Je höher man ins Gebirge kam , um so dicker wurde der Dunst in der "Waschküche" . Und als der durchaus tüchtige und einwandfreie Schiri Spittel-Wacker Erfurt den Kampf oben auf dem Lauschaer Plateau in 750 Meter Höhe anpfiff , konnte man kaum von einem Tor zum anderen schauen . Es gab dann allerdings während des Spieles einige "lichte" Augenblicke beim Nebelmacher . 1500 Zuschauer umsäumten als gespensterhafte Mauer den steinhart gefrorenen , etwas schneeüberwehten Platz und benahmen sich 90 Min. lang zum großen Teil als scheiende , den Schiri bei jeder Entscheidung angreifende "Sachverständigen"-Schar , die ihre Urteilskraft und Protestkundgebungen mit nicht falsch zu verstehendem Stockschwingen und Zurufen unterstrich . So ein Spielfeld müßte einmal behördlich gesperrt werden . Der Meister ohne Sturm : Seit den vielen Jahren sportlicher Beziehung zu Lauscha hat der Gaumeister noch nie eine solche Großchance zum Sieg gehabt wie gestern . Eine erstklassige Verteidigung , die dem sicheren Günther nicht viel übrig ließ , davor eine fast fehlerfrei arbeitende Läuferreihe . Und davor leider ein unentschlossener , windelweicher Sturm , der bei einigermaßen Einsatz mindestens drei Tore fabrizieren mußte - mit Leichtigkeit bei solchem Spielverlauf . Eine torlose Halbzeit : Lauscha hat Platzwahl und entscheidet sich zum "Bergauf"-Spiel - der Platz ist eine schiefe Ebene , auf der für die Gäste auch meistens alles schief geht . Unter Unsicherheit und ungenauer Ballkontrolle leiden anfangs beide Mannschaften . Hohes Spiel der Lauschaer , in das auch Jena zu verfallen droht . Dumpf kracht der große , schwere Ball in hohem Bogen auf dem glatten Steinboden auf ; Wucht und Schneid legten die Glasbläser im Sturm hin , doch die Jenaer Deckung stoppt mit Umsicht und Ruhe alle Gefahren . Bereits in der 5. Minute brennt es am Meistertor . Günther stürzt einem Ball entgegen , der knapp neben den Pfosten ins Aus geht . Die rechte Seite der Glasbläser : Bur-Söllner kommt gefährlich in Fahrt , Harthaus muß da schwer aufpassen , um nicht überrumpelt zu werden . Es ist erfreulich , wie er selbst bei "Köpflern" mit dem leichtathletisch-hervorragenden , großen Söllner fertig wird . Der Angriffsdirigent Jena wird bald Werner , der als Mittelläufer abwehrt , aber noch mehr seine Vorderleute ins Feuer schicken muß , weil der Innensturm versagt . Ein sehr schnelles Spiel auf dem kleinen Platze (93 m lang) . Lauscha will durch schnelle Durchbrüche rechts zum Erfolg kommen . In der 10. Minute kann Günther eine Bombe von Bur zur Ecke abwehren ; gleich darauf bricht der Linksaußen Lauschas durch . Im Gegenstoß jagt Werner einen flachen Weitschuß aufs Tor . Jena kommt auf , nimmt das Heft in die Hand . Ausgezeichnet das Kopf-Zuspiel des Meisters im Mittelfeld . Die Register der Technik werden nun gezogen . Werner schickt Hymon ins Feuer ; aber der hervorragende linke Gegenläufer verhindert immer wieder seinen Durchbruch . Der kleine Jenaer kämpft auch allein .
18.Minute : 1.Ecke für Jena , durch König fein getreten , Torwart kann nur zur. 2.Ecke abwehren
20.Minute : Einen scharfen Flachschuß Werners muß der Torwart prallen lassen , niemand ist da , um einzuschieben
21.Minute : Die rechte Seite Jenas ist durch , Paul kommt wieder nicht an den Ball zum Schuß .
Kurz davor stoppt Hädicke einen Vorstoß im letzten Augenblick mit der Hand . Söllner setzt den Strafstoß flach neben das Tor . Derselbe jagt in der 35. Min. eine Bombe aus 16 Meter flach am Pfosten vorbei . In der 38. Min. schießt Kleinsteuber aus 25 Meter unverhofft wuchtig aufs Tor - zur Ecke abgelenkt , dann wieder feuert Werner daneben . Ueberhaupt diese große Jenaer Läuferreihe ! Die 42. Min. mußte den ersten Jenaer Erfolg bringen . Hymon tritt eine fabelhafte Ecke , der Lauschaer Torwart verpaßt , Paul köpft den Ball 2 Meter vor der Torlinie über die Latte . -
Nach Halbzeit schießt Lausch aus allen Lagen , spielt jetzt auf das Trainingstor bergab . Jena hat anfangs großen Druck zu überstehen . Der Lauschaer Linksaußen bricht zweimal kritisch durch , kommt nicht zum Schuß . Jena erzwingt mehrere Ecken . Ein Strafstoß Werners in der 55. Min. prallt von der "Mauer" ab . Dann jagt Söllner einen Scharfschuß an die Latte . Günther hält eine Bombe Söllners , der mit aller Energie den Sieg erkämpfen will . Die 25. Min. bringt die Entscheidung : Ein Foul Hädickes ahndet Spittel mit Strafstoß . Durch eine Lücke der vielen beine jagt Söllner das Leder ins Netz . Nun dreht Jena auf . König geht auf rechts außen . Ein unerhört wuchtiger Endkampf beginnt , den aber des Meisters Sturm verlieren muß , weil die Gegenseite entschlossener kämpft . So gingen 2 der wertvollsten Meisterschaftspunkte nach Lauscha . Ecken 8:8 .
Bericht von L. in der Jenaischen Zeitung vom 30.11.1936
Spiele
- SV 05 Dessau : Vikt. 96 Magdeburg 10:0
- 1.FC Lauscha : 1.SV Jena 1:0
- CV Magdeburg : Wacker Halle 2:0
- Thüringen Weida : SV 99 Merseburg 2:1
6.12.36
- Wacker Halle : Spfr. Halle 1:2
- SpVgg Erfurt : Vikt. 96 Magdeburg 2:1
- CV Magdeburg : 1.FC Lauscha 1:0