1966/1967 3. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - 1. FC Union Berlin 5:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 3. Spieltag
Saison Saison 1966/1967, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena1. FC Union Berlin
Ort EAS
Zeit Sa. 13.08.1966
Zuschauer 5.000
Schiedsrichter Köhler (Leipzig)
Ergebnis 5:0
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Wolfgang Blochwitz
Udo Preuße, Heinz Marx, Werner Krauß, Jürgen Werner, Heinz Hergert, Dieter Lange, Helmut Müller, Peter Rock, Helmut Stein, Roland Ducke
Trainer: i. V. Fritz Zergiebel
Berlin
Peter Blüher
Wolfgang Wruck, Rainer Schönborn, Klaus Korn, Ulrich Prüfke, Werner Heine, Jürgen Stoppok, Harald Betke, Joachim Ernst, Wolfgang Hillmann, Ralf Quest
Trainer: Werner Schwenzfeier


Spielbericht

Lehrgeld zahlte noch jeder Neuling!

Die Zeiss-Städter deckten die gegenwärtig noch unzureichende spielerische Verfassung des Neulings, durch Verletzungsausfälle noch arg gehandikapt, schonungslos auf

Ein großes Raunen hob im Ernst-Abbe-Stadion an, als der Stadionsprecher die Mannschaftsaufstellung des FC Carl Zeiss präsentierte. Ahnert fehlte, für ihn Krauß in der engeren Abwehr! Müller am rechten Flügel! Warum diese Umdisposition? Eine halbe Stunde vor Spielbeginn unterzog sich Ahnert noch einem letzten Test, doch Jenas Mannschaftsarzt Dr. Gessner winke ab: Es hat keinen Zweck. Eine Verletzung im Rücken macht Ahnerts Einsatz unmöglich. Warum sollten wir ein Risiko eingehen! Die Jenaer taten recht daran, wenngleich sie das tatsächliche Leistungsvermögen des Berliner Neulings offensichtlich überschätzten. Andererseits waren jedoch die zuletzt gebotenen schwachen Vorstellungen gegen Zwickau und Rostock Anlaß genug, aus der Lethargie aufzuwachen und etwas mehr für das eigene Renommee zu tun. Nach der letzten Niederlage befürchte ich das noch am meisten, sagte Union-Trainer Schwenzfeier noch kurz vor dem Anpfiff, und ich hoffe nur, daß sich unsere Verlegenheitself, immerhin sind ja Belger, Hoge, Uentz und Felsch wegen Verletzungen nicht einsatzfähig, achtbar aus der Affäre ziehen wird. Schwer genug wird es werden.

Es wurde noch schwerer! Jena dominierte nach Belieben, Stein köpfte und schoß wie in seinen besten Hallenser Tagen (Endlich hat er das Selbstvertrauen zu seinen Torjägerqualitäten wiedergefunden,strahlte Trainer Zergiebel), und wenn Rock, Müller, Lange und R. Ducke das Union-Tor anvisierten hätte der Ex-Jenaer Blüher tausend Hände gegen die Schüsse seiner ehemaligen Mannschaftskameraden haben müssen. Mangelnde Einsatzbereitschaft und kämpferisches Aufbegehren wären das letzte, was man den Berlinern vorwerfen müßte. Ihr Bemühen im Rahmen ihrer Möglichkeit verdiente Anerkennung. Doch wo schon unseren Spitzenmannschaften der Ausfall mehrerer Stammspieler schwer zu Buche schlägt, muß das für die bei uns mit überdurchschnittlichen Kräften nur wenig gesegneten Aufsteiger gar zu einer ausgesprochenen Kalamität werden. Bei den Berlinern war sie mehr als augenscheinlich, weil Stoppok, Hillmann und Betke im Angriff so gut wie nichts glückte, während die Abwehr, durch den präzisen, tempostarken Kombinationsrhythmus der Zeiss-Städter erbarmungslos gehetzt, von einer Verlegenheit in die andere fiel.

Nur Korn spielte selbstbewußt und ehrgeizig (Innenpfostenschuß in der 68. Minute), Wruck jedoch, von dem man sich interessante Zweikämpfe mit R. Ducke erhoffte, blieb so gut wie alles schuldig. Die tropische Hitze - 38 Grad stellten höchste Anforderungen an die physische Bereitschaft der Aktiven - schien ihn förmlich zu lähmen. Zwei Tore durch Roland, flachste Bruder Peter Ducke auf der Tribüne, wo er in der ganzen letzten Saison nur eins fertigbrachte, wenn das nichts ist! Die Berliner ließen den Vizemeister viel zu viel gewähren. Sie zahlten diesmal noch bitteres Lehrgeld drauf, doch Lehrgeld zahlt sich irgendwann ja noch immer aus....

(Günter Simon in der FuWo vom 16. August 1966)


Zwei prominente Verletzte

Zwei seiner Mitglieder vermißt der FC Carl Zeiss Jena gerade jetzt, zu Saisonbeginn, recht schmerzlich. Peter Ducke nach seinem schweren Beinbruch von Mexico noch immer, und zu allem Überfluß zog sich Georg Buschner eine so schmerzhafte Nerveneinklemmung im Rückgrat zu, daß er den Saisonauftakt diesmal im Krankenbett erleben mußte. Am Sonnabend, beim Spiel gegen den 1. FC Union Berlin, trafen wir beide im Ernst-Abbe-Stadion. Nachdem ihm vor vierzehn Tagen der Gehgips abgenommen wurde, unternahm unser Nationalmannschafts-Mittelstürmer schon recht vielversprechende Gehversuche, während es den Jenaer Cheftrainer auch nicht mehr im Krankenbett hielt. Wenn ihm das Gehen auch sichtlich Mühen bereitete, er ließ es sich nicht nehmen, im Stadion bei seiner Elf zu sein! Auf baldige völlige Genesung, Peter Ducke und Schorsch Buschner und nicht zu vergessen Harald Fritzsche, der noch immer im Krankenhaus liegen muß.

(FuWo vom 16. August 1966)