1966/1967 16. Spieltag: 1. FC Union Berlin - FC Carl Zeiss Jena 1:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 16. Spieltag
Saison Saison 1966/1967, Rückrunde
Ansetzung 1. FC Union Berlin - FC Carl Zeiss Jena
Ort Stadion "Alte Försterei" in Berlin
Zeit Sa. 04.03.1967 15:00 Uhr
Zuschauer 12.000
Schiedsrichter Rudi Glöckner (Markranstädt)
Ergebnis 1:1
Tore
Andere Spiele
oder Berichte
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Berlin
Peter Blüher
Wolfgang Hillmann, Wolfgang Wruck, Jürgen Belger
Werner Heine, Ulrich Prüfke
Harald Betke, Reinhard Gärtner, Joachim Ernst, Meinhard Uentz, Ralf Quest
Trainer: Werner Schwenzfeier
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Wolfgang Blochwitz
Udo Preuße, Heinz Marx, Wolfgang Schuh
Werner Krauß, Hans Meyer
Bernd Krauß, Rainer Schlutter, Roland Ducke, Peter Rock, Helmut Stein
Trainer: Georg Buschner


Spielbericht

Der Ausgleich war "fällig"

Nach der Pause brachte sich der Gast besser zur Geltung

War die Rechnung Jenas nun richtig oder nicht? Mit einer sehr betonten Defensivtaktik wollten die Gäste dem Ansturm des ehrgeizigen Neulings abfangen. Als aber Blochwitz - eine Woche zuvor beim 1:0 über den FC Hansa geradezu in Superform - nach 35 Minuten seinen einzigen Fehler beging, der prompt mit dem 1:0 für Union bestraft wurde, mußten die Thüringer in stärkerem Maße selbst die Initiative ergreifen, um ihre Chance zu wahren.

Der Gastgeber sah sich jetzt immer von neuem gefährlichen Situationen gegenüber. Es gab nicht wenige Zuschauer, die Jenas Elf einen vollen Erfolg zugetraut hätten, wäre sie von Beginn an offensiver gewesen. Aber ein Trainer ist kein Hellseher. Wer konnte ahnen, daß der 1. FC Union eine recht schwache Tagesform aufweisen würde, seine Partie keinen Vergleich aushielt mit dem 3:0-Spiel gegen Rostock zwei Wochen vorher.

Georg Buschner war jedenfalls zufrieden: "Aus der Wuhlheide, wo übrigens eine herrliche Fußballatmosphäre herrscht, einen Punkt mitzunehmen, ist schon etwas. Bei mehr Abgeklärtheit in Tornähe gewinnen wir sogar!"

Daß es überhaupt so lange bei der 1:0-Führung der Berliner blieb, war vor allem Schlußmann Blüher zuzuschreiben. Er meisterte einige platzierte Schüsse mit schneller Reaktion und erwies sich bei hohen Bällen als sehr fangsicher. Den Ausgleich konnte er jedoch nicht vermeiden. R. Ducke erhielt in halblinker Position bei einem Einwurf von W. Krauß den Ball genau in den Lauf. Blüher vermochte den ersten Schuß noch zurückzuschlagen, doch der Nationalspieler war erneut zur Stelle und verwandelte hoch unter die Latte.

Dieses 1:1 hatte lange in der Luft gelegen. Union fand kaum mehr die Kraft zu einem wirkungsvollem Vorstoß. Prüfke und Ernst mühten sich zwar redlich, doch die von ihnen ausgehenden Kombinationen versandeten zumeist bald, weil Betke, Gärtner (bei seinem Debüt sind allerdings noch nicht zu strenge Maßstäbe anzulegen) und mit zunehmender Zeit auch Uentz und Quest keine Normalform besaßen. Bis auf den gehemmt scheinenden jungen Schlutter spielten die Gäste fast eine Stunde lang erheblich elanvoller und durchdachter. Hätten Rock und Stein mit größerem Selbstvertrauen von ihrer Schußkraft Gebrauch gemacht, wäre für den FC Carl Zeiss vermutlich ein noch besseres Resultat herausgesprungen.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Trotz mehrerer Freistöße, über deren Berechtigung (auch in der Richtung) man sich streiten konnte, war Glöckner im verein mit seinen Assistenten kraft seiner Autorität ein sicherer Leiter.

(H. G. Burghause in "Die Neue Fußballwoche" vom 7. März 1967)