1968/1969 12. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - 1. FC Lokomotive Leipzig 3:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 12. Spieltag
Saison Saison 1968/1969, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - 1. FC Lokomotive Leipzig
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 02.11.1968 14:00 Uhr
Zuschauer 8.500
Schiedsrichter Hans Schulz (Görlitz)
Ergebnis 3:0 (1:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena (weiß-blau)
Hans-Ulrich Grapenthin
Udo Preuße (80. Werner Krauß), Peter Rock, Michael Strempel, Gerd Brunner
Heinz Marx, Rainer Schlutter, Bernd Krauß (52. Helmut Stein)
Peter Ducke(12.Rote Karte.gif), Harald Irmscher, Roland Ducke
Trainer: Georg Buschner


Leipzig (blau-gelb)
Werner Friese
Christoph Franke
Peter Gießner, Manfred Geisler(12.Rote Karte.gif), Michael Faber, Jürgen Czieschowitz (77. Eberhard Harms)
Frank Weiße, Werner Gase, Henning Frenzel
Hans-Jürgen Naumann, Wolfram Löwe
Trainer: i.V. Georg Rosbigalle

Spielbericht

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R. Ducke, Brunner die Aktivposten

Ausgerechnet der jüngste und unerfahrenste, der 19jährige Weiße, orientierte sich vom Anstoß weg als Sonderbewacher auf Jenas Routinier Roland Ducke. Ob das nicht schiefgehen wird? fragten wir uns. Und es sei deshalb auch gleich an den Anfang gestellt: Es ging gründlich daneben. "Vor lauter Suchen nach mir, kam er überhaupt nicht dazu, wofür er eigentlich auf dem Platz ist, zum Fußballspielen nämlich", sagte R. Ducke nach dem Spiel. Und mit dieser Bemerkung, die übrigens fast auf die gesamte Lok-Elf zutreffend war, traf er den Nagel auf den Kopf. Den trotz allen Orientierens und Hinterherlaufens erreichen oder gar stören konnte der junge Weiße den 34jährigen, der die überragende Erscheinung auf dem Felde war, und die genau geschlagenen Paßbälle sowie die antrittsschnellen Sololäufe nur so hinzauberte, nie. Aber bei dem Leipziger Youngster, der sich nach der Pause weniger um das nutzlose Decken kümmerte und in einigen Szenen durchaus sein Talent bewies, dürfte die wenigste Schuld zu suchen sein. Aber offensichtlich hatten die Abwehrspieler der Gäste - und das waren alle bis auf Löwe und Frenzel, die auf sich allein gestellt, ohne jegliche Unterstützung aus dem Mittelfeld (Naumann) einen aussichtslosen Kampf ausfochten - ihre zu einseitig aufgebaute taktische Marschroute allzugut auswendig gelernt. Denn für Brunner, der bei Jena zu einer der Schlüsselfiguren avancierte, war offensichtlich kein Gegenspieler eingeplant worden, und so kümmerte sich auch keiner um den starken Offensiv-Verteidiger. Völlig ungedeckt konnte er ständig mit nach vorn stoßen. "Auf Brunner hatten wir gebaut", freute sich Jenas Trainer Georg Buschner in der Kabine. "Er sollte ständig das Angriffsspiel forcieren. Und er hat es gut und erfolgreich praktiziert. Dem ersten Tor ging sein Pfostenschuß voraus, den P. Ducke nur noch ins leere Tor zu drücken brauchte. Der dritte Treffer ging ebenfalls auf sein Konto."

Zwar riß der Meister insgesamt mit seinem Spiel keine Bäume aus, doch operierte er stets klar überlegen (Eckenführung am Ende 14:2). Sicherlich mag auch der Ausfall der einzigen echten Sturmspitze, Peter Ducke, dazu beigetragen haben, der gemeinsam mit Leipzigs Stopper Manfred Geisler bereits in der 12. Minute vom Platz gestellt wurde. Nach einer unfairen Attacke von Geisler an Strempel, die sofort mit einem Freistoß geahndet wurde, lief plötzlich P. Ducke gestikulierend auf den Leipziger zu. Daraufhin schob Geisler den Jenaer an der Schulter zurück, der sich mit einem Schlag ins Gesicht des Lok-Stoppers revanchierte. Der versöhnende Händedruck im Kabinengang zwischen den beiden Sündern kam dann natürlich zu spät.

R. Ducke wurde in der FUWO zum Spieler des Tages gewählt .

Zum Schiedsrichterkollektiv: Schulz war sehr lauffreudig, konsequent in seinen Entscheidungen.

(Klaus Thiemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 5. November 1968)