1968/1969 15. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - BSG Stahl Riesa 3:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 15. Spieltag
Saison Saison 1968/1969, Rückrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - BSG Stahl Riesa
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 22.02.1969 15:00 Uhr
Zuschauer 7.000
Schiedsrichter Schmidt (Schönebeck)
Ergebnis 3:0 (1:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena (weiß-blau)
Wolfgang Blochwitz
Werner Krauß, Peter Rock, Gerd Brunner, Jürgen Werner
Michael Strempel, Rainer Schlutter
Roland Ducke, Harald Irmscher, Helmut Stein, Dieter Scheitler
Trainer: Georg Buschner
Riesa (schwarz-rot)
Manfred Eitz
Lothar Kurbjuweit, Joachim Kern, Johann Ehl, Wolfgang BengsGelbe Karte.gif (67. Günter Mirring)
Klaus Lehmann, Rainer Kaube, Peter Schäfer
Wolfram Meinert (72. Roland Freyer), Frieder Andrich, Wolfgang Schröder
Trainer: Walter Fritzsch

Spielbericht

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Schwächen wurden bestraft

Trotz des klaren Erfolges - es war kein berauschender Sieg des Meisters, selbst wenn man den schweren Boden in Rechnung stellt. Auch Jenas Cheftrainer, Georg Buschner, sprach nach der Begegnung von einer durchschnittlichen Leistung seiner Elf. "Gegen den Tabellenletzten daheim anzutreten, setzt man ganz einfach einen Sieg voraus", erklärte er. "Doch das unbedingte Siegenwollen brachte Nervosität mit sich, löste unsere Verkrampfung erst nach dem Führungstreffer." Und der frischgebackene Ehemann Rainer Schlutter, der am Vormittag seine Petra zum Standesamt geführt hatte (die fuwo gratuliert recht herzlich) kommentierte: "Bestimmt wäre es besser für uns gelaufen, wenn Scheitler gleich in der zweiten Minute die erste große Gelegenheit, als er durch den Kopfball von Strempel völlig freigespielt war, aus Nahdistanz verwandelt hätte. So aber wurde der Ball zumeist überhastet nach vorn geschlagen, mangelte es am richtigen Spielfluß."

Außerdem kann den Zeiss-Städtern der Vorwurf nicht erspart werden, daß sie, technisch, taktisch und körperlich eindeutig überlegen, die kämpferische Gangart des Neulings annahmen. Anschauungsunterricht dafür, daß es auch anders geht, lieferte Routinier Roland Ducke, der leichtfüßig wie eh und je im Mittelfeld immer mehr zur spielbestimmenden Figur wurde. Von seinen Ideen profitierte der Meister in erster Linie.

Daß am Ende doch noch ein eindeutiger Sieg heraussprang, ging in erster Linie zu Lasten der Stahl-Abwehr, die vor allem im Kopfballspiel eklatante Schwächen verriet.

Auch Riesas Trainer Walter Fritzsch haderte mit diesen Abwehrfehlern. "Wir hatten mit einem Remis geliebäugelt", erzählte er, "wenn wir die Anfangsphase torlos überstehen würden. Aber solche Abwehrschnitzer, wie wir sie uns erlaubten, zumeist auf ungenügende Erfahrung zurückzuführen, wurden natürlich von der routinierten Meisterelf sofort bestraft."

Außerdem machte sich gegen Spielende beim Neuling, der in dem 18jährigen Kurbjuweit, der Scheitler beschattete, und Stopper Kern seine besten Spieler hatte, der große Kräfteverschleiß doch bemerkbar.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Vor allem in der ersten Halbzeit zeigte Schmidt sich nicht immer auf der Höhe der Situation. Oftmals fehlte es ihm an Resolutheit und Konsequenz. Auch im Zusammenwirken mit den Linienrichtern lief nicht alles nach Wunsch. Pech für Schmidt war, daß er in der 85. Minute die einzige Torgelegenheit der Gäste unterband, als er gegen den völlig frei durchlaufenden Schröder die Vorteilsbestimmung außer acht ließ.

(Klaus Thiemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 25. Februar 1969)