1976/1977 11. Spieltag: FC Hansa Rostock - FC Carl Zeiss Jena 1:2

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 11. Spieltag
Saison Saison 1976/1977, Hinrunde
Ansetzung FC Hansa Rostock - FC Carl Zeiss Jena
Ort Ostseestadion in Rostock
Zeit Fr. 03.12.1976 17:30 Uhr
Zuschauer 23.000
Schiedsrichter Heinz Einbeck (Berlin)
Ergebnis 1:2
Tore
  • 0:1 Vogel (54.)
  • 0:2 Vogel (65.)
  • 1:2 Jarohs (83., Handstrafstoß)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Rostock
Dieter Schneider
Peter Sykora
Gerd Kische, Jürgen Uteß (70. Olaf Spandolf), Uwe Bloch
Michael Mischinger (68. Jörg Seering), Jürgen Decker, Eckhard Märzke
Gerhard Krentz, Rainer Jarohs, Dietrich Kehl

Trainer: Helmut Hergesell

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Ulrich Oevermann
Gert Brauer, Lothar Kurbjuweit, Dieter Noack
Rüdiger Schnuphase, Uwe Neuber, Dietmar Sengewald (75. Jürgen Raab)
Thomas Töpfer, , Klaus Schröder, Eberhard Vogel (79. Peter Ducke)

Trainer: Hans Meyer


Spielbericht

Chancen genutzt, Auswärtssieg

Jena und Vogels Routine

150. & 151. Oberligator von "Matz" Vogel in Rostock

Eberhard Vogel strahlte. Zwei Tore von ihm bahnten dem FC Carl Zeiss den Weg zum ersten Auswärtssieg der Saison. "Ich war ja auch mal dran", lachte der 74fache Nationalstürmer, der, wie schon beim Pokalspiel in Magdeburg, auch im Ostseestadion oft im Mittelfeld die Bälle "auffing" und einmal sogar im eigenen Torraum Hansa-Stürmer Kehl zuvorkam. Um aber im richtigen Moment vor dem gegnerischen Tor zur Stelle zu sein! "Da sieht man eben, was Routine und Erfahrung ausmachen", anerkannte Hansas Vorsitzender Rudolf Alms, und auch Helmut Hergesell zog Vergleiche zu seinen jungen Stürmern.

Die Thüringer wirkten clever, abgeklärter in ihren Handlungen. Ohne Risiko in der engeren Abwehr (Oevermann), mit einem fleißigen Mittelfeld und Angriffsspitzen (Neuber, Schröder, Töpfer) und mit dem Gespür für Konter (Brauer, Kurbjuweit, zuletzt auch Ducke). Von Vogel war schon die Rede. Er zum ersten Auswärtssieg: "Es war schon lange unser Ziel. Wenn ich das 1:2 bei Union ausklammere, so waren beispielsweise in Erfurt (0:1) und Dresden (1:1) durchaus Siegpunkte möglich. Da offenbarten wir Schwächen im Verwerten der Chancen. In Zwickau beim 1:3 kosteten uns Unachtsamkeiten, die zu Strafstößen führten, ein besseres Abschneiden."

Lothar Kurbjuweit sieht es ähnlich: "Ich glaube, schon im Magdeburg beim Pokalspiel entsprach die Leistung etwa unseren Vorstellungen. Was sich eben in Dresden und Erfurt noch nicht ganz niederschlug, ließ uns heute als Sieger vom Feld gehen. Jeder fand über den Kampf zum Spiel." Trainer Hans Meyer betonte vor dem Anpfiff: "Wir spielen nicht abwartend." Daß es in den ersten 45 Minuten dennoch nicht in dem gewünschten Maße zusammenlief, hatte seine Ursache in der mitunter zu langsamen Gangart der Zeiss-Städter. "Wir haben auswärts kaum schlecht gespielt, aber eben nie gewonnen. Deshalb freuen wir uns über die beiden Punkte besonders."

Man darf auf die weiteren Auswärtsspiele der Thüringer gespannt sein. In den letzten zehn Spieljahren war lediglich dreimal zu verzeichnen, daß die Jenaer nur zu zwei Siegen in der Fremde kamen (1971/72 =4. Platz, 1970/71 = 2. Platz, 1968/69 = 2. Platz). Zweimal 4 bzw. 5 Remis standen da noch zu Buche. Ansonsten bewegte sich die Erfolgsskala in den Regionen von 4 bzw. 5 Auswärtssiegen pro Saison. Die meisten Unentschieden brachten man von den Reisen 1972/73 mit, nämlich sieben. Achtmal als Verlierer kehrte die Elf 1975/76 in das Ernst-Abbe-Stadion zurück.

Tore und Meinungen

  • Wie Jena zur Führung kam: Kurbjuweit stieß auf der rechten Seite mit in den Angriff, schoß plötzlich, als viele eine Flanke vermuteten. Schneider griff sich das Leder scheinbar sicher aus der Luft, um es zum Entsetzen seiner Mitspieler und der Zuschauer plötzlich fallen zu lassen. Vogel, aufmerksam die Szene beobachtend, zog es sofort aus der Drehung ins Tor.
  • Und wieder Vogel: Uteß, der Gegenspieler des Jenaers, war gerade an der Seitenlinie behandelt worden, und niemand von Hansa kümmerte sich um den links im Mittelfeld lauernden Stürmer. "Der Ball kam zu Sengewald und dessen Paß genau in den Lauf zu mir. Da zog ich ab und schoß." Flach, leicht aufsetzend.
  • Der Handstrafstoß: Spandolf zielte nach dem einzigen Fehler Grapenthins auf die kurze Ecke, wo Brauer das Leder mit der Hand abwehrte. Jarohs traf sicher ins Netz, was ihm vorher so oft mißglückt war. Sein Gegenspieler Kurbjuweit urteilte über ihn: "Spielintelligent, geschickt den Ball haltend, immer wieder versuchend, mit viel Bewegung, wenngleich nicht allzu schnell, zum Erfolg zu kommen."

(Joachim Pfitzner in "Die Neue Fußballwoche" vom 7. Dezember 1976)