1980/1981 02. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - SG Dynamo Dresden 2:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 2. Spieltag
Saison Saison 1980/1981, Hinrunde
Ansetzung FCC - SG Dynamo Dresden
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 30.08.1980 15:00 Uhr
Zuschauer 15.000
Schiedsrichter Manfred Bahrs (Leipzig)
Ergebnis 2:0
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Wolfgang Schilling, Konrad Weise
Lothar Kurbjuweit, Gerhardt Hoppe, Andreas Krause, Lutz Lindemann
Thomas Töpfer, Jürgen Raab, Eberhard Vogel (69. Martin Trocha)

Trainer: Hans Meyer

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Dresden
Bernd Jakubowski
Hans-Jürgen Dörner
Andreas Schmidt, Udo Schmuck, Steffen Lachmann
Karsten Petersohn, Reinhard Häfner, Fred Mecke (75. Frank Richter), Andreas Trautmann
Peter Kottte, Frank Lippmann, (60. Torsten Gütschow)

Trainer: i. V. Eduard Geyer


Spielbericht

Mit der Zeit gewann die Erfahrung

Ein kühnes Beginnen ist doch nicht immer ein halbes Gewinnen! Der Vizemeister mit seiner Schar nun auch zum erstenmal Oberliga-Auswärtsluft schnuppernder junger Männer mußte das erfahren. Aber die Lehre der Jenaer Partie fällt sicherlich auf fruchtbaren Boden, wenn sich die Mecke und Lachmann, die Gütschow und Lippmann, die Petersohn und Schmidt ihrer annehmen. Was die Dresdner Elf nahezu eine halbe Stunde lang im Ernst-Abbe-Sportfeld bot, nötigte Anerkennung ab. Da war nichts von Aufgeregtheit, von Hektik zu spüren, da bestimmten ruhige, zunächst ballsichere Aktionen das Dynamo-Spiel. Und da war vor allem Kapitän Dörner der Lückenschließer im Stile des Könners, des abgeklärten Routiniers.

Daß die Gelb-Schwarzen auch die ersten torgefährlichen Akzente setzten, verblüffte den objektiven Betrachter etwas, wenngleich unser Jenaer Mitarbeiter Peter Palitzsch, ein Kenner der Zeiss-Fußballszene, bemerkte: "Das kann durchaus sein: Dynamo schießt das erste Tor, und dann rackern sich unsere mit großen Mühen ab." Es kam aber nicht so, denn Kotte vermochte den präzisen Paß Dörners nicht zu verwerten (4.), Lippmanns Schuß aufs kurze Eck, nachdem sich Dynamo aus einem abgewehrten Angriff blitzschnell herausspielte, über Dörner und Häfner den Konter inszenierte, wurde der Einschuß verwehrt (10.), und bei Trautmanns Aktion zeigte sich der gerade gekürte "Fußballer des Jahres" Grapenthin mit sehenswerter Parade auf der Hut (21.).

Natürlich hatte die Dresdner Kühnheit auch Jenaer Ursachen. Es war nicht allein das frühe Stören der Gäste, das Vorprellen Schmucks im Wechsel mit Dörner, es war auch das zu lange Umsetzen, gedanklich und spielerisch, im eigenen Mittelfeld, das zudem Abseitsstellungen der Vorderreihe herausforderte. Jenas Spiel kam dann zum Stehen, und das wiederum bewirkte, daß, wie Trainer Hans Meyer bemängelte, der Ball mehr geschlagen wurde.

Das änderte sich, als die Saalestädter den Ball laufen ließen, über die Flügel kamen, wohin auch Lindemann ausbrach, und mit angeschnittenen Flankenbällen dann doch für Turbulenz vor Jakubowskis Gehäuse sorgten. Der Dresdner Schlußmann mußte sein ganzes Können aufbieten, um Lindemanns Schuß zu parieren (23.), wie auch später noch mal bei dessen Freistößen (40., 77.). Er sah, wie Weise mit einem Flankenlauf von rechts eine der besten Kombinationen einleitete, die durch einen Heber Vogels an Qualität gewann und von Raab mit torwürdigem Fallrückzieher endete (34.). Gefahr drohte Dynamo über den rechten Flügel, wo Töpfer zunehmend aktiver wurde.

Daß kurz vor dem Pausenpfiff das 1:0 fiel, war spielentscheidend und traf die Dresdner ein wenig bitter. Der Strafstoß machte dann alles klar. Dynamo gab aber nicht klein bei, versuchte zum Treffer zu kommen (Dörner, der Grapenthin zum Flug zwang, Schmuck, Trautmann), aber je mehr Zeit verstrich, um so mehr verschob sich auch das Kräfteverhältnis, das Verhältnis Erfahrung-Unerfahrenheit auf wichtigen Positionen. Der Sieg der Weise-Elf entsprach dem sozusagen logisch.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Bahrs war um Spielfluß bemüht, wollte sich in einer von der Grundeinstellung fairen Partie davon nicht abbringen lassen, auch wenn Lachmann und A. Schmidt hart an der Grenze zur "Gelben" waren.

(Joachim Pfitzner in "Die Neue Fußballwoche" vom 2. September 1980)

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