1980/1981 15. Spieltag: SG Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss Jena 3:2

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 15. Spieltag
Saison Saison 1980/1981, Rückrunde
Ansetzung SG Dynamo Dresden - FC Carl Zeiss Jena
Ort Dynamo-Stadion in Dresden
Zeit Sa. 28.02.1981 14:30 Uhr
Zuschauer 30.000
Schiedsrichter Hans Kulicke (Oderberg)
Ergebnis 3:2
Tore
  • 1:0 Schuster (1.)
  • 2:0 Petersohn (31.)
  • 2:1 Raab (60.)
  • 3:1 Minge (62.)
  • 3:2 Vogel (84.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Dresden
Bernd Jakubowski
Hans-Jürgen Dörner
Frank Schuster, Karsten Petersohn, Andreas Schmidt
Reinhard Häfner, Fred Mecke, Andreas Trautmann
Frank Lippmann, (72. Torsten Gütschow), Ralf Minge, Mattias Döschner Gelbe Karte.gif

Trainer: Gerhard Prautzsch

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gert Brauer, Lothar Kurbjuweit, Dietmar Sengewald
Gerhardt Hoppe (58. Wolfgang Schilling), Lutz Lindemann, Andreas Krause
Martin Trocha, Jürgen Raab, Thomas Töpfer (46. Eberhard Vogel)

Trainer: Hans Meyer


Spielbericht

Sieg leidenschaftlichen Wollens

Die Bereitschaft der Dynamo-Spieler zum Wollen und nicht nur Sollen war unübersehbar. Sie starteten sozusagen mit gezogenem Schock und ließen den alten Rivalen, der in einem Spiel der Frühjahrsserie in Dresden noch nie gewinnen konnte, letztmalig im Dezember 1973 an der Elbe zum Sieg kam, wissen: Auch heute kann es nur einen Gewinner geben - Dynamo! Die Gelbschwarzen spielten auf wie in den besten Tagen und setzten auch über die Klippen, die sich ihnen mit dem Fehlen der Routiniers Schmuck (Wadenmuskelzerrung) und Heidler (erkrankt) auftaten. Nahezu alles stimmte bei der leidenschaftlich kämpfenden Elf, und schon in der ersten Halbzeit mußte man an ein Wort des Altinternationalen Richard Hofmann denken: "Wenn das Publikum gepackt wird, ist es bereit, seinen Teil zum Gelingen beizutragen."

Die Zuschauer wurden gepackt vom Tempo, das Dynamo anschlug. Schusters Treffer nach 20 Sekunden, Minges Kopfball, Lippmanns Einsatz, all das verblüffte den Pokalsieger, der reichlich zehn Minuten benötigte, um zur ersten klaren Aktion zu kommen. "Bei uns schienen einige überrascht, daß die Dresdner nicht zur Seite gingen", tat Trainer Hans Meyer weitaus drastischer seine Meinung kund.

Dresdens Glanzpunkte: Der 23jährige Petersohn, Sprößling eines bekannten Dresdner Oberligastürmers früherer Jahre, auf der Vorstopperposition, Raab kaum Möglichkeiten bietend, aber sich auch souverän vom Mann wegspielend. Und Reinhard Häfner, nach etwas zögerndem Beginn in Schwung kommend, die jungen Leute führend. Dörner ("sehr diszipliniert in der Abwehrorganisation", so Jenas Trainer) und der tatendurstige Döschner, den Brauer nie in den Griff bekam, sorgten mit für das spielerische Übergewicht.

Die Gäste wirkten zunächst schwerfällig. "Bei uns läuft es gut, aber bei Jena schleppen einige ganz schöne Rucksäcke mit", meinte Dynamos Ex-Nationalspieler Hans-Jürgen Kreische zur Pause. "Wir konnten es wie schon gegen Riesa auch heute nicht verheimlichen, uns fehlt die körperliche Frische", gestand Hans Meyer. Daß es in der Abwehr zuweilen recht durcheinander ging, konnte nicht nur auf den fehlenden Weise zurückzuführen sein. Sicherlich, Schnuphases Kopfbälle ans Holz, Töpfers Ausscheiden wegen Verletzung müssen Berücksichtigung finden. Mit Vogel jedenfalls kam mehr Elan ins Spiel, wurde auch Trocha besser.

Eine gutklassige Partie, ohne Zweifel. Die Torschußstatistik besagt, daß alle registrierten Bälle wirklich torgefährlich waren und für turbulente Szenen sorgten, denkt man an Döschners Schlenzer vorbei am herauslaufenden Grapenthin. Kurbjuweit und Schilling spurteten dem Ball im Geschrei und Jauchzen der 30000 hinterher und erwischten ihn Zentimeter vor der Linie...

(Joachim Pfitzner in "Die Neue Fußballwoche" vom 3. März 1981)