1980/1981 04. Spieltag: BSG Sachsenring Zwickau - FC Carl Zeiss Jena 0:3

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 4. Spieltag
Saison Saison 1980/1981, Hinrunde
Ansetzung BSG Sachsenring Zwickau - FC Carl Zeiss Jena
Ort Georgi-Dimitroff-Stadion in Zwickau
Zeit Sa. 13.09.1980 15:00 Uhr
Zuschauer 10.000
Schiedsrichter Klaus Peschel (Radebeul)
Ergebnis 0:3
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Zwickau
Jürgen Croy
Roland Stemmler
Peter Schmidt, Peter Keller, Joachim Schykowski
Gerd Schellenberg (78. Michael Hache), Hans-Uwe Pilz, Gert-Rainer Stephan
Klaus Becher, Andreas LangerGelbe Karte.gif (65. Jürgen Ganz), Uwe Fuchs

Trainer: Peter Henschel

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Wolfgang Schilling, Konrad Weise, Lothar Kurbjuweit
Gerhardt Hoppe, Andreas Krause, Lutz Lindemann
Thomas Töpfer, Jürgen Raab, Eberhard Vogel

Trainer: i. V. Helmut Stein


Spielbericht

Nach achtjähriger Erfolglosigkeit gewann Jena und wurde die Nr. 1

Im Sprung an die Tabellenspitze rissen die Thüringer im 50. Derby mit der Sachsenring-Elf zugleich eine weitere Barriere nieder. "Endlich unser erster Sieg in Zwickau seit acht Jahren. Das pulvert die Mannschaft auch für das EC-Treffen am Mittwoch gegen Rom auf." Konrad Weise, "der seinen Formanstieg heute nachdrücklich bestätigte", so Jenas stellvertretender Klubleiter Günter Wolfram, sagte es und stieg wie alle anderen quietschvergnügt in den Bus.

Der Kapitän, der mit Schnuphase ein souveränes Stopperduo bildete, war neben Lindemann und Töpfer die herausragende Kraft bei den Thüringern, "gegen deren Cleverneß, Ballsicherheit und Zweikampfführung wir einfach kein Mittel fanden", bekannte Trainer Volker Resch. Dabei bauten sich die Gäste gleich in der Anfangsphase selbst ein paar psychologische Stolperer ein. Schilling, nach einem abgefälschten Krause-Schuß völlig frei vor Croy auftauchend, vergab die erste Riesenmöglichkeit (7.) und Töpfer, "der seit vier Jahren in der Oberliga und im Europacup keinen Elfer verschoß" (so Rüdiger Schnuphase), setzte einen Foulstrafstoß an den linken Pfosten (15.).

Aber die Gäste steckten dies völlig ungerührt weg. Sie, das fiel ins Auge, ließen gegen die bisher sieglosen Zwickauer weder Leichtfertigkeiten noch Tändeleien aufkommen. Souverän und besonnen in der Abwehrarbeit, deckten sie Zwickaus Angreifer völlig zu, und dank einer umsichtigen (Lindemann) und laufaufwendigen Mittelfeldleistung (Krause, Hoppe) kontrollierten sie auch in dieser Zone jederzeit das Spiel und den Gegner.

"Das Führungstor unmittelbar vor der Halbzeit ließ uns dann noch zuversichtlicher in die Kabine gehen", bemerkte Eberhard Vogel, der im 22jährigen Schmidt, der sein zweites Oberligaspiel mit viel Bravour bestritt, einen hartnäckigen Kontrahenten besaß. Vogels Eckball, von rechts tückisch angeschnitten, fälschte Pilz noch etwas ab, und diese Chance ließ sich Schnuphase, frei vor Croy, nicht entgehen. Der Kopfball des Liberos war zugleich sein vierter Saisontreffer!

Der Gastgeber, vor allem spielerisch, im Zweikampfverhalten, auch in der gedanklichen Frische klar unterlegen, bewiesen dennoch große Moral. Sie steigerten sich nämlich nach dem Wechsel erheblich und erzielten vorrangig aus den hinteren Reihen (Schmidt, Keller, J. Schykowski) mehr Druck und Torgefahr. Aber die Chancen von Stephan (73.) und Pilz (74.), erst recht der Kopfball von Ganz, den Grapenthin im großen Stil parierte (79.) zogen Sachsenring dann gar zu unvorsichtig in die Offensive. Und das wurde von den Gästen kaltblütig und clever, eben im Stil einer Klasse-Elf, bestraft.

Vom eigenen Strafraum zogen erst Krause und dann Weise blitzschnell die Konter auf, die von Töpfer und Lindemann vorbildlich fortgesetzt wurden. Croy, zuvor trotz überlegener Spielführung der Jenenser kaum ernsthaft geprüft, besaß gegen Vogel und Krause keine Chance.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Peschel leitete umsichtig und konsequent. Zusammen mit seinen Kollegen an der Linie bot er eine abgerundete Leistung.

(Klaus Thiemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 16. September 1980)