1980/1981 05. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - 1. FC Lokomotive Leipzig 2:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 5. Spieltag
Saison Saison 1980/1981, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - 1. FC Lok Leipzig
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 20.09.1980 15:00 Uhr
Zuschauer 15.000
Schiedsrichter Klaus-Dieter Stenzel (Senftenberg)
Ergebnis 2:1
Tore
  • 1:0 Schnuphase (42., Foulstrafstoß)
  • 1:1 Kinne (52.)
  • 2:1 Schnuphase (60.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Wolfgang Schilling, Konrad Weise, Lothar Kurbjuweit
Gerhardt Hoppe, Andreas Krause (79. Dietmar Sengewald), Lutz Lindemann
Thomas Töpfer, Martin Trocha (59. Jürgen Raab), Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Leipzig
René Müller
Frank Baum
Gunter Sekora, Thomas Dennstedt, Joachim Fritsche
Andreas Roth, Wolfgang Altmann, Matthias Liebers
Volker Großmann, Dieter Kühn, Hans-Jürgen Kinne

Trainer: Harro Miller

Spielbericht

Der schwerste aller Jenaer Saison-Siege

Der Altweibersommer bescherte uns den schönsten Sonnentag des Jahres, den Jenaern "den bisher wertvollsten und schwersten der fünf Saison-Siege", wie Libero Rüdiger Schnuphase nach dem Abpfiff noch atemlos gestand. Unverkennbar, daß den Gastgebern der deprimierende Auftritt von Rom noch anhing. "Keine schöne Situation, wenn sich eine Mannschaft gewissermaßen von hinten ins Stadion schleichen muß", fand Bernd Stange, jahrelang Cheftrainer des FC Carl Zeiss, Verständnis für die vor allem psychologisch schwierige Aufgabe.

Es sei klar betont: Den entscheidenden Anteil am spannenden Treffen hatten die Gäste, "die spielerisch mehr boten als wir", wie Hans Meyer bestätigte. Er zeigte sich dennoch nicht unzufrieden. "Einen Sieg der Moral", nannte er dieses 2:1, das bis zur 90. Minute am seidenen Faden hing, das Letzte an Kraft von allen Spielern forderte. Der Verschleiß war unübersehbar, nicht nur beim kleinen Schilling, der fast stehend k.o. schien, auch bei den Routiniers von Weise bis Vogel. Grapenthin natürlich und vor allem Kurbjuweit und Schnuphase standen jedoch bis zum Abpfiff wie eine Eins.

Der Libero stemmte sich nicht nur den Lok-Angriffswellen entgegen, er schlug auch vorn die entscheidenden Breschen. Den Strafstoß verwandelte er platziert, den Siegtreffer nach schönem Kopfball-Ausgleich von Kinne wuchtete er aus 20 Metern mit Vollspann in die äußerste rechte Ecke. "Klar gehörte auch Glück dazu, denn Müller war die Sicht versperrt und Liebers fälschte den Ball noch etwas ab", urteilte er selbst. Es blieb dennoch sein Verdienst, aus einem Minimum an Chancen ein Maximum an Toren gemacht zu haben.

Diesbezüglich hatten die Leipziger Nachholebedarf, so gefällig, geschickt sie auch kombinierten, ihr Spiel gestalteten. Kühn allein besaß zwei sogenannte hundertprozentige Tormöglichkeiten. "Es fehlte uns an der Chancenverwertung, aber auch am bedingungslosen Zupacken, um vom Gegner zu nehmen, was uns nach Spielanteilen zustand", formulierte Cheftrainer Horst Scherbaum sein "Aber" zum Spiel der Messestädter.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Kein leicht zu leitendes Spiel für Stenzel ob der kämpferischen Note, die vorherrschte. Er meisterte die Aufgabe, auch wenn er mit dem Strafstoßpfiff gegen Altmann gestrenge Maßstäbe setzte, die er später nicht immer durchhielt.

(Horst Friedemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 23. September 1980)