1981/1982 05. Spieltag: BSG Energie Cottbus - FC Carl Zeiss Jena 0:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 5. Spieltag
Saison Saison 1981/1982, Hinrunde
Ansetzung BSG Energie Cottbus - FC Carl Zeiss Jena
Ort Stadion der Freundschaft in Cottbus
Zeit Sa. 19.09.1981 15:00 Uhr
Zuschauer 10.000
Schiedsrichter Norbert Haupt (Berlin)
Ergebnis 0:0
Tore
  • Fehlanzeige
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Cottbus
Andreas Wendt
Thomas Teichmann
Robert Reiß, Roland Balck, Michael Braun
Bernd Deutschmann, Ralph Lempke, Udo StimpelGelbe Karte.gif, Karl-Heinz Jahn
Hans-Dieter Paulo (73. Hagen Wellschmidt), Petrik Sander

Trainer: Dieter Schulz

Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Eberhard Vogel
Gert Brauer, Konrad WeiseGelbe Karte.gif, Wolfgang Schilling
Rüdiger Schnuphase, Jürgen Raab (46. Matthias KaiserGelbe Karte.gif), Lothar Kurbjuweit
Andreas Bielau, Thomas Töpfer (80. Ulrich Oevermann), Martin Trocha

Trainer: Hans Meyer


Spielbericht

Der Letzte forderte den Ersten

Fred Düren als Hufeland, "der Mann aus Jena", beherrschte am Sonntagabend den Bildschirm. "Der Mann gegen Jena", 22 Stunden zuvor, war Andreas Wendt, der Energie-Schlußmann, der weit mehr auf die Waage seiner Mannschaft zu packen vermag als seine respekteinflößenden 105 kg. Wie er mit dröhnender Stimme seine Vorderleute stellt bei Schüssen aus Nahdistanz unerschrocken im Wege steht, geschickt den Winkel verkürzt und bei hohen Eingaben sich jede Gasse zum sicheren Fang bricht, das hinterläßt schon Eindruck. Viel Beifall für ihn von den 10000. Viel Beifall aber auch für die gesamte Energie-Elf. "Gegen Jena holten wir einen Punkt, vergaben andere zuvor, die viel leichter zu erobern waren", ließ Sektionsleiter Dr.-Ing. Klaus Dieter Schubert verklungenen Ärger noch im Jubel ob des unverhofften, aber durchaus verdienten 0:0 durchklingen.

Cottbus im Freudentaumel. Keiner der 10000 ging vor dem Abpfiff. Ihre Energie-Elf war sogar einer Sensation nahe, als Deutschmann (86.) im schnellen Umkehrspiel auf und davon zog, Reiß und Stimpel mitliefen, der Überzahlangriff aber letztlich verpuffte, weil der Paß zu ungenau kam. "Es wäre auch zu schön gewesen", räumte Andreas Wendt ein. "Aber auch das 0:0 ist schon etwas, wird uns Auftrieb und Selbstvertrauen geben."

Das fehlte ihnen bisher, das fehlte allerdings auch den Gästen, obgleich sie als Spitzenreiter gekommen waren. "Die gute Position täuscht bei uns niemand über den tatsächlichen Formpegel hinweg", urteilte Helmut Stein, Hans Meyers Trainer-Kollege. Das Spiel belegte es abermals. Der Vorjahres-EC-Finalist ist von jener spielerischen Verfassung noch weit entfernt, konnte das auch in Cottbus nicht verleugnen, zumal der Acht-Tage-Trip nach Tirana (samt dem 0:1) auch nicht gerade zur Auflockerung von Muskeln und Stimmung beitrug. Keine Frage, die Gäste versuchten mit ganzem Einsatz ihr Sieg-Ziel zu erreichen. Aber sie trafen auf eine Energie-Elf voller Elan, in der sich jeder am prominenten Gegenspieler steigerte.

Zwar spielte der Gast mit deutlichen Feld- und Schußvorteilen, doch Energie hatte auch seine Möglichkeiten. Daß einmal Schilling Sander (21.) hinterherlaufen, einmal Kaiser gegen Reiß (55.) gar die Notbremse ziehen mußte, belegen dies genauso wie Sanders Schuß (29.) knapp über die Latte oder Lempkes Durchbruch (35.). Auf Jenaer Seite ließen sich einige brenzlige Situationen mehr aufzählen (Trochas Pfostenschuß/9., Töpfers Lattentreffer 60., Vogels Volleyschuß zuvor). Doch unübersehbar (auch in manchem Zweikampf), mit der Spritzigkeit, aber auch mit gewitzter Spielgestaltung steht Jena derzeit noch nicht wieder auf du und du.

(Horst Friedemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 22. September 1981)