1981/1982 12. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - BSG Chemie Buna Schkopau 1:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 12. Spieltag
Saison Saison 1981/1982, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - BSG Chemie Buna Schkopau
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit So. 06.12.1981 13:00 Uhr
Zuschauer 5.000
Schiedsrichter Bernd Heynemann (Magdeburg)
Ergebnis 1:0
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gerhardt Hoppe, Konrad Weise, Wolfgang Schilling
Lothar Kurbjuweit, Ulrich Oevermann (46. Andreas Krause), Stefan Meixner
Andreas Bielau, Jürgen Raab, Eberhard Vogel (74. Fred Steinborn)

Trainer: Hans Meyer

Schkopau
Jochen Habekuß
Gerd KoßmannGelbe Karte.gif (80. Detlef Schäfer)
Roland Demmer, Günter Koselewski, Thomas Meichsner
Rainer Radsch, Roland Nowotny, Rainer Langer
Frank Kuhnt, Rainer Wallek (85. Helmut Brandtner), Ralph Pretzsch

Trainer: Olaf Keller


Spielbericht

Der Favorit bekam Nerven

Der Neuling hat dazugelernt. Nach dem 1:1 beim FC Rot-Weiß bekamen das nun auch die Jenaer zu spüren. Dabei ging der Favorit keineswegs leichtfertig oder gar überheblich ins Spiel. Im Gegenteil, die Mannschaft begann dynamisch, forcierte unentwegt das Tempo und erspielte sich durch Raab, Bielau, der allein durchlaufend an Habekuß scheiterte (9.), klare Chancen. Aber nicht nur in dieser Szene glänzte der Chemie-Schlußmann, dessen Ruhe, dessen Reaktionsvermögen die gesamte Elf aufmöbelte. "Seine Sicherheit strahlte auf die ganze Truppe aus", meinte Routinier Roland Nowotny. Er und Langer waren im Mittelfeld wichtige Anspielpunkte bei den Schkopauern, die aus einer dicht gestaffelten Abwehr heraus auch den Mut zum schnellen Umkehrspiel besaßen. Der Beweis dafür waren drei klare Möglichkeiten, die geschickt herausgespielt wurden. Nach der ersten Ecke kam nämlich Kuhnt frei zum Schuß, "zum Glück stand ich richtig, konnte den Ball von der Linie holen", freute sich Wolfgang Schilling. Anschließend traf Walleck nach einem schnellen Konter über den rechten Flügel das Leder nicht voll (40.). Eine Minute später kam erneut Kuhnt, "der unserer Abwehr ziemlich zu schaffen machte", so Ex-Nationalspieler Roland Ducke, frei zum Schuß, aber Grapenthin bewahrte seine Elf mit einer Glanzparade vor dem Rückstand.

Überragend auch die umsichtige Libero-Partie des langen Koßmann, der wegen einer Zerrung vorzeitig ausscheiden mußte. Bemerkenswert ferner die Verteidigerleistungen von Meichsner, der sich gegen Bielau recht gut aus der Affäre zog. Dreimal aber zog der Auswahlstürmer doch mit schnellem Antritt auf und davon, spielte seine Schnelligkeitsvorteile aus, scheiterte jedoch jedesmal an Habekuß.

Bielau war beileibe nicht der einzige "Sünder" in den Reihen der Jenaer, die Enormes leisteten, viele turbulente Szenen vor dem Tor der Gäste heraufbeschworen. Aber mangelnde Konzentration beim Abschluß, schwache Schußleistungen aus der zweiten Reihe heraus sorgten dafür, daß das Geschehen bis zum Schluß in der Schwebe blieb.

Zum Glück für die Gastgeber behielt wenigstens Schnuphase die Nerven, die ansonsten mit Fortdauer der Partie merklich zu flattern begannen. Nach Weises entschlossenem Durchlauf, den Habekuß im Herauslaufen nur auf Kosten eines Strafstoßes bremsen konnte, platzierte Schnuphase das Leder vom Punkt aus in die linke Ecke. Daß der FC Carl Zeiss danach den Kontrahenten nicht systemvoll und klar ausspielte, verwunderte, auch wenn man die beherzte Leistung des Neulings in Rechnung stellte.

(Klaus Thiemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 8. Dezember 1981)