2000/2001 16. Spieltag: TSV München 1860 /A. - FC Carl Zeiss Jena 4:0

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Spieldaten
Wettbewerb Regionalliga, 16. Spieltag
Saison Saison 2000/2001, Hinrunde
Ansetzung TSV München 1860/A.FCC
Ort Stadion an der Grünwalder Strasse
in München
Zeit So. 12.11.00 15:00
Zuschauer 500
Schiedsrichter Knut Kircher (Rottenburg)
Ergebnis 4:0
Tore
  • 1:0 Fuchs (22.)
  • 2:0 Ollhof (29.)
  • 3:0 Holzer (74.)
  • 4:0 Fuchs (88.)
Andere Spiele
oder Berichte


Aufstellungen

München
Axel Keller
Thomas Schlüter, Eric Noll, Necat Aygün
Sven Kresin (78. Michael Miedl), Christian Holzer, Thomas Ollhoff, Stefan Bernhardt, Danny FuchsGelbe Karte.gif
Benjamin Lauth, Christian Fröhlich (87. Taylor Twellmann)

Trainer: Hartmut Schade

Jena
Roman Görtz
Krzysztof KowalikGelbe Karte.gif, Timo UsterGelbe Karte.gif, Zoran Saraba
Holger Lischke (46. Gediminas Sugzda), Dirk Hempel, Michael MasonGelbe Karte.gif, Stefan Treitl, Christian Hauser
Aleksandar JovicGelbe Karte.gif, Miroslav Jovic

Trainer: Slavko Petrovic

Spielbericht

Eintrittskarte mit "Bindestrichwahn"


Mein letztes im Stadion miterlebtes Spiel lag urlaubs- und arbeitsbedingt schon einige Wochen zurück. Damals steckte Jena noch mitten in der Krise. Nun hatte ich soviel davon gehört und gelesen, dass wir den Gegner in den letzten Spielen immer im Griff und die letzten zwei Spiele dann endlich auch gewonnen hatten, dass ich sehr zuversichtlich ins Grünwalder Stadion fuhr. „Der Föhn war rechtzeitig aus den Alpen eingetroffen, sodass die äußeren Bedingungen mit strahlendem Sonnenschein, fast 20 °C und etwa 300 begeisterte Jenaer Fans einen perfekten Rahmen zum dritten Sieg in Folge bildeten.“ Dieser Beginn meines Berichtes schwebte mir dann auch etwa vor. Na gut, die 20 Grad wurden nicht ganz erreicht und es waren auch nur knapp 200 Jenaer Fans, aber was sich dann auf dem Platz abspielte, hatte wohl keiner erwartet. Es war etwa so, als hätte jemand das Video vom Spiel bei den Amateuren des zweiten Münchner Clubs von vor neun Wochen eingelegt ...

In den ersten zehn Minuten schoben beide Mannschaften den Ball gelangweilt durch die eigenen Reihen. Kowalik und Görtz schliefen dabei vermutlich ein, da es anders nicht zu erklären ist, dass in der 7. Spielminute keiner von beiden zum Ball ging, der im Strafraum zwischen ihnen lag. Wenigstens schreckte Görtz dann aber auf, als sich ein 60er den Ball schnappte und konnte den Torschuss gerade noch parieren. Danach begann Jena das Spiel in die Hand zu nehmen. Aus der Überlegenheit konnten aber kaum Chancen erzielt werden. Die beste gab es in der 20. Minute als Mason nach einem Dribbling über die rechte Seite in den Strafraum flankte und der Schuss von M. Jovic vom Ex-Jenaer Keller zur Ecke geklärt wurde. Den von Hauser geschossenen Eckball köpfte Uster Richtung Tor. Ein Abwehrspieler der 60er konnte aber auf der Linie zur erneuten Ecke retten. Ähnliche Ausführung, nur dass Keller diesmal den Kopfball sicher hatte. In der 22. Minute konnte Danny Fuchs erst ungestört von links nach rechts vor dem Jenaer Strafraum marschieren und dann auch noch ungehindert schießen. Der Ball landete im Dreiangel und die „kleinen Löwen“ führten plötzlich 1:0. Die Jenaer verloren nach diesem Tor völlig die Kontrolle über das Spiel. Unmengen Abspielfehler, längst überwunden geglaubte Zweikampfschwäche und Abstimmungsprobleme in der Abwehr verschlugen den mitgereisten Fans die Sprache. Konnte Görtz zunächst noch parieren, als zwei 60er per Doppelpass die Jenaer Hintermannschaft ausgespielt hatten und frei vor ihm auftauchten (26.), musste er drei Minuten später erneut hinter sich greifen. Einen sehr zweifelhaften Freistoss zirkelte Ollhoff aus 18 m über die Mauer ins Tor. Aus Fanblocksicht fiel Görtz etwas langsam in die Ecke, die Schuld an dem Treffer möchte ich ihm aber nicht geben (ohne die Fernsehbilder gesehen zu haben). Die Löwen hatten nun das Spiel vollständig unter Kontrolle und Chancen, um schon vor der Pause weitere Treffer zu erzielen. In der 33. Minute schwebte eine Flanke Kresins von der rechten Seite durch den Jenaer Strafraum, ohne dass die Abwehr reagierte. Zum Glück konnten die Löwen-Angreifer dieses Angebot nicht nutzen. Per Kopf hatte auch Eric Noll eine gute Chance, um seine Ex-Kollegen zu ärgern (34.).

In der Halbzeitpause vergewisserte ich mich erst noch einmal, ob dies wirklich die gleiche Aufstellung war, die vor einer Woche den Sieg in Siegen errungen hatte. Sie war es, also gab es Hoffnung auf Besserung. Die ersten Minuten der zweiten Hälfte sah es auch so aus, dass Jena das Spiel noch kippen wollte. Der Schwung hielt aber nur gut zehn Minuten an und endete mit der einzigen echten Jenaer Chance in Hälfte zwei. Hempel erkämpfte im Mittelkreis den Ball, passte auf Hauser, der von rechts flankte und der für Lischke eingewechselte Sugzda kam freistehend zum Kopfball. Keller hätte den gehaltenen Ball nun seinen Mitspielern geben und zum Duschen gehen können. (Das Schüsschen von Mason in der 84. Minute hätten die 60er auch ohne ihn pariert.) Nun spielten nur noch die Löwen und Görtz parierte einen Schuss nachdem anderen (57., 63. per Fußabwehr, 67. zur Ecke gerettet, 68.). In der 71. Minute zappelte der Ball im Jenaer Tor, als die Jenaer Abwehr die Vorlage lieferte und ein 60er dieses Angebot annahm. Allerdings hatte der im Abseits stehende Ayguen unnötigerweise noch den Ball berührt, sodass der Treffer nicht anerkannt wurde. Drei Minuten später verlieren die Jenaer im Mittelfeld erneut den Ball, Holzer taucht frei vor Görtz auf und vollendet zum 3:0. Nun gibt es von Jenaer Seite absolut keine Gegenwehr mehr. Görtz (der als einziger etwa Normalform erreicht) rettet bei weiteren Großchancen der Löwen (83., 87. der gerade eingewechselte Twellman kam frei zum Kopfball). Die 88. Minute war dann noch einmal die Kurzfassung des Spiels: Kowalik trabt als letzter Mann mit dem Ball Richtung Mittellinie und lässt sich in einem halbherzigen Zweikampf von Fuchs den Ball abjagen. Der umspielt dann auch noch Görtz und schiebt zum 4:0 ein.

Die Niederlage an einzelnen Spielern festzumachen geht nicht. Bis auf Görtz kam aus meiner Sicht keiner auch nur annähernd an Normalform ran. Hauser, Hempel und M. Jovic waren noch die, die sich wenigstens mühten gegenzuhalten. Kowalik zeigte, dass er doch noch kein vollwertiger Ersatz für Raickovic sein kann, denn als Abwehrchef muss er sich die riesigen Löcher in der Hintermannschaft natürlich mit ankreiden lassen.

„Bei kühlem Herbstwetter und vor einer tristen Kulisse von knapp 400 Zuschauern im 28000 Zuschauer fassenden Grünwalder Stadion war das Spiel gegen die "kleinen Löwen" ein herber Rückschlag für die Jenaer Mannschaft und die Fans.“ ... wäre wohl der passendere Beginn für einen Spielbericht gewesen ...

--Jens 23:07, 22. Sep 2006 (CEST)

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