1939/1940 Endrunde DM 1. Spieltag: VfL Osnabrück - 1. SV Jena 5:2
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Endrunde Deutsche Meisterschaft, Gruppe 2, 1. Spieltag |
| Saison | Saison 1939/1940 |
| Ansetzung | VfL Osnabrück - 1. SV Jena |
| Ort | An der Bremer Brücke in Osnabrück |
| Zeit | So. 12.05.1940 [1] |
| Zuschauer | Es wurden nur wenige Zuschauer zugelassen. [2] |
| Schiedsrichter | Rosenkranz (Gelsenkirchen) |
| Ergebnis | 5:2 (2:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Osnabrück
- Heinz Flotho
- Hans Kovermann, Frohnert
- Hermann Augustin, Walter Simon, Jasper
- Hermann Höner, Matthias Billen, Willi Reitzer, Adolf Vetter, Friedel Meyer
Trainer : Walter Hollstein
- Jena
- Ehrenfried Patzel
- Hermann Schüßler, Walter Hädicke
- Kurt Beckert, Heinz Werner, Bernhard Schipphorst
- Herbert Gans, Walter Bachmann, Seifert, Ludwig König, Friedrich Groß
Trainer : Tauchert
Spielbericht


Billen führte Osnabrück - zum überraschenden 5:2-Sieg gegen Jena - ohne Zuback, aber mit großem Schneid, war der Niedersachsenmeister die stärkere Elf
Es war ein Spiel ohne den gewohnten Rahmen. Leistungsgemäß erreichte es nicht ganz das für ein Gruppenspiel zu erwartende Niveau, obgleich es recht wechselvoll und interessant verlief. Der Meister des Gaues Mitte war bis auf seinen Halblinken in friedensmäßiger Besetzung nach Osnabrück gekommen, während die Niedersachsen einige Sorgen wegen der Mannschaftsaufstellung hatten. Neben den schon länger fehlenden 5 Spielern der ersten Elf mußte man im ersten Gruppenspiel auf zwei weitere wertvolle Kräfte, den hervorragenden Stopper Zuback und den rechten Läufer Hesse, verzichten. Diese Tatsache eröffnete keine günstigen Perspektiven für die Osnabrücker. Der Papierform und auch der Mannschaftsaufstellung nach mußte, der Sportverein Jena als Favorit gelten. Dennoch siegte der VfL mit seiner jungen Nachwuchsmannschaft überraschend glatt mit 5:2 und bestätigte dadurch einmal mehr, wie schwer gegen ihn auf eigenem Gelände zu gewinnen ist.
1.SV Jena hat in Osnabrück ziemlich enttäuscht
Zumindest hielt er nicht das, was man auf Grund seiner Leistungen in den Meisterschaftsspielen erwarten durfte. Die Elf fand nur selten den rechten Kontakt untereinander, spielte nervös und im Angriff sehr problematisch. Mangelnde Schußkraft und Entschlossenheit brachten ihn um Erfolge, obgleich die Osnabrücker Abwehrreihen nicht letzte Sicherheit verrieten. Es gab manche Unklarheit sowohl in der jungen Verteidigung als auch in der Läuferreihe des VfL. Beide Tore der Jenaer nämlich entsprangen nicht zwingenden Angriffshandlungen. Etwas Pech kam bei den Jenaern hinzu und vor allem auch eine Verletzung ihres linken Läufers (Beckert) in der ersten Spielminuten.
Sehr bald lagen die kampffrohen Niedersachsen mit 2:0 in Führung. Die Osnabrücker spielten unkomplizierter, sie hielten den Ball flacher als die Jenaer und waren im Angriff entschlossener und produktiver. Es gab auch bei ihnen Schwächen und eine nicht gleichmäßige Leistung während des ganzen Spiels, die aber auch bei ihnen in erster Linie durch eine Verletzung des besten Spielers Billen zurückzuführen war. Der Halbrechte war einmal mehr der nimmermüde Motor im VfL- Angriff, der durch 2 prächtige Schüsse seine Mannschaft mit 2:0 in Führung brachte. In der 10. und 25. Minute gaben diese beiden harten Schüsse dem sonst sicheren Torhüter Jenas kaum eine Chance. Bis dahin hatte der VfL schneller und flüssiger gespielt. Die Verletzung Billens erforderte eine Umbesetzung, die sich nachteilig auswirken mußte. Von dieser Zeit an gewann das Spiel der Jenaer an Gefährlichkeit. 5 Minuten nach der Pause konnten aber die Osnabrücker sogar durch Reitzer auf 3:0 erhöhen, ehe die Männer der Mitte durch ein Selbsttor der Osnabrücker das Resultat verbessern konnten. In der 70. Minute verwandelten die Niedersachsen einen wegen regelwidrigen Spiels verhängten Elfmeter zum vierten Tor, und zehn Minuten vor Schluß erhöhten sie überraschend durch einen harten Schuß des Rechtsaußen, wobei Patzl wieder durch einen abgefälschten Ball getäuscht wurde, auf 5:1. Das war eine unerwartet hohe Führung, die lediglich durch einen wegen Handspiel verhängten Elfmeter für Jena noch etwas glimpflicher gestaltet wurde.
Der VfL Osnabrück spielte flüssiger und war im Sturm gefährlicher. Ausschlaggebend aber für den Sieg war die entschlossenere Torausnützung und das bessere Schußvermögen. Die jungen Abwehrreihen hielten sich überraschend gut, wobei Flotho gar nicht einmal auf harte Proben gestellt wurde.
(Bericht von Ferd. Bleumer im "Kicker" vom 14.Mai 1940)
Der Start unseres Meisters, bei den Gruppenspielen um die Deutsche Meisterschaft war wenig verheißungsvoll. Er wurde in Osnabrück vom Niedersachsen-Meister, VfL Osnabrück, unerwartet glatt mit 5:2 (2:0) so geschlagen, wie wir ihn eigentlich als Sieger erwartet haben. Denn was die Jenaer Mannschaft, die in den letzten Wochen vom Bereichs-Fußballehrer Tauchert ständig "durchgearbeitet" worden war, vorher gezeigt hatte, berechtigte zu dieser Hoffnung. Technisch, überhaupt spielerisch, war Jena seinem diesmaligen Bezwinger ebenbürtig. Aber Tore entscheiden! Vielleicht hat sich die Jenaer Elf schon am nächste Sonntag in die ersehnte Form gespielt, wenn es, wie nunmehr feststeht, gegen den Dresdner Sportklub geht (der Kampf findet also nicht in Halle, sondern in Jena statt).
(Bericht von Georg. aus Thüringer Sicht im "Kicker" vom 14.Mai 1940)
- ↑ Die Ausführung des Spieles wurde einige Male verschoben, um dann doch wie anfangs geplant zu Pfingsten stattzufinden. Zuerst war der Pfingstmontag geplant, am Ende wurde es der Sonntag. Damit fiel das schon vereinbarte 2. Gesellschaftsspiel gegen den 1. FC Schweinfurt aus.
- ↑ Aufgrund des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Länder Belgien, Niederlande und Luxemburg zwei Tage zuvor, war die Durchführung des Spiels ursprünglich polizeilich untersagt. Erst nach langwierigen Verhandlungen - die Jenaer Mannschaft war bereits am Vortag angereist - wurde die Durchführung doch genehmigt und schließlich auch einige Zuschauer zugelassen.