1960 20. Spieltag: SC Rotation Leipzig - SC Motor Jena 3:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 20. Spieltag
Saison Saison 1960, Rückrunde
Ansetzung SC Rotation Leipzig - SC Motor Jena
Ort Bruno-Plache-Stadion in Leipzig
Zeit So. 15.10.1960 15:00 Uhr
Zuschauer 3.000
Schiedsrichter Rolf Vogel (Karl-Marx-Stadt)
Ergebnis 3:1 (2:0)
Tore
  • 1:0 Fettke (21., Foulstrafstoß)
  • 2:0 Weigel (37.)
  • 3:0 Engelhardt (53.)
  • 3:1 Müller (68.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Leipzig (schwarz-weiß/weiß)
Wolfgang Pröhl
Manfred Bauer, Horst Scherbaum, Claus Pfeufer, Siegfried Fettke, Michael Faber, Dieter Engelhardt, Reinhard Trölitzsch, Roland Weigel, Wolfgang Behla, Arno Zerbe

Trainer: Hans Studener

Jena (rot)
Harald Fritzsche
Hans-Joachim Otto, Walter Eglmeyer, Horst Kirsch, Hans Graupe, Siegfried Woitzat, Roland Ducke, Helmut Müller, Peter Ducke, Dieter Lange, Günther Imhof (54. Erwin Schymik)

Trainer: Georg Buschner

Spielbericht

Fettke/Faber regierten

Motor Jena wurde überrollt / Kirsch als Verteidiger

Beide Mannschaften versuchten, durch Offensivspiel die Entscheidung herbeizuführen, dem Gegner das handeln aufzuzwingen. Dabei ging es den Messestädtern um wichtige Punkte, dem Abstiegsstrudel zu entrinnen, der sie zu erfassen droht. Da auch der Pokalgewinner noch nicht aller Sorgen ledig ist, zeichnete sich diese Begegnung durch kämpferischen Einsatz aus. Jena verlor sich im Klein-Klein und unnötigem Quergespiele, während die Gastgeber mit langen, weiten Schlägen über 30, 40 Meter das Mittelfeld recht schnell und erfolgreich überbrückten. Flaches Zuspiel, Kombinationen aus der Tiefe heraus über fünf, sechs Stationen, die Angriffsschwerpunkte bald links und rechts auf die Flügel verlegt, schuf schon bald ein Übergewicht, dem die Gäste aus der Saalestadt nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hatten.

War bei SC Rotation ein weiteres Mal Roland Weigel derjenige, der unermüdlich rackerte, der überall dort auftauchte, wohin das Kampfgeschehen verlagert wurde, und waren es Siegfried Fettke und Michael Faber, die sich im Mittelfeld sowohl in der Abwehr, aber noch mehr im Angriff zur Geltung brachten, so fehlte auf der Gegenseite ein Mann, der in diesem Regenspiel die Fäden in der Hand hielt. Unser Verbandstrainer Heinz Krügel - betrachtet er nur diese Begegnung - wird wohl kaum mit den Kandidaten für das nächste Länderspiel gegen Finnland, Müller und Ducke, zufrieden gewesen sein. Auch wir waren es nicht. Zuwenig wurde von beiden geboten.

Beherrscht gingen die Leipziger an ihre Aufgabe. Keinerlei Nervosität war zu spüren. Trainer Studener scheint die Elf wieder gefangen zu haben. Und was gegen die clevere Dynamo-Abwehr - allerding bei etwas Pech - nicht gelang, wurde diesmal zum Volltreffer. Die Jenaer Deckung mit Otto, Eglmeyer und Kirsch ging oftmals unter dem Leipziger Angriffswirbel völlig unter, sah nicht gut aus, wenn sich Engelhardt auf dem rechten Flügel durchsetzte oder Trölitzschs Schläge Gefahr heraufbeschworen. Auch die Läufer der Gäste, von denen allerdings Woitzat schon in der 1. Halbzeit angeschlagen wurde, vermochten nicht, der Angelpunkt der eigenen Elf zu werden.

(Günter John in "Die Neue Fußballwoche" vom 18. Oktober 1960)