1968/1969 26. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - FC Hansa Rostock 3:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 26. Spieltag
Saison Saison 1968/1969, Rückrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - FC Hansa Rostock
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 17.05.1969 15:00 Uhr
Zuschauer 12.000
Schiedsrichter Hans Uhlig (Neukieritzsch)
Ergebnis 3:0 (0:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Wolfgang Blochwitz
Helmut Stein,
Hans Meyer, Michael Strempel, Gerd Brunner
Jürgen Werner, Rainer Schlutter, Harald Irmscher
Roland Ducke, Peter Ducke, Bernd Krauß (75. Peter Rock)
Trainer: Georg Buschner
Rostock
Dieter Schneider
Manfred Rump, Dieter Wruck, Helmut Hergesell, Klaus-Dieter Seehaus
Gerhard Brümmer, Herbert Pankau, Klaus-Peter Stein (67. Jürgen Decker)
Gerd Kostmann, Kurt Habermann, Werner Drews
Trainer: i.V. Wiesner


Spielbericht

Stein spielte die Trümpfe aus

Helmut Stein, einst bewährter Stoß-Stürmer, seit Wochen beim FC Carl Zeiss in den hinteren Reihen aufgeboten, seit Wochen in großartiger Form, war es, der die entscheidenden Trümpfe ausspielte. "Nach der Pause, als wir mit dem Wind im Rücken spielten, sagte ich mir, jetzt gehst du sofort mit nach vorn", freute er sich nach dem Spiel, "aber daß es gleich so gut klappen würde..."

Auch für das erste Tor war dieser ungemein dynamische, konditionsstarke Jenaer der Ausgangspunkt, denn Peter Ducke verwandelte seinen Lattenschuß aus 14 Meter Entfernung kurz nach der Pause mit einem knallharten Direktschuß in die rechte obere Ecke. Die anderen zwei Treffer erzielte Stein jeweils nach blitzschnellem, instinktsicherem Handeln selbst. Und Hansa-Kapitän Herbert Pankau erklärte in der Kabine: "Man wußte überhaupt nicht, was der Helmut spielt. Er tauchte einfach überall auf."

Der zweite wichtige Faktor in der Jenaer Elf, die psychisch und physisch gegenüber den Ostseestädtern, die nach dem ersten Gegentreffer in geradezu erschreckendem Maße vor allem körperlich und konditionell abbauten, klare Vorteile aufwies, war Peter Ducke. Der Jenaer Mittelstürmer scheint sich immer mehr seiner alten Bestform zu nähern, zumeist mußten sich mit ihm zwei, sogar drei gegnerische Abwehrspieler beschäftigen. Er allein strahlte mehr Torgefährlichkeit aus als der ganze Rostocker Angriff zusammen. Hansa-Torjäger Kostmann, sehr enttäuschend, schoß während der gesamten neunzig Minuten nur ein einziges Mal auf das Jenaer Tor; das in der 49. Minute, als Torhüter Blochwitz durch rechtzeitiges Herauslaufen die größte Chance der Gäste vereitelte.

Hansa-Klubsekretär Ernst-Moritz Pahnke kommentierte nach Spielschluß: "Eine Halbzeit lief es spielerisch doch sehr gut, obwohl die Angriffswirksamkeit viel zu gering war. Der schnelle Rückstand nach der Pause schockierte dann aber sehr." So ruhte die meiste Last auf der engeren Abwehr um Dieter Seehaus, so sehr sich auch Pankau - in der ersten Hälfte mit Erfolg - im Mittelfeld bemühte. Hervorzuheben ist aber vor allem der junge Schlußmann Dieter Schneider, der trotz der drei Gegentreffer eine ausgezeichnete Figur machte. Auf sein Konto ging auch in erster Linie die Tatsache, daß den Kopfballspezialisten Stein, Strempel, Brunner usw. nicht ein einziger (!) Kopfball auf das Hansa-Tor gelang.

So richtig in Schwung aber kam das Jenaer Spiel erst nach der Pause, als die Gäste infolge des Rückstandes ihre Deckung lockern mußten. "Die Bälle aus dem Mittelfeld kamen vorn bei den Spitzen in der ersten Hälfte nicht an", kommentierte Jenas Cheftrainer Georg Buschner nach Spielschluß. "Vorn war zumeist einfach zu wenig in Bewegung, es mangelt uns eben immer noch an einer zweiten echten Angriffsspitze." Nach der Pause hatten vor allem Schlutter und Irmscher die nötige Bewegungsfreiheit und den Raum zur Verfügung um ihre präzisen Paßbälle zu schlagen, zumal auch Brunner dem Jenaer Angriffsspiel zusätzliche Gefährlichkeit verlieh.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Insgesamt hatte Schiedsrichter Uhlig in dem von beiden Mannschaften fair geführten Spiel ein leichtes Amtieren. Er bewältigte ein großes Laufpensum, die Zusammenarbeit mit seinen Linienrichtern klappte nicht immer.

(Klaus Thiemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 20. Mai 1969)