1976/1977 07. Spieltag: 1. FC Union Berlin - FC Carl Zeiss Jena 2:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 7. Spieltag
Saison Saison 1976/1977, Hinrunde
Ansetzung 1. FC Union Berlin - FC Carl Zeiss Jena
Ort Stadion "Alte Försterei" in Berlin
Zeit Sa. 09.10.1976 14:30 Uhr
Zuschauer 17.000
Schiedsrichter Hans Kulicke (Oderberg)
Ergebnis 2:1
Tore
  • 1:0 Netz (34.)
  • 1:1 Töpfer (47.)
  • 2:1 Bohla (86.)
Andere Spiele
oder Berichte
Programmheft
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Berlin
Wolfgang Matthies
Fritz Bohla
Lutz Möckel, Rolf Weber, Bernd Vogel
Rainer Rohde, Ulrich Werder, Bernd Jessa (68. Klaus-Dieter Helbig)
Karsten Heine, Ulrich Netz, Joachim Sigusch

Trainer: Heinz Werner

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Ulrich OevermannGelbe Karte.gif
Gert Brauer, Konrad Weise, Matthias Grüner
Rüdiger Schnuphase, Rainer Schlutter, Uwe Neuber
Klaus Schröder, Peter Ducke (46. Eberhard Vogel), Thomas Töpfer (82. Andreas Wachter)

Trainer: Hans Meyer

Spielbericht

Der zweite Versuch von Libero Bohla

Jenas Klubvorsitzender Hilmar Ahnert stand nicht gerade ein Strahlen im Gesicht, aber aus allen Wolken war auch er nicht gestürzt: "Wir haben die zuletzt guten Spiele und guten Resultate nicht überschätzt. Wir sind noch mitten in der Arbeit." Dabei, der Abfall gegenüber dem 5:3 mit Magdeburg war ernüchternd. Doch da Union-Trainer Heinz Werner trotz des Sieges ("Auf den wir nicht zu hoffen gewagt und über den wir sehr glücklich sind") auch von einer "spielerisch schwächeren Leistung als etwa in Dresden, in Frankfurt sowie gegen den FC Karl-Marx-Stadt" sprach, lohnt es sich, hierzu ein paar Worte zu verwenden. Beide Trainer bekräftigten nur die Erfahrung, daß junge Leute (und bei Union wie bei Jena dominieren sie) verständlicherweise noch zu unökonomisch, mit zuviel Kraftaufwand spielen und folgerichtig im dritten Spiel binnen acht Tagen nichts mehr zuzusetzen haben. Das wurde in dieser Partie allzu deutlich. Nicht einmal so sehr an Elan, Laufbereitschaft und Einsatzfreude fehlte es, an Kämpferischem wurde gar manches zu viel geboten. Es mangelte an spielerischer Linie, an abgewogenen, durchdachten und spielsicheren Aktionen. Insbesondere bei Jena fiel das auf, weil dort mit Weise, Schlutter, Schnuphase, Ducke, Vogel immerhin erfahrene Könner mehr als nur Ansätze zu guten Kombinationen (Weise, Schlutter) hätten bieten müssen. Aber an zwingenden Torszenen erspielten sich die Gäste, die Union zumeist kommen ließen, nicht einmal eine Handvoll. Höchstgefahr gab es für Matthies nur zweimal durch den vielversprechenden Töpfer. Scheiterte der 18jährige beim ersten Versuch (29.) noch an Matthies, so überlistete er ihn, Sigusch und Bohla in der 47. beim Solo zum Ausgleichstreffer.

Die Berliner, voran Sigusch, Netz und der offensivfreudige Möckel, erzeugten mehr Druck und schufen auch mehr Torgefahr aus dieser Feldüberlegenheit. "Verärgert durch den Ausgleich, wollte ich es besonders wissen", sagte am Ende glückstrahlend Libero Fritz Bohla [von der FUWO zum Spieler des Tages gewählt). "Nach Doppelpaß mit Helbig versiebte ich meine erste Großchance, die zweite nicht mehr." Möckels Eingabe vollstreckte er per Kopf, den Trubel der Schlußoffensive in Jubel auflösend.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Der lauffreudige, umsichtig leitende Kulicke wurde nur einmal unruhig, als er in der 90. im Union-Strafraum etwas übereilt pfiff. Ein "Diplomaten-Freistoß" rettete die Szene. Kein Jenaer protestierte.

(Horst Friedemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 12. Oktober 1976)


Nachwuchs : 1:2 Tore: Dörfel / Göhr , Molata

Jena : Zimmer , A. Weise , Schakau , Birnkammerer , Schilling , Menge , Trocha , Schmied (77.Kulb) , Molata , Göhr , V. Weise / Tr.: Thomale