1983/1984 14. Spieltag: 1. FC Magdeburg - FC Carl Zeiss Jena 3:3

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 14. Spieltag
Saison Saison 1983/1984, Rückrunde
Ansetzung 1. FC Magdeburg - FC Carl Zeiss Jena
Ort Ernst-Grube-Stadion in Magdeburg
Zeit Sa. 18.02.1984 13:00 Uhr
Zuschauer 9.000
Schiedsrichter Peter Müller (Dresden)
Ergebnis 3:3
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Magdeburg
Dirk Heyne
Dirk StahmannGelbe Karte.gif
Detlef Schößler, Siegmund Mewes, Gerald Cramer
Axel Wittke, Rolf Döbbelin, Rakus
Frank Windelband (59. Martin Hoffmann), Joachim Streich, Damian Halata

Trainer: Claus Kreul

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gert Brauer, Heiko PeschkeGelbe Karte.gif, Wolfgang Schilling
Stefan Meixner, Andreas Krause, Jürgen Raab
Andreas Bielau, Jörg Burow, Martin Trocha

Trainer: Dietmar Pfeifer


Spielbericht

Schlußpunkte durch Libero-Tore

Jena in Angstzuständen, auch den zweiten Saisonvergleich mit Magdeburg zu verlieren? Weit und breit keine Spur davon und auch kein belastender Gedanke an das Auftakt-2:3 im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld. Andreas Krause, wie eh und je unbeirrt im dynamischen Vorwärtsgang, sprach nach dem hochverdienten 3:3 von einer "inneren Lockerheit, die mehr und mehr endlich auch die spielerischen Potenzen freilegt". Vorsitzender Klaus Petersdorf dazu: "Unsere feste Absicht, Leistungsschwankungen klar zu begrenzen, trägt allmählich Früchte." Das 3:3 ordnet sich mit allem Respekt unsererseits da optimistisch ein!

Kollektive Ausstrahlung mit herausragenden individuellen Aktionen wie eben im Hinspiel auf einen tragfähigen Nenner zu bringen, gelang dem 1. FCM diesmal nicht. Das beflügelte Jena schon in der Startphase ganz offensichtlich zu selbstbewußter, variabler Gangart. Daß sich dabei vor allem im Mittelfeld mehr und mehr die Geister schieden, sah wohl jedermann. Raabs Spielintelligenz, verbunden mit unermüdlicher Laufbereitschaft und energischer Zweikampfführung, war von Wittke (einige sehenswerte Pässe in die Räume) noch einigermaßen zu kompensieren, doch in ihrer Ausgewogenheit war die Zeiss-Achse deutlich stärker, beweglicher. Mit Steinbach saß der zweifache Torschütze von Jena, letztmals nach seinem Leipziger Feldverweis gesperrt, tatenlos unter den Zuschauenden. Das spürte man in Magdeburgs Rhythmus auf Schritt und Tritt...

Fast folgerichtig mußte der 1. FCM deshalb auch nach Wiederbeginn die Initiative aus der Hand geben und den lockeren, flüssigen Kombinationsstil des sich immer wieder energisch über beide Flügelstürmer lösenden Gegners mehr und mehr akzeptieren. Beunruhigt, weil nahezu unablässig in Zweikämpfe verwickelt, blieb Schößler und Cramer kaum Gelegenheit, das Spiel aus der eigenen Deckung heraus entlastend nach vorn zu tragen. Es war schwerwiegend für den Leistungabfall der Elbestädter, den auch zwei viel zu inaktive Flügelstürmer letztlich nicht aufzuhalten vermochten. Und schon gar nicht können es sich die Magdeburger erlauben, das Spiel wie über 30 Minuten der 2. Hälfte an Streich förmlich vorbeilaufen zu lassen. Er war im Zentrum einer keinesfalls jederzeit sattelfesten Zeiss-Abwehr der einzige überhaupt, der sich resolut vom Mann (Peschke) befreite und zu schießen versuchte. Beweis: Sieben der insgesamt elf Torschüsse kamen aus seiner Position!

Zwei Liberos setzten die Schlußakzente: Stahmann unbedrängt (!) am Jenaer Torraum, Schnuphase mit einem von Heyne schlecht distanzierten Hinterhaltschuß. Der Glücklichere von beiden war beim Abgang jedoch unzweideutig der wiedergenesene Zeiss-Abwehrstratege...

(Dieter Buchspieß in "Die Neue Fussballwoche" vom 21. Februar 1984)