1983/1984 15. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - 1. FC Union Berlin 4:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 15. Spieltag
Saison Saison 1983/1984, Rückrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - 1. FC Union Berlin
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 25.02.1984 14:00 Uhr
Zuschauer 4.000
Schiedsrichter Klaus Scheurell (Wusterhausen)
Ergebnis 4:1
Tore
  • 1:0 Schnuphase (31.)
  • 2:0 Burow (36.)
  • 2:1 Hendel (37.)
  • 3:1 Schnuphase (54.)
  • 4:1 Schnuphase (59., Foulstrafstoß)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gert Brauer, Konrad Weise, Wolfgang Schilling
Stefan Meixner (73. Thomas Töpfer), Andreas Krause, Jürgen Raab
Andreas Bielau, Jörg Burow, Martin Trocha

Trainer: Dietmar Pfeifer

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Berlin
Björn Dahms
Ingo Weniger
Waldemar Ksienzyk, Dirk Koenen, Peter WirthGelbe Karte.gif
Ingo Kimmritz, Peter Riedtke, Lutz Hendel
Lutz Hovest (74. Lutz Möckel), Olaf Seier, Olaf Reinhold

Trainer: Karl-Heinz Burwieck


Spielbericht

Zwei Routiniers und neuer Mut

Trotz dichten Flockenwirbels, in Jena schien die Sonne; in den Herzen der Spieler und Anhänger. "Ein klarer Sieg, der am Ende noch höher hätte ausfallen können, beweist, es geht wieder voran", freute sich auch Peter Rock, Betreuer und einstiger Auswahlspieler. Keine Frage, diese Jenaer Elf verrät wieder Mut und schon mehr Selbstvertrauen. Und an Qualität war da gegen eine gewiß nicht harmlose Union-Elf einiges von guter Klasse zu sehen. Auch wenn Peschke (3. Gelbe) und Zimmermann (Bänderdehnung) fehlten, daß Töpfer auf der Bank saß, Hoppe und Köberlein dazu, deutet an, der Bewerberkreis für die "Erste" ist erfreulich erweitert. Nicht zufällig sagte dann auch Dietmar Pfeifer in der Pressekonferenz: "Ich freue mich besonders, daß es nun auch bei Martin Trocha deutliche Verbesserungen gibt."

Ja, Jenas Sturm macht (wieder) etwas her, auch wenn gegen Union nur Freistoßspezialist Burow das rechte Zielwasser hatte. Bielau und Trocha (einen tollen Schuß meisterte Dahms in der 12. Minute großartig), aber auch Meixner und Raab vergaben noch in aussichtsreichen Situationen, sorgten aber für ständige Bewegung und Unruhe, die letztlich dank zweier Routiniers in ein 4:1 mündete.

Voran muß der ewig zuverlässige Grapenthin genannt werden. Ihm verdankte die Zeiss-Elf die Tatsache, daß sie keinem Rückstand hinterherlaufen mußte. Denn bis zur Pause "spielte Union keß, gewitzt, selbstbewußt und gefährlich", wie es Jürgen Werner, Trainer des Zeiss-Nachwuchses, sah. Und die 4000 trauten ihren Augen kaum, als da Hovest und Reinhold, Hendel und Kimmritz, Seier und Ksienzyk für eine ganze Handvoll torreifer Szenen sorgten. Doch, und hier gilt es den zweiten Routinier ins Spiel zu bringen, Union hatte keinen energisch-wuchtigen, aber auch raffinierten Vollstrecker wie Jena mit Schnuphase. Und er - "wenn auch mit bißchen Glück", wie er sagte - fügte seinen bisherigen drei Saisontoren gleich drei weitere hinzu.

"In der Cleverness, in der Kaltblütigkeit und in der Zielstrebigkeit gab er uns allen ein Beispiel", urteilte auch selbstkritisch Olaf Seier, der mit großem Pensum Mittelstürmer und "Beschatter" des Auswahl-Liberos zu spielen hatte. Schnuphase beseitigte wohl die letzten Bedenken, er könne nach seiner schweren Verletzung von seinem unbändigen, risikobereiten Schwung einiges eingebüßt haben. Dahms, zu den Besten Unions zählend, kann ein Lied davon singen, auch von der Übersicht des torjagenden letzen Mannes. Wie er aus spitzem Winkel, von Seier noch abgeschirmt, den Ball mit zentimetergenauem Heber ins äußerste Eck zirkelte, das verriet Klasse.

(Horst Friedemann in "Die Neue Fussballwoche" vom 28. februar 1984)