2025/2026 18. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - SV Babelsberg 03 1:1
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Regionalliga, 18. Spieltag |
| Saison | Saison 2025/2026, Rückrunde |
| Ansetzung | FCC - SV Babelsberg 03 |
| Ort | Ernst-Abbe-Sportfeld |
| Zeit | So. 07.12.2025 14:00 Uhr |
| Zuschauer | 6.278 |
| Schiedsrichter | Lars Albert |
| Ergebnis | 1:1 (1:0) |
| Tore |
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| Andere Spiele oder Berichte |
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| Programmheft |
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Aufstellungen
- Jena
- Marius Liesegang
- Malik Talabidi
(46. Paul Krämer), Maxim Hessel (26. Kevin Lankford), Sören Reddemann, Nils Butzen - Moritz Fritz
, Justin Schau
(85. Emeka Oduah) - Timon Burmeister, Maurice Hehne, Marcel Hoppe (78. Kay Seidemann)
- Manassé Eshele (46. Patrick Weihrauch)
- Trainer: Volkan Uluc
- Babelsberg
- Yannic Stein

- Jeremy Postelt, Philipp Zeiger, Darijan Silic (46. Nils Schätzle), Luca Dahlke (62. Linus Queißer)
- Maurice Covic
(89. Kenny Weyh), Niklas Kastenhofer, George Didoss, Leon Bürger - Tino Schmidt
(62. Jannis Lang), Luis Müller (90. Alexander Leon Georgiadi)
- Trainer: Ronny Ermel
Spielbericht
FCC gibt Heimsieg noch aus der Hand
Zum Jahresabschluss in der ad hoc arena im Ernst-Abbe-Sportfeld trennt sich ein überlegener FCC nur 1:1 vom SV Babelsberg. Manassé Eshele hatte mit dem Pausenpfiff die Führung erzielt, musste aber ebenso wie Maxim Hessel schwer verletzt vom Platz.
Eine Woche nach dem mehr als nur enttäuschenden Derbyauftritt bildeten 6.300 Zuschauer zum Heimspielabschluss 2025 die geringste Kulisse seit Monaten. Volkan Uluc seinerseits reagierte nicht mit Fernbleiben, sondern taktisch Überraschendem, und ließ vor der Dreierkette Reddemann-Hehne-Hessel eine Doppelsechs aus Talabidi/Fritz absichern, Hoppe und Butzen auf dem Flügel flitzen und Justin Schau auf der 10 hinter den beiden Spitzen Eshele/Burmeister dirigieren. Deutlich erkennbar war der Ansatz, Babelsbergs hoch stehende Abwehrreihe mit schnellen und direkten Bällen in die Tiefe zu überrumpeln. Und schon nach 80 Sekunden hätte dies beinahe zum Erfolg geführt, doch der freigespielte Burmeister traf nur das Außennetz. Es entwickelte sich kein gutklassiges, sondern eher ein von hart geführten Zweikämpfen, Nickligkeiten und Spielunterbrechungen geprägtes Spiel, in dem nach einer Viertelstunde der FCC insbesondere in Form von Eshele mehrfach die Führung auf dem Fuß hatte. Babelsberg seinerseits sorgte durch Konter für Gefahr. Müller war an Liesegang gescheitert (21.), zwei Minuten später klärte Jena im Verbund, doch diesen Angriff hätte Schiedsrichter Lars Albert längst unterbunden haben müssen, resultierte der Ballgewinn der Filmstädter doch aus einem rüden Foulspiel, infolgedessen Maxim Hessel verletzt ausgewechselt werden musste. Jenas "Büffel" war vor der Partie von Nulldrei-Coach Ronny Ermel als gefährlichster Jenaer bezeichnet worden, hatte er doch in jeder der letzten drei Begegnungen gegeneinander genetzt. Nach dem ungeahndeten Tritt mit offener Sohle gegen Hessels Knie hoffen wir auf keine schwerwiegende Verletzung.
Mit Hessels Ausfall rückte Talabidi in die Dreierkette und Lankford in das weiterhin zähe Spiel im Stop-Start-Modus. Babelsbergs Didoss verzog nach Konter aus spitzem Winkel flach (33.), Jena suchte vergeblich den Dominanzbutton, um in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit doch noch die Führung zu erzielen. Hoppe hatte auf der linken Seite viel Platz, seine perfekte Flanke tippte von Eshelhes Kopf über 03-Keeper Stein zur insgesamt nicht zwingenden, aber doch verdienten Führung ins Netz. Mehr noch als Ekstase war bei Manasse Eshele Erleichterung zu spüren über das Beenden seiner seit Ende September anhaltenden Torflaute. Ein Gefühl, das sich nur eine Minute später in tiefen Schmerz wandelte. Nach einem Zweikampf mit SVB-Kapitän Zeiger war Eshele unglücklich auf dem Boden gelandet, musste sich die Schulter haltend noch vor Abpfiff der ersten Halbzeit verletzt vom Platz.
Uluc nahm sich eine Viertelstunde Zeit, um über personelle Veränderungen zu entscheiden, brachte mit Wiederanpfiff Krämer und Weihrauch und stellte seine Dreierkette erneut um. Der FCC kam mit Dampf aus der Kabine, agierte nun deutlich druckvoller und versuchte mit hohem Pressing, Babelsberg zu Fehlern zu zwingen. Allein die Kaltschnäuzigkeit fehlte. Burmeister setzte zum Entsetzen der Nordtribüne Sekunden nach Anpfiff völlig freistehend eine Fackel übers Tor, Weihrauch traute sich nach Ballgewinn in Babelsbergs Spielaufbau nicht, aus der Distanz aufs leere Tor zu zielen (53.) und Reddemann verzog knapp (55.). Statt über Standards die zweite Adventskerze anzuzünden, ging dann ausgerechnet ein solcher nach hinten los. Mitten in Jenas vierten Eckball der Partie konterte Babelsberg brillant und stark abseitsverdächtig, Didoss schob zum Ausgleich aus dem Nichts ein. Es war Babelsbergs erster Torschuss der zweiten Hälfte und es sollte der einzige bleiben. Uluc wechselte offensiv und stellte seine Kette zum vierten Mal während der 90 Minuten um, doch es fehlte seinen Mannen die zündende Idee und etwas wohl auch die zweite Luft für einen Lucky Punch wie zwei Wochen zuvor gegen den HFC. Burmeisters Versuch übers Tor (85.), mehr sprang nicht mehr heraus gegen die nun clever verteidigende drittbeste Auswärtsmannschaft der Liga, die einen sehr glücklichen Zähler aus dem Paradies mitnehmen durfte, während beim FCC nicht nur ob der verlorenen zwei Zähler die Köpfe hingen. Gute Besserung Manna und Maxim!
Trainerstimmen
Ronny Ermel: "Wir nehmen den Punkt sehr gerne mit nach einem intensiven aber chancenarmen Spiel. Wir haben ein paar Minuten gebraucht, um reinzukommen. Wir mussten uns nach dem Tor etwas schütteln, aber ich war nicht unzufrieden mit der ersten Halbzeit. Wir sind dann nicht unverdient zum Ausgleich gekommen, auch wenn Jena einen Riesen hatte. Wir bauen unsere Auswärtsserie weiter aus."
Volkan Uluc: "Wir hatten keine einfache Woche und wollten erst einmal gut stehen und aus der Kompaktheit nach vorn spielen. Der Plan wurde dann durch die Verletzungen etwas über den Haufen geworfen, zudem musste ich den gelb-rot-gefährdeten Talabidi als Vorsichtsmaßnahme rausnehmen. Timons Chance allein 10 Meter vor dem Tor war dann der Knackpunkt der Partie. Was nach der offensiven Standardsituation dann passiert, darf nicht passieren. Wir haben dem Gegner nicht viel gegeben, aber Babelsberg spielt auswärts sehr effektiv. Das eine Mal hat gereicht. Ob es abseits war, weiß ich nicht. Aber es tut mir für die Mannschaft leid. Der Dreier war möglich, es tut uns weh, aber wir müssen den Punkt mitnehmen und konzentrieren uns auf die letzte schwierige Auswärtsfahrt nach Berlin."
Volkan Uluc zu den Verletzten: "Bei Manassé sieht es nach einer Schultereckgelenksprengung aus. Das tut uns sehr weh, da wir auf der 9 nicht viele Optionen haben. Bei Hessel scheint es eine Verletzung am Innen- oder Außenband am Knie zu sein. Wir müssen aber klarere Diagnosen abwarten."