4:1 für Jena

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4:1 für Jena

4:1 für Jena - Ich bin dabei!

Informationsstand am 18. Oktober 2001 in der Goethe-Galerie zur Aktion „4:1 für Jena“
Die Gertruden-Apotheke in Saalfeld gab außerhalb von Jena den Startschuss für die Aktion „4:1 für Jena“
Die „Alten Herren“ des FCC spendeten 444 DM für die Aktion „4:1 für Jena“

Im Herbst 2001 hatte sich die wirtschaftliche Lage des FC Carl Zeiss Jena extrem zugespitzt und eine mögliche Insolvenz war nicht mehr ausgeschlossen. Die ersten Weichen in Richtung Rettung wurden auf der ordentlichen Mitgliederversammlung im Oktober gestellt, u. a. durch die Zustimmung zur Gründung des Supporters Club und natürlich der Wahl von Michael Meier zum neuen Präsidenten des FCC. Dies war auch ein Signal für den damaligen Hauptsponsor, die Stadtwerke Jena-Pößneck, dass sich der Verein in die richtige Richtung bewegt. Um den finanziell angeschlagenen Club zu helfen, riefen die Stadtwerke Jena-Pößneck die Aktion „4:1 für Jena“ ins Leben. Auf jeweils 4 gespendete Mark für den FC Carl Zeiss Jena legten die Stadtwerke 1 Mark oben drauf. Unzählige Firmen, Institutionen, Fans und Einzelpersonen haben sich daran beteiligt. Es war die erste große Aktion, bei der sich der gerade gegründete Supporters Club stark engagierte.

Mit Informationsständen in ganz Thüringen wurde geworben und die vielen Helfer ließen die Aktion zu einem vollen Erfolg werden. Besonders hervorzuheben sind dabei Till Noack, der Geschäftsführer der Stadtwerke Jena-Pößneck, und seine Kolleginnen Frau Dr. Schmidt und Frau Hesse.

Mama, ′s Geld wird knapp!

Aufstehen um 6.00 Uhr und schon ist eine Entscheidung gefragt: wende ich noch so viel Zeit auf, mich herzurichten, bis ich wie ein Mensch aussehe oder versuche ich, entgegen aller Gewohnheiten, pünktlich zu sein? Da es immerhin Traudel war, der auf mich wartete, entschied ich mich für Variante zwei. So war ich dann wirklich pünktlich, wurde von einem köstlichem Capuccino geweckt und sollte mit Traudel schon wenig später in der Löbderstraße (oder Gasse) stehen.

„4:1 für Jena“ - Ehrensache, dass wir dafür Urlaub nehmen.

In der ersten Stunde konnten wir erleben, was den Jenensern ihr geliebter FCC wert ist: eine reife Frau rief nach Musterung unseres Standes „Ach du Scheiße“, eine andere zog ihren Sohn so schnell weg, dass wir noch nicht einmal guten Weg wünschen konnten, aber gegen elf ein Hoffnungsschimmer: ein Interessent schien an unserem Stand festzuwachsen. Traudel sprang (jetzt noch schwungvoll und dynamisch) herbei und stellte die Aktion „4:1 für Jena“ vor, zeigte ein Bild von Peter Ducke, schickte gedanklich ein Stoßgebet zum Himmel und fragte vorsichtig, welches Verhältnis der gute Mann wohl zum FCC habe. Nun ja, der ältere Herr war taubstumm und interessiert sich nicht für Fußball … alles in allem ein durchaus hoffnungsvoller Beginn!

Aufgrund der Ignoranz, mit der wir vom vorbei strömenden Publikum gestraft wurden, überlegten wir kurz, ob wir uns unter unserem Stand verstecken wollen – aufgrund der mangelnden Standsicherheit, musste ich als Statiker das Ansinnen ablehnen. So standen wir weiter an der Eselsbank.

So langsam lichtete sich der Nebel, gegen zwölf schien tatsächlich die Sonne, danke dem Sonnenkönig!

Erfolg kann nicht nur personifiziert werden, man kann ihn auch hören, nämlich in Form klimpernder Münzen in unserer Sammelkasse. Ein neues Problem machte sich breit: „4:1 für Jena“ animierte einige Passanten zum Spenden von vier DM, doch einmal in Euphorie versetzt schworen wir uns, auch dieses Problem noch zu lösen, haben wir auch sehr schnell, eine Rentnerin spendete zwei DM!

Ich wurde mutiger, sprach wieder einen interessiert beobachtenden Passanten an, der mir freundlich, aber bestimmt folgenden Hinweis gab: „versuch′ es mal mit arbeiten.“ Das erste mal musste ich mich setzen, und ließ, wie H. Hrubesch zu sagen pflegt, das Geschehene Paroli laufen, doch es kam noch schlimmer: eine Frau, die die besten Jahre wohl auch schon hinter sich hatte, giftete Traudel an, dass sie auch protestiert, und zwar gegen die schlechte Beleuchtung des Westbahnhofes! Nachts, ab 22.45 Uhr sei es dort sehr dunkel … während ich überlegte, mir die Spendenkasse schnell über den Schädel zu hauen, konnte Traudel die gute Dame zum Verschwinden animieren – Flutlicht dem Westbahnhof !

Ich versuchte es noch einmal, stand auf und bemühte mich um ein optimistisches Gesichtsspiel. Eine Rentnerin mit Gehhilfe kam zu unserem Stand, doch schien die Hilfe wohl nicht so sehr durch körperliches Gebrechen, sondern vielmehr durch übermäßigen Genuss irgendwelchen Fusels notwendig zu sein. Als ich es roch, bereute ich meinen Eifer, doch es war zu spät! Sie möchte nicht wählen und die Bäckerin hat ihr eine Tüte gegeben – auch wenn ich die kausalen Zusammenhänge nicht begriffen habe, musste ich mich nach diesem Erlebnis wieder setzen.

Da saßen wir nun, Traudel, der Mitarbeiter des Mercedes-Autohauses und ich, sagt man dazu Bettel-Sandwich? Dem Autoverkäufer wurde es zu bunt, er verschwand mal kurz und wurde vom Schicksal bestraft: da kommt einmal ein Interessent für das Mercedes Sport-Coupe und der Verkäufer fehlt – schade! Der Interessent, ein siebenjähriger Knirps, der sich nach dem Preis „der Kiste da“ erkundigte, gelobte dem FCC noch lebenslange Treue und ging von dannen … endlich wieder ein Erfolg!

Die Mittagssonne meinte es gut mit uns, denn aller Anlaufschwierigkeiten zum Trotz, beschien sie einen kleinen Ansturm auf unseren Stand. Die Autogrammkarte von Peter Ducke wurde voller Ehrfurcht in den Händen gehalten, „ich war dabei“ sagte der eine oder andere Passant mit stolz. Ein Georgier sprach uns auf das EC-Finale an, war seinerseits gerührt, als ich den Namen Schengelja ins Feld führte; ein Westfale spendete spontan 20 DM, als er erfahren hat, dass Bernd Schneider und Jörg Böhme in Jena ausgebildet wurden – die Jugendarbeit muss weiter gehen, das ist einhelliger Tenor in er Stadt!

Ein Rentner spendete 20 DM und bedauerte, dass er aufgrund seiner Blasenschwäche nicht mehr ins Stadion kommen kann. FCC, du wirst geliebt!

Am Ende saßen wir nur noch, gezeichnet von einem anstrengendem Tag, aber nicht enttäuscht. Der FCC wird nicht untergehen, so lange er Fans hat, die immer für ihn da sind, wenn sie gebraucht werden, so lange der Verein die Bindung zur Stadt pflegt. Es hat Spaß gemacht! Ein Wunder war nötig, um den AS Rom auszuschalten, es geschah. Zur finanziellen Gesundung des Vereines muss ebenso ein Wunder her, warum nicht ein „4:1 für Jena“ ?

--Tobias Gerlach


Das Endspiel

Im Sportkomplex „Werner Seelenbinder“ Jena-Lobeda-West fand die Aktion „4:1 für Jena“ am Donnerstagabend (13. Dezember 2001) ihren würdigen Abschluss.

Journalisten – Altrepräsentative 5:10

Der Abend begann mit einem Spiel der Journalisten gegen Altrepräsentative. In den Reihen der Traditionsmannschaft spielten u.a. Wolfgang Blochwitz (natürlich im Tor), Dieter Scheitler, Uwe Szangolies, Ulrich Göhr … in den Reihen der Journalisten kämpften u.a. Kim Wentzel (im Tor), Timo Zippel, Heiko Faber und natürlich Fotogott Peter Poser und Uli Klemm. Obwohl krasse Aussenseiter, kämpften die Journalisten heldenhaft und gingen sogar einmal in Führung (durch Timo Zippel, der von den Titanen als bester Feldspieler dieser Altherrenmannschaft ausgemacht wurde). Am Ende reichte die Kraft aber nicht und die ehemaligen Profis spielten die Medienvertreter zum Schluss mühelos durch ihre bessere Technik aus (gelernt ist schließlich gelernt). Dass die Niederlage nicht noch deutlicher wurde, war dem Einsatz und den Fähigkeiten von Kim Wentzel zu verdanken. Respekt!

In der Halbzeit gab es ein 9-m-Schießen durch die Präsidenten Franz Braschel vom HBV 90 Jena e.V und Michael Meier vom FC Carl Zeiss Jena. Geschossen wurde je dreimal mit der Hand und mit dem Fuß. Endstand war 2:2. Jeder Präsident hatte einmal mit der Hand und einmal mit dem Fuß getroffen. Alles sehr gerecht und nicht getürkt ;-)

HBV 90 Jena – FC Carl Zeiss Jena: 14 : 15 (1:7)

Hauptatraktion war die Herausforderung der FCC-Fußballer durch die HBV-Handballer. Bei dieser Begegnung spielten die Oberliga-Fußballer des FC Carl Zeiss und die Handballer vom HBV 90 eine Halbzeit lang Fußball und eine Halbzeit lang Handball gegeneinander.

1. Halbzeit: Fußball. Schiedrichter Bernd Stumpf.
Das erste Tor schoss Christian Hauser für den FC (darauf hatte Herr Scherf - Steuerberater und HBV-Mitglied 50 DM für den Sammeltopf gesetzt). Weiterhin gab es für jedes Tor 5 Mark von der Gaststätte „Turnschuh“ und für jedes FCC-Tor 10 DM vom Allianz-Versicherungsbüro Sven Nilson. Das erste HBV-Tor wurde präsentiert von der Baufirma des Herrn Franz Henninger (für 50 DM) … und so sollte es noch weiter gehen. Der 12jährige Fan J. Weißenborn setzte einmal 20 DM und einmal 10 DM für je ein Tor, das vereinigte Team der Titanen und Lokalmatadore präsentierte das … ähm … 1. Handballtor des FCC ebenfalls für 50 DM … und … eine Fangruppe um „Tasche“ sammelte fix noch Geld für die Präsentation eines Tores … Herr Buder von R+V … eine Werbeagentur … Anwalt Peter Voß und andere spendeten fleißig für Tore. Nebenher wurde immer weiter gespielt … die erste Halbzeit endete 1:7, wobei das Kampfgericht noch überredet werden musste, das 7. Tor gelten zu lassen. Es fiel wohl ein Sekundenbruchteil nach dem Abpfiff. Die Frage war: Würde dieser Vorsprung reichen?

In der Pause durfte Frau Hesse von den Stadtwerken zum Dank für ihre geleistete Arbeit auch mal auf das Tor schießen … unter den Gästen wurden Preise verlost. Dabei gewann Titane Andrej eine Dauerkarte für den HBV … die FCC-Dauerkarte wird wohl ein Handballfan gewonnen haben, sie hätte Andrej auch nicht wirklich was genützt, da er ja schon eine hat ;-)

2. Halbzeit: Handball.
Es war schon lustig, Hempel, Hauser, Kurbel und Co. mit dem Handball aufs Tor werfen zu sehen. Die 2. Halbzeit war noch lauter (nicht nur Dank der Trommeln der FCC-Fans). Das Spiel wurde noch schneller und es fielen noch mehr Tore. Die Fußballer hielten sich halbwegs … vielleicht wurden sie auch vom technisch klar besseren Gegner ein klein wenig unterschätzt … Endresultat jedenfalls war ein fast gerechtes 14:15.

Nach dem Spiel wurden dem FCC-Präsidenten die Spenden übergeben. Gemeinsam mit dem HBV-Präsidenten zählte er insgesamt 2481,20 DM. Zum Schluss nahm Michael Meier das Mikrofon und dankte allen Beteiligten. Es war ein kurzweiliger stimmungsvoller Abend und der HBV 90 Jena e.V. erwies sich als toller Gastgeber.

Vielen Dank auch im Namen der FCC-Fans!

--Kassandra