1969/1970 07. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - Berliner FC Dynamo 2:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 7. Spieltag
Saison Saison 1969/1970, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - Berliner FC Dynamo
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 20.09.1969 15:00 Uhr
Zuschauer 6.000
Schiedsrichter Hans-Georg Neumann (Forst)
Ergebnis 2:0 (2:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena (blau-gelb)
Wolfgang Blochwitz
Werner Krauß
Peter Rock, Michael Strempel, Udo Preuße
Harald Irmscher, Helmut Stein, Roland Ducke (80. Gerd Brunner)
Peter Ducke, Dieter Scheitler, Bernd Krauß

Trainer: Georg Buschner

Berlin (weiß-rot)
Werner Lihsa
Dieter Stumpf, Wilfried Trümpler, Jochen Carow, Joachim Hall
Manfred Becker, Peter Rohde, Frank Fleischer
Jürgen Prescher (62. Harald Schütze), Günter Aedtner, Hans-Dieter Großmann

Trainer: Hans Geitel

Spielbericht

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Beide blieben vieles schuldig

Bringt selbst ein Torvorsprung keine Ruhe und spielerische Sicherheit in die Elf des Vizemeisters? Diese Frage scheint berechtigt, angesichts der letzten beiden Begegnungen der Zeiss-Städter gegen Altay Izmir im Messepokal und gegen den BFC Dynamo. Das 1:0 am Mittwoch und gar das 2:0 am Sonnabend gegen die Berliner bewirkten keine souveräne Spielgestaltung, keinen überlegten, konstruktiven Angriffsfußball. Buschner schüttelte nur den Kopf: "Ich verstehe diese Nervosität nach dem 2:0 einfach nicht. Es war beiderseits keine gute Partie."

Nach neun Gegentreffern in den letzten beiden Punktspielen (FCV 2:5, HFC 1:4) schien der BFC Dynamo diesmal deckungstreuer orientiert. Carow operierte als Libero, Hall (P. Ducke), Trümpler (Scheitler), Becker (B. Krauß) konzentrierten sich auf Jenas Stoßstürmer, während Stumpf R. Ducke weit ins Mittelfeld folgte und der 19jährige Debütant Rohde auf Stein achtete. Doch der Schein trog! Das Prinzip der konsequenten Manndeckung kann nur dann erfolgversprechend realisiert werden, wenn sowohl von den Abwehrspielern als auch vom Libero individuelle Fehler weitestgehend vermieden werden! Davon aber waren Trümpler, Carow und Hall nicht frei, ein schockierender 0:2-Rückstand innerhalb von zwei Minuten war die Folge. "Auf solche Art und Weise durften wir einfach nicht in Rückstand geraten", urteilte Geitel dann auch kritisch. Das waren keine Tore, das waren "Geschenke"!

Was blieb, waren Überraschung und Kopfschütteln. Für die Überraschung sorgte der BFC gleich nach dem Wiederbeginn, als Blochwitz, W. Krauß, Rock, Strempel gleich viermal zu höchstem Einsatz gezwungen wurden, um den Anschlußtreffer zu verhindern. "Blochwitz mußte Kopf und Kragen riskieren!" Buschner konnte es kaum fassen. Während Geitel enttäuscht feststellte: "Hier ein bißchen Glück nur, und wir hätten Jena noch gefordert. Denn spielerisch war beim FC Carl Zeiss vieles nicht zum besten bestellt." Daraus resultierte das Kopfschütteln. Selbst wenn sich für Scheitler (61.), Irmscher (71.), Stein (78., Pfosten) und Preuße (86.) noch einige Chancen ergaben, mangelndes Tempo, unproduktive Balltändeleien, fehlende Durchschlagskraft ließen das Niveau auf den Nullpunkt sinken. Die Zuschauer gingen frühzeitig, der Spaß an der Freude war ihnen verdorben.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Schwierigkeiten bekam Neumann nicht. Dennoch: Fünf Meter nur stand er daneben, als P. Ducke Hall im Jenaer Strafraum vor dem Ball sperrte, doch der Pfiff blieb aus. Dreimal unterbrach er klare Vorteile. Das darf nicht verschwiegen werden.

(Günter Simon in "Die Neue Fußballwoche" vom 23. September 1969)