1976/1977 22. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - FC Rot-Weiß Erfurt 2:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 22. Spieltag
Saison Saison 1976/1977, Rückrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - FC Rot-Weiß Erfurt
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 16.04.1977 15:00 Uhr
Zuschauer 10.000
Schiedsrichter Siegfried Kirschen (Frankfurt/O.)
Ergebnis 2:1
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Ulrich Oevermann
Gert Brauer, Konrad Weise
Rüdiger Schnuphase, Rainer Schlutter (60. Uwe Neuber), Dietmar Sengewald, Lothar Kurbjuweit
Thomas Töpfer (56. Hartmut MolataGelbe Karte.gif), Peter Ducke, Klaus Schröder

Trainer: Hans Meyer

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Erfurt
Wolfgang Benkert
Franz Egel
Wolfgang Birke, Dieter Göpel, Wilhelm Laslop
Lutz Lindemann, Klaus Goldbach, Martin Iffarth, Harald Fritz
Horst Weißhaupt, Hans-Günther Schröder (53. Jörg Hornik)

Trainer: Gerhard Bäßler

Spielbericht

Lindemann ärgerte sich zu Recht

Daß sich Lutz Lindemann, der sonst so treffsichere und in allen Situationen überlegt handelnde Erfurter Mittelfeldregisseur, am Schluß ärgerte, hatte berechtigte Ursachen. Der für den weiteren Verlauf zweifellos wichtige Vorgang beim Stande von 1:1 in der 54. Minute sei deshalb kurz rekonstruiert: Herrlicher Flugball auf den sich halbrechts lösenden Lindemann, der sich gegen Oevermann durchsetzte und dann mit dem Ball am Fuß unbedrängt auf Grapenthin loslief. "Ich wollte das Leder ins rechte Toreck schlenzen, nahm dabei aber wohl zu genau Maß", schilderte der Schütze später. Dem "Langen" im Jenaer Gehäuse fiel ein Stein vom Herzen!

Chancenlos war der FC Rot-Weiß in diesem 35. Duell Thüringer Prägung also keinesfalls. Die Gefahr, im ständigen Angriffsdruck des Gastgebers unter die Räder zu geraten, bestand für ihn nur in den ersten 20 Minuten. Da suchte und fand der FC Carl Zeiss mit seinen konstruktiv aus der Abwehr vorgetragenen Aktionen Mittel und Wege, um Erfurts Abwehrgefüge einem echten Härtetest zu unterziehen. Weise und Oevermann ergänzten sich dabei nicht nur in der Absicherung des Raumes wirkungsvoll, sondern sie stimmten sich vor allem immer wieder bei ihren überfallartigen Vorstößen gut ab und kompensierten so Unausgewogenheiten die im Mittelfeld (Schlutter, wiederholt von Iffarth überlaufen, Sengewald und auch der oftmals zu unkontrolliert wirkende Kurbjuweit) sowie im Angriff auftraten. Über sie und den nach Schröders Verletzungsausfall immer stärker auftrumpfenden Brauer gestaltete Jena das Spiel in allererster Linie!

Goldbach, Iffarth und der gegen Schnuphase respektlos auftrumpfende Fritz wahrten über weite Strecken im Mittelfeld das spielerische Gleichgewicht. Zwei in ihrem Rücken so zuverlässig wirkende Akteure wie Schlußmann Benkert und Libero Egel bestärkten sie im Mut zur Offensive, zum wiederholt schnellen und deckungsöffnenden Dribbling. "in den meisten Fällen endeten diese Aktionen jedoch mit Fehlpässen als Ausdruck mangelhafter Abgeklärtheit", schätzte Rot-Weiß-Trainer Günter Hoffmann ein. Jena profitierte davon maßgeblich - vor allem in jener Phase, da ein Kräfteabfall spürbar wurde und der mit den Einwechslungen von Molata und Neuber erhoffte Auftrieb ausblieb. Doch dem schon vor der Pause mit zahlreichen gelungenen Einzelaktionen aufwartenden Ducke durfte Jena in dieser fraglos kritischen Zeit vertrauen. Einen durchaus erfolgversprechenden, aber letztlich doch wieder technisch fehlerhaft (Göpel) beendetem Erfurter Konter folgte die Entscheidung auf dem Fuße. "Niemand dachte daran, Ducke abzuschirmen - schon war es passiert!" Franz Egel konnte die Lücke nach Kurbjuweits Flugball in die halblinke Position nicht mehr rechtzeitig schließen. Der Jenaer Routinier hatte seine Pflicht und Schuldigkeit getan...

Zum Schiedsrichterkollektiv: In einer korrekten Atmosphäre gab es für den Unparteiischen keine Schwierigkeiten. Er rundete das Bild mit einer sicheren Spielleitung.

(Dieter Buchspieß in "Die Neue Fußballwoche" vom 19. April 1977)