1985/1986 08. Spieltag: 1. FC Magdeburg - FC Carl Zeiss Jena 1:1

Aus FCC-Wiki - Wiki vom FC Carl Zeiss Jena
(Weitergeleitet von 85/86 08)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 8. Spieltag
Saison Saison 1985/1986, Hinrunde
Ansetzung 1. FC Magdeburg - FC Carl Zeiss Jena
Ort Ernst-Grube-Stadion in Magdeburg
Zeit Sa. 19.10.1985 14:00 Uhr
Zuschauer 9.000
Schiedsrichter Klaus Scheurell (Wusterhausen)
Ergebnis 1:1
Tore
  • 1:0 Köhler (12.)
  • 1:1 Meixner (73.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Magdeburg
Dirk Heyne
Dirk Stahmann
Detlef Schößler, Martin HoffmannGelbe Karte.gif
Axel Wittke, Peter Köhler, Heiko Bonan, Wolfgang Steinbach (70. Reinhard Rother)
Frank Cebulla, Markus Wuckel, Damian Halata

Trainer: Joachim Streich

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Perry Bräutigam
Heiko Peschke
Gert Brauer, Mario RöserGelbe Karte.gif, Wolfgang Schilling
Stefan Meixner, Thomas Schmiecher, Jürgen Raab, Stefan Böger
Andreas Bielau, Henry Lesser (85. Ulf-Volker Probst)

Trainer: Lothar Kurbjuweit

Spielbericht

Mehr Freude denn Verdruß

Vieles war bemerkenswert. Wer Augen hatte um zu sehen, kam auf seine Kosten; und das nicht zu knapp.

Rein äußerlich: den 1. FCM sah ich zum ersten Mal ganz in Rot; Jena kam in blau/weiß längsgestreift, eine modische Kreation, die der Ex-Zeiss-Akteur Kirsch in Apolda initiiert hatte. Der kleine Jenaer Anhang machte mehr Stimmung ("Kämpfen und siegen") als 9000 Magdeburger zusammen. An Tribüne-Prominenz mangelte es nicht. "Ein bemerkenswert gutes Spiel, mit dem man zufrieden sein konnte", so DFV-Vizepräsident Günter Schneider zum bewegten Spielgeschehen.

Zuerst hatte es Jena mit den Nerven. Kapitän Weises Fehlen (Zehenbruch-Operation) veranlaßte Kurbjuweit, Peschke zum Libero umzufunktionieren. Erkenntnis für ihn und Verbandstrainer Stange, Gast in Magdeburg: ein Mann, der auch dort eine große Zukunft hat! Wer mit Stahmann (und der bot Überdurchschnittliches) auf einem Podest stand, konnte beruhigt nach einem hochverdienten 1:1 unter die Dusche gehen. Magdeburgs nervliche Krise kam erst nach der Führung, als bei den vitalen jungen Burschen mit dem Gefühl für ernsthaften Fußball der Gedanke die Oberhand gewann, nur nichts mehr zu gefährden, den Sieg zu sichern. "Das ist ganz einfach noch die Angst vor Rückschlägen", erklärte Joachim Streich, ohne übersehen zu haben, daß von Routinier Steinbach keine Impulse und Ideen ausgingen. "Maxe" ging auf die Bank, folgerichtig.

Zwischenspiel: ungewollt wurden die Köpfe strapaziert, Schmiecher und Halata hatten einen gehirnerschütterungsreifen Zusammenprall (38.); kurz darauf traf Stahmann den hinter ihm in den Ball laufenden Raab im Gesicht, und zu allem Überfluß nahm Brauer einen Nahschuß von Steinbach wie eine Stevenson-Gerade am Kopf (56.). Zum Glück ging alles gut, glimpflich ab; alle spielten weiter.

Zur beiderseitigen Freude (unterschiedlich motiviert) herrschte mehr Veranlassung als zu Verdruß. Jena wurde nach der Pause immer mobiler. Halatas Großchance zum 2:0 (48.), als er das 2:0 - vielleicht die Vorentscheidung - ausließ, glichen die Gäste allemal aus. Auch wenn Meixners Ausgleich ein "gestrecktes Bein" vorausging - Jenas Geradlinigkeit und Zielstrebigkeit wurde "im besten Auswärtsspiel der Saison" (so Kurbjuweit) belohnt.

(Günter Simon in "Die Neue Fussballwoche" vom 22. Oktober 1985)