Josef Pöttinger

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Josef Pöttinger

Josef Pöttinger (* 16. April 1903 in München; † 9. September 1970) war Trainer des 1. SV Jena von 1934 bis 1938.


Spielerkarriere im Verein

Der filigrane Techniker feierte bereits mit 16 Jahren seinen Einstand in der 1. Mannschaft von Bayern München. Seine herausragende Ballfertigkeit und Beweglichkeit schützten ihn aber nicht ausreichend gegen die körperbetonten Attacken der gegnerischen Abwehrspieler. Von Beginn seiner Karriere an, hatte er deshalb mit Verletzungen zu kämpfen und schaffte auch den Durchbruch erst mit 23 Jahren in der Saison 1925/1926. Zum Gewinn der Süddeutschen Meisterschaft 1926 des FC Bayern München steuerte er 57 Tore bei. Für Süddeutschland spielte er am 28. März 1926 im Viertelfinale gegen Mitteldeutschland und am 18. April dieses Jahres debütierte er auch in der Nationalmannschaft. Im Finale des Kampfspielpokals 1926 am 4. Juli in Köln erzielte er drei Treffer für das mit 7:2 Toren siegreiche Süddeutschland gegen Westdeutschland. Einen Tag zuvor, am 3. Juli, fand das Halbfinalspiel in Essen gegen Norddeutschland statt. „Pötsche“ steuerte einen Treffer zum 4:2 Sieg von Süddeutschland bei. Mit seinem Verein Bayern München zog er dreimal in den Jahren 1926, 1928 und 1929 in die Endrundenspiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft ein. Nach dem erneuten Titelgewinn 1928 in Süddeutschland, erreichten Pöttinger und seine Spielkameraden vom FC Bayern – Emil Kutterer in der Verteidigung; Ludwig Goldbrunner und Ernst Nagelschmitz in der Läuferreihe; Sigmund Haringer, Ludwig Hofmann und Hans Welker im Sturm – über Wacker Halle und Köln-Sülz das Halbfinale. Dort setzte sich der Hamburger SV aber klar gegen die Münchner durch und holte auch souverän gegen Hertha BSC Berlin die Meisterschaft. Pöttinger brachte es auf sechs Spiele und sechs Tore in den Spielen der Endrunde. Für Süddeutschland lief er 1926 und 1927 in vier Spielen auf und traf viermal in das Tor. Er bildete auf Halblinks mit Ludwig „Wiggerl“ Hofmann einen Flügel, von dem noch Jahrzehnte später die Fußballfreunde an der Isar schwärmten. Für viele Kenner war er der erste Virtuose unter den deutschen Stürmern. Ein feinfühliger Techniker, der Fußball als eine Art Kunst verstand. Jahrelange Knieprobleme und ein Schienbeinbruch zwangen ihn frühzeitig im Jahre 1931 zur Beendigung seiner Spielerlaufbahn.


Spielerkarriere in der Nationalmannschaft

Die zwei ersten Einsätze in der Deutschen Fußballnationalmannschaft bestritt Josef Pöttinger im Jahre 1926 auf Halblinks, als Verbinder zwischen dem Vereinskollegen „Wiggerl“ Hofmann auf Linksaußen und dem Sturmtank Otto Harder in der Mittelstürmerposition. Ab 1927 ersetzte er „Tull“ Harder in der Sturmspitze. Nach seinem Einstand mit drei Toren am 18. April 1926 in Düsseldorf beim 4:2 Erfolg gegen die Niederlande wurde in der heimischen Sportpresse von einem „Traumeinstand“ des Neulings Pöttinger berichtet. Es wurde auf seine ausgefeilte Technik und sein gutes Zusammenspiel mit den anderen Stürmern abgehoben. Bei den Olympischen Sommerspielen 1928 in Amsterdam gehörte er dem DFB-Team in den zwei Spielen gegen die Schweiz und dem Olympiasieger Uruguay an. Am 10. Februar 1929 führte er die Nationalmannschaft als Kapitän in Mannheim beim 7:1 Sieg gegen die Schweiz an. Beim 3:3 Remis am 10. Mai 1930 in Berlin gegen England bildeten die drei Bayern-Stürmer Bergmaier, Hofmann und Pöttinger zusammen mit Ernst Kuzorra und dem dreifachen Torschützen Richard Hofmann den Angriff der Mannschaft von Trainer Otto Nerz. Mit dem 14. Einsatz war die internationale Karriere des spielenden Mittelstürmers, der seine Mitspieler immer wieder glänzend in Szene zu setzen vermochte, zu Ende.


Trainerkarriere

Nach der Spielerkarriere wurde der FC Teutonia München die erste Trainerstelle von Josef Pöttinger. Danach übernahm er den VfB Pankow und wechselte anschließend zum 1. SV Jena. In Jena konnte er in den Jahren 1934/35 und 1935/36 die Meisterschaft in der Gauliga Mitte vor Magdeburg, Halle und Erfurt feiern. Spätere Trainerstationen hatte er noch beim VfB Stuttgart (?1939-?1941), FC Bayern München, wiederum FC Teutonia, FC Lichtenfels und BC Augsburg.

Sonstiges

Nach seiner Fußballkarriere führte er eine Totoannahnmestelle in München unweit des Hofbräuhauses.