1952/1953 23. Speiltag: BSG Motor Jena - BSG Motor Oberschöneweide 2:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 23. Spieltag
Saison Saison 1952/1953, Rückrunde
Ansetzung BSG Motor Jena - BSG Motor Oberschöneweide
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit So. 08.02.1953 15:00 Uhr
Zuschauer 8.000
Schiedsrichter Lothar Green (Limbach)
Ergebnis 2:1 (1:1)
Tore
  • 0:1 Zöller (10.)
  • 1:1 Noack (32., Eigentor)
  • 2:1 Ziehn (61., Foulelfmeter)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Rolf Jahn
Harry Heiner, Bernhard Schipphorst
Georg Buschner, Karl Oehler, Dieter Streller
Gerhard Gödecke, Wolfgang Fischer, Hans Ziehn, Siegfried Woitzat, Karl Schnieke

Trainer: Bernhard Schipphorst

Oberschöneweide
Günther Lerch
Wolfgang Skibitzki, Siegfried Behrendt
Fritz Daberkow, Günther Noack, Horst Schiller
Martin Zöller, Hans Laurisch, Willi Ginzel, Horst Schotte, Günther Wirth

Trainer: Willi Oelgardt

Spielbericht

Elfmeterniederlage für Motor Ob.

In dem Jenaer Stadion hatte man die Schneedecke glattgewalzt und somit für einwandfreie Platzverhältnisse gesorgt. Beide Mannschaften führten den Kampf in großem Tempo und mit großem Einsatz. Wir können es Trainer Oelgardt bescheinigen, daß er die Oberschöneweider spieltechnisch und konditionsmäßig gut in Schwung gebracht hat. Wenn es in Jena trotzdem nicht zum Sieg reichte, so lag es einmal an der anerkannt starken Deckung der Gästeabwehr, zum anderen aber an dem immer noch mangelhaften Schußvermögen der Stürmer. Es mag für die Berliner tragisch sein, durch Elfmeter zwei wichtige Punkte zu verlieren, während man die gleiche Chance nicht ausnutzen konnte. Motor Oberschöneweide spielt wie zuletzt mit neuer Nummernfolge, also Mittelläufer Noack trug die Nummer 3, während sein Gegenüber Oehler noch wie bisher mit Nr. 5 spielte.

Es war ein glücklicher Sieg der Jenaer, denn zwei Drittel des Spieles dominierten die Berliner Gäste. Jena mußte allerdings in allerletzter Minute eine Umstellung vornehmen, da der plötzlich erkrankte Frank ersetzt werden mußte. Das technisch bessere Spiel zeigten ohne Zweifel die Berliner, die mit ihren zweckmäßigen und gradlinigen Kombinationen die Jenaer Abwehr auf eine harte Probe stellten. Sie fanden schnell die taktisch richtige Einstellung zu dem glatten Boden, waren sehr beweglich und spielten schnell und flach ihre Bälle ab, aber die Stürmer kamen nur selten zum Torschuß, da es ihnen im Strafraum an der nötigen Übersicht und am letzten Einsatz fehlte. Das Tor, das Zöller schoß, ging mehr auf Konto der einmal unaufmerksamen Jenaer Deckung, so daß Schotte ungehindert in den Ballbesitz kam und das Leder schußgerecht Zöller zum Einschuß servieren konnte. Nachdem Noack in den Anfangsminuten einmal auf der Torlinie gerettet hatte, passierte ihm das Pech, einen Freistoß von Schnieke ins eigene Netz zu lenken. Dem Spiel eine Wendung zu geben, verpaßte Schiller in der 45. Minute, als er einen Handelfmeter zwar placiert, aber nicht scharf genug schoß, so daß Jahn den Ball abwehren konnte.

Die zweite Hälfte sah zunächst die Jenaer mehr im Vorteil, aber bei ihnen blieb das Angriffsspiel weiter nur Stückwerk, da dieser Angriffsreihe diesmal jeglicher Zusammenhang fehlte. Schlecht war es, daß sich die Außenläufer allzu stark in der Abwehr betätigten und den Sturm nur ungenügend unterstützten. Die von den Oberschöneweidern in das Spiel getragene Härte wurde der Mannschaft zum Verhängnis. Der Siegestreffer fiel nämlich durch einen von Daberkow an Gödecke verschuldeten Foulelfmeter. In den Schlußminuten wurde Motor Oberschöneweide noch einmal stark überlegen, aber es gelang nicht, den verdienten Ausgleich zu erzwingen.

(Fritz Hillmer in "Die Neue Fußballwoche" vom 10. Februar 1953)