1954/1955 FDGB-Pokal 1. Hauptrunde: BSG Motor Jena - BSG Chemie Leipzig 5:0: Unterschied zwischen den Versionen

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Aktuelle Version vom 23. Mai 2020, 12:53 Uhr

Spieldaten
Wettbewerb FDGB-Pokal, 1. Hauptrunde
Saison Saison 1954/1955
Ansetzung BSG Motor Jena - BSG Chemie Leipzig
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit So. 08.08.1954 16:00 Uhr
Zuschauer 8.000
Schiedsrichter Paul (Dessau)
Ergebnis 5:0 (3:0)
Tore
  • 1:0 Rahm (14.)
  • 2:0 Rahm (26.)
  • 3:0 Rahm (40.)
  • 4:0 Flämmich (63.)
  • 5:0 Rahm (73.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena ( weiß-rot/schwarz)
Wolfgang Brünner
Harry Heiner, Karl Oehler, Georg Buschner
Rolf Hüfner, Kurt Lindig
Karl Brückner, Helmut Flämmich, Siegfried Woitzat, Günter Rahm, Karl Schnieke

Trainer: Hermann Schüßler

Leipzig (grün)
Günter Busch
Hans Riedel, Rolf Lohse, Barth
Armin Werner (66. Hartwig Baraniak), Georg Zenker
Willi Conrad, Rudolf Krause, Gerhard Polland, Heinz Schoppe, Lothar Vetterke

Trainer: Alfred Kunze

Spielbericht

Bei Busch fing die Nervosität an

Als bei Motor sowohl Becker Rechtsaußen als auch der einarmige Neupert Mittelstürmer spielten, da waren die Männer aus den Zeiß-Werken gefürchtet, besonders auf eigenem Platz. Wer die Elf aus dieser Zeit noch in Erinnerung hat, der weiß heute noch ganz genau, um wieviel die Mannschaft schwächer geworden ist. Trotzdem - das muß man den Jenaern bescheinigen - hat die Mannschaft etwas übrigbehalten: sie spielt gegen große Gegner groß auf.

Nun mußte das vorgestern auch Vizemeister Chemie Leipzig erfahren. Hält man sich den Spielverlauf vor Augen, so kann man die Verletzung von Walther (Leistenzerrung) und Stieglitz (Bänderzerrung) sowie den Ausfall von Kott nicht als Entschuldigung ansehen. Das Ergebnis ist zu eindeutig. Man merkte der Mannschaft vielmehr die vergangenen Urlaubstage an. Bei Günter Busch im Tor begann es, er hat drei Tore auf dem Gewissen und macht sonst oft eine so unglückliche Figur, daß die Verwunderung allgemein sehr groß war. Die Verteidigung hatte ebenfalls nicht ihren besten Tag. Die Steilpässe des Motor-Sturms öffneten den Weg zum Erfolg. Man sollte auch nicht den glitschigen Boden als Entschuldigung heranziehen, denn beide Gegner spielten unter gleichen Bedingungen. Was aber den Motor-Erfolg rechtfertigte, ist der Eifer, mit dem die Jenaer zu Werke gingen. Welche Glanzleistung vollbrachte beispielsweise der junge Rahm.

Einen vorzüglichen Rechtsaußen fand man in Jena auch noch nicht wieder. Brückner war nicht die Ideallösung, sonst wären garantiert noch drei Tore mehr zu verzeichnen gewesen. Schnieke arbeitete diesmal etwas unauffällig. Man sah es aber jeder Aktion an: der Mann spielt mit ungeheurem Verstand, und dieser Verstand ist es gerade, der für die Ausgeglichenheit im Motor-Sturm sorgt. Das, was den jungen Spielern, wie Flämmich, Woitzat und Rahm, noch an Erfahrung fehlt, das hat Schnieke.

Die Motor-Abwehr stand eisern. Buschner hinterließ den besten Eindruck. Er legte den Chemie-Flügel Conrad-Krause beizeiten lahm. Oehler sahen wir schon besser. Er deutete diesmal sein Können nur an. Als nach dem Wechsel die Messestädter aufbegehrten, bissen sie sich an dieser Abwehr die Zähne aus. Wie sollte auch erfolgreich operiert werden, wenn der Ball von manchen Spielern viel zu lange gehalten (Krause, Schoppe) oder zuviel rückwärts (Vetterke) gespielt wurde. Zehn Leipzigern fehlte der Kampfwille, den einer, nämlich der kleine Barth, an den Tag legte.

(H. B. in "Die Neue Fußballwoche" vom 10. August 1954)