2007/2008 21. Spieltag: FSV Mainz 05 - FC Carl Zeiss Jena 2:2

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Spieldaten
Wettbewerb 2. Bundesliga, 21. Spieltag
Saison Saison 2007/2008, Rückrunde
Ansetzung FSV Mainz 05 - FCC
Ort Bruchwegstadion in Mainz
Zeit Fr. 22.02.2008 18:00 Uhr
Zuschauer 19.500
Schiedsrichter Frank Willenborg (Osnabrück)
Ergebnis 2:2
Tore
  • 1:0 Feulner (28., Linksschuss)
  • 2:0 Karhan (56., Foulelfmeter,
    Rechtsschuss)
  • 2:1 Jan Šimák (59., direkter Freistoß,
    Rechtsschuss)
  • 2:2 Sami Allagui (83., Kopfball
    nach Eckball von Simak)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
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Trikotfarben
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Mainz
Daniel Ischdonat
Tim Hoogland, Nikolce Noveski, Marco Rose (46. Christian Demirtas), Neven Subotic
Markus Feulner, Miroslav Karhan, Milorad Pekovic, Damir Vrancic (84. Chadli Amri)
Isaac Boakye, Félix Borja (85. Ranisav Jovanovic)

Trainer: Jürgen Klopp

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Vasili Khamutouski‎
Darlington Omodiagbe, Robert Müller, Michael Stegmayer
Felix HolznerGelbe Karte.gif, Stefan Kühne, Tobias Werner
Jan ŠimákGelbe Karte.gif, Torsten Ziegner (77. Patrick Amrhein)
Nils PetersenGelbe Karte.gif (58. Sami Allagui), Marcel Schied (77. Kosi Saka)

Trainer: Henning Bürger

Spielbericht

Wort und Tat
Jan Simak und der FCC holen einen verdienten Punkt in Mainz.

Es war der wohl schillerndste, riskanteste und ungewöhnlichste Zweitligatransfer zu Saisonbeginn: Als der FC Carl Zeiss Jena den Tschechen Jan Simak in’s ehrwürdige EAS verpflichtete, fochten fortan Hoffnung und Skepsis einen harten Kampf. Jenas Fans hofften auf einen großen Inspirator, der das in ewigen Viertligajahren leicht angestaubte Image endlich wieder blauweißgolden erstrahlen lassen würde und die Bluhtunde des Boulevards spitzten geifernd frohgelaunt ihre Griffel, hofften sie doch auf neue Balkenüberschriften aus der „Alkohohl-Glücksspiel-Absturz-Sucht“ – Phrasenmaschine. Die Skeptiker (und ich bekenne, anfangs auch zu ihnen gehört zu haben) fragten sich derweil, ob es dem begnadeten Fußballer Simak ausgerechnet in Jena gelingen würde, sich erneut fußballerisch zu etablieren und Schlagzeilen dort zu produzieren, wo er es wohl am besten kann und wo bekanntlich die einzige Wahrheit liegt – auf dem Platz. Inzwischen pilgern Trainer und Scouts der Erst- und Zweitligisten scharenweise zu den Spielen des FCC – allein wegen Jan Simak. Dabei sah es zu Saisonbeginn gelegentlich so aus, als wäre auch Simak nur einer der zahlreichen Mit-, Nebenher- und Durchläufer, denen man kaufrauschend ein FCC-Trikot übergestülpt hatte, ohne ihnen zu erklären, dass ihr baldiger Auftrittsort kein Laufsteg sondern ein Sportfeld sein würde. Doch gerade die Wandlung des Jan S. ist frappierend. Gerade er, dem die Rolle der Diva am ehesten auf den Leib geschnitten wäre, ist mittlerweile die fußballerische Attraktion des abstiegsbekämpfenden Jenaer Traditionsvereins. Simak kämpft, rackert, grätscht, kratzt, beißt, foult, setzt nach, meckert, flucht, spornt an – und zelebriert Fußball. Der FCC hat Simak eine Chance gegeben und der hat sie, im Gegensatz zu vielen anderen, genutzt. (Und hätten das alle Verantwortlichen und Akteure des FCC derart konsequent getan, stünde der Verein auch nicht im Abstiegskampf!) Dass Jena für Simak nur die Bühne sein würde, sich weiterzuempfehlen, dürfte jedem halbwegs normal denkenden Betrachter von Anfang an klar gewesen sein. Seinen Namen nun durch den Karlsruher, Hannoveraner, Klein-Hamburger oder Stuttgarter Blätterwald rauschen zu hören, ist schade, aber logisch. Umso bemerkenswerter, von Simak vergangene Woche lesen zu können: „Ich konzentriere mich derzeit zu 100 Prozent auf meinen Verein – und das ist der FC Carl Zeiss Jena. Wir sind mitten im Abstiegskampf, sind Tabellenletzter. DAS ist meine Aufgabe, der ich mich auch zu 100 Prozent widme.“ Wie es aussieht, wenn ein Fußballer seinen Worten auch Taten folgen lässt, war gestern in Mainz wieder zu erleben. Keiner auf dem Rasen dürfte mehr Ballkontakte als Simak gehabt haben und wenn Jenaer Angriffe einen Hauch von Gefahr atmen, dann stets nur, wenn Simak in diese involviert ist. Simak war gestern (nicht zum ersten und wohl auch nicht zum letzten Mal) Herz und Seele des FCC-Spieles. Natürlich wirft Simaks Strahlen auch Schatten, denn es macht immer wieder schmerzlich deutlich, wie limitiert in ihren fußballerischen Fähigkeiten viele seiner Spielkameraden sind. Auch solche, von denen man es nicht erwartet hätte, aber das ist eine andere Geschichte …

Egal wo wir uns gestern in Mainz bewegten, ob auf dem Schillerplatz die Verbindung des Namensgebers und der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt diskutierend, Hunger in einem türkischen Imbiss bekämpfend, den Dom bestaunend, die Innenstadt durchwandernd oder das Stadion betretend – in Mainz schienen nur nette, freundliche und hilfsbereite Leute unterwegs zu sein. Das Stadion als solches wirkt reichlich ambivalent: von außen ein völlig charmfreier Stahlrohrklotz, verbreitet es im Inneren eine äußerst angenehme Fußballatmosphäre. Nur jener eitle und aufgeblasene SWR-1-Moderator, der ein reichlich dümmliches Fanspiel zum Megaevent aufblasen wollte, nervte anfangs gewaltig. Glücklicherweise hatte der aber recht schnell wieder Sendepause und übergab das Mikro dem hauseigenen Stadionsprecher, den zu loben hier durchaus angebracht ist. Als hätte er so eine Ahnung gehabt, warnt er das eigene Publikum davor, den Gast aus Thüringen zu unterschätzen und appelliert an des eigenen Publikums Geduld. Als er dann Spieler und Fans des Gastteams begrüßt, schallt von den Rängen nicht das übliche und langweilige Pfeifkonzert sondern unsererseits als ehrlich und respektvoll empfundener Beifall. Ebenso außergewöhnlich das Verlesen der Gästeaufstellung. Nicht dieses nervige und lustlose Runtergenuschel der Namen, nein, der Mann stellte sich vor den Gästeblock und gab dem Auswärtsmob die Chance, die (Nach)Namen seiner Lieblinge in gewohnter Form zu skandieren. Nun, ein Stadionbesuch ist kein Ausflug auf den Ponnyhof und natürlich peitschten die Mainzer ihr Team später ebenso lauthals nach vorn, wie sie das unsere lauthals auspfiffen, als es ihnen angebracht erschien. Aber Fußball-Stimmung und Respekt müssen einander nicht ausschließen – das gestern erlebt zu haben, war angenehm, auch und vor allem als der verletzte Omo bei seinem Abtransport reichlich Mainzer Tribünenbeifall erhielt.

Eingerahmt von einer beeindruckenden Mainzer Schalparade zu YNWA betraten die Akteure den Rasen und bei feiner Fußballstimmung begann, zunächst abwartend und zurückhaltend ein Spiel, welches später immer mehr zu Jan-Simak-Show avancierte.

2 Minuten dauerte es, bis Vasili K. einen ersten harmlosen 20-Meter-Kullerball der Mainzer sicher aufnahm und damit den ersten Jenaer Angriff einleitete. Der führte zu einem Freistoß von links, doch Jan Simaks Flanke segelte am langen Pfosten vorbei. (3.) Die Unseren weiterhin gut dabei und nach 5 Minuten gab’s den nächsten Freistoß, diesmal aus 30 Metern und von rechts durch TZ ausgeführt. Heraus sprang eine Ecke, natürlich getreten von ihm, welche die Mainzer dann aber doch abwehren können. (5.) Als die Nullfünfer dann ihren ersten halbwegs geordneten Angriff vortragen, schwebt der Ball hoch in Richtung Fünfmeterraum, wo ihn der als Innenverteidiger immer besser werdende Müller erst senkrecht nach oben köpft und dann per Hinterkopf auf seinen Keeper spielt. (6.) Nach 8 Minuten der erste heftige Adrenalinschub, als Tobi Werner ein herrliches Zuspiel auf ihn an die Strafraumgrenze gelingt, aber leider das Abseitsfähnchen im Winde flattert. (8.) Als 10 Minuten um sind, planen die Mainzer einen Angriff über rechts, den Steilpass erläuft sich unser Weißrusse im Tor aber mit diebischer Freude. Nach 12 Minuten leitet wieder er unseren nächsten Angriff ein, bedient blendend Schied, der weiter zu Petersen kickt – der verhaspelt sich jedoch in der Mainzer Abwehr. Gewarnt aus so vielen Spielen dieser Saison beschleicht mich bei einem simplen Mainzer Einwurf auf Höhe des Strafraumes ein ungutes Gefühl. (13.) Und siehe da, der lange Einwurf ermöglicht den Mainzern 2 Kopfballchancen, ehe Müller zur (folgenlosen) Ecke klären kann. 4 Minuten vergehen bis zum nächsten Mainzer Angriff, dann gibt es auf halblinks, 20 Meter vor Vasili K. einen Freistoß. Mainz entscheidet sich jedoch für den Mauertest, den selbige auch 2 x glänzend besteht. Im Gegenzug wird er dann gefoult, den fälligen Freistoß von rechts zieht Tobi hoch vors Mainzer Tor, doch die einheimischen Abwehrrecken klären köpfend. (18.) Überraschend wurden die Unseren jetzt zunehmend Herr des Geschehens und begaben sich häufiger in die Offensive als die Hausherren. Nach 19 Minuten slalomt sich Schied rechts prächtig bis zur Grundlinie, entscheidet sich dann aber zu einem Rückpass der Sorte „Grotte“. Nur 1 Minute später hebt TZ einen Freistoß von rechts nach innen, die Kopfballabwehr landet links bei ihm und sofort zieht er aus 18 Metern mit Links ab – verrissen und vorbei. Den nächsten Freistoß nach 23 Minuten tritt er dann wieder selbst, Petersen kann den Ball auch annehmen, weiß am Ende, mit dem Rücken zum Tor stehend, jedoch nix damit anzufangen. Überhaupt wirkt Petersen derzeit ein wenig wie der Stürmer von der traurigen Gestalt. Nils hat ein Auge für die Situation und den freien Raum und wird entsprechend oft angespielt. Was gestern jedoch augenfällig war, sind seine körperlichen Defizite. Seine Mainzer Gegenspieler stellten ihn einfach zur Seite und das ohne große Mühe. Es mangelt NP derzeit erheblich an Robustheit, Gefahr verströmt er kaum. Nach 25 Minuten schienen auch die Mainzer zu spüren, dass ihnen das Spiel womöglich aus der Hand gleitet und strafften sich. Heraus sprang eine kleine Druckphase u. a. mit einem gefährlichen Kopfball nach einer Ecke. Dann schienen sich die Mainzer Wogen wieder zu glätten, auch der Pass von Borja in die Spitze war eher von der harmlosen Sorte. Unglücklicherweise verspringt Holzner der Ball beim Versuch zu klären. Feulner hat aufgepasst, kann allein auf Vasili K. zu laufen, diesen umkurven und einschieben – 1:0 (29.) Eine Chance zugelassen, ein Gegentor gefressen - FCC-Realität 2007/08. Aber es gelingt den Blauen jetzt recht schnell, die Defensive zu stabilisieren, das Spiel zu beruhigen und Mainz weitestgehend vom Sechzehner fern zu halten, allerdings herrscht offensiv Sendepause. Also ist es wieder an ihm, die Initiative zu ergreifen. Herrlich kombiniert er mit TZ auf der rechten Seite und zieht dann scharf und flach vom rechten Strafraumeck ab. Knapp flutscht das Leder am langen Pfosten vorbei. (37.) Nach 40 Minuten schnappt er sich den Ball 50 Meter vor dem Tor, düst 30 Meter über den Platz und zieht mit Links aus 18 Metern ab – vorbei. Die 5 Vorpausenminuten gehören dem FCC. Erst per Ziegner-Freistoß aus 40 Metern, der zur Ecke führt. Diese führt er aus und Ischdonat hat Glück, dass der insgesamt wohl ganz gute Willenborg hier auf Behinderung entscheidet. Kurz vor dem Pausenpfiff schickt er Tobi W. zur Grundlinie – aber dessen Pass in die Mitte ist einer aus der Wüste – er versandet. Aber Tobi versucht es gleich noch mal auf links. Dieses Mal erreicht seine Flanke auch den Kopf Petersens, aber die Mainzer befördern die Kugel aus ihrem Strafraum. Dort kommt dieser allerdings nur bis zu TZ, der aus 20 Metern auch sofort abzieht – zu hoch.

Es trillert zur Pause und wenn man sich fragte, worin nun der Unterschied zwischen dem Aufstiegs- und dem Abstiegskandidaten bestünde, blieb zur Antwort nur: Mainz macht aus einer (geschenkten) Chance ein Tor – that’s it!

Etwas mulmig wird mir, als ich sehe, dass Omo nach dem Wechsel ebenso auf den Platz humpelt, wie er beim Pausenpfiff von diesem gehumpelt ist – geht das gut? Gleich beim ersten Jenaer Nachpausenangriff wird wieder Nils P. im Strafraum angespielt, kommt ob seiner körperlichen Unterlegenheit erneut nicht zum Abschluss. (45.) In gleicher Minute dann Freistoß für den FCC, den er aber nur in die Mauer setzt. Nach 48 Minuten kombinieren sich die Gastgebergefährlich in unseren Sechzehner und nur mit Mühe klären wir zur Ecke, die harmlos endet. Es dominieren jetzt die Zweikämpfe im Mittelfeld und erst nach 56 Minuten kommen die 05-er eher ungefährlich in unseren Strafraum. Holzner zollt jetzt seiner mangelnden Spielpraxis Tribut und verursacht einen Elfer. Ob deutlich oder nicht, war von unserer Position aus nicht zu erkennen. Erst auf der Rückreise hörten wir im Radio seitens eines SWR-1-Reporters, dass der Elfer umstritten gewesen sei und die Mainzer mit der Entscheidung Glück gehabt hätten, da man so einen Strafstoß geben könne, aber nicht müsse … Vasili K. hat gegen den auch ansonsten starken Karhan keine Chance und es steht 2:0 (56.) Alles scheint seinen gewohnten, traurigen aber normalen Gang zu gehen. Aber wir haben ja ihn. Er legt sich der 58. Minute 25 Meter vor Ischdonats Tor auf halblinks den Ball zum Freistoß zu recht. Dann läuft er an. Scharf, halbhoch und mit viel Effet streichelt er die Kugel. Folgsam segelt diese durch den Strafraum der 05, von Freund und Feind andachtsvoll bestaunt. Ischdonat bemerkt zu spät, was ihm da gerade widerfährt, frech grinsend setzt das Leder nochmals auf der Line auf und springt dann fröhlich weiter in’s TOOOR! zum 2:1. Ach würden doch alle blaugelbweißen Leibchenträger ihren Worten immer derart Taten folgen lassen … Brenzlig wird es für die Kämpfenden dann nach 61 Minuten, als Mainz erst über rechts angreift und zu einer Ecke kommt. Als diese hereinsegelt schaffen es zum Glück zwei Mainzer nacheinander nicht, ihren Kopf an den Ball zu bekommen. In der 67. Minute foult Feulner Holzner gelbwürdig. Den Freistoß aus 25 Metern tritt TZ und gleiches tut er auch mit der sich anschließenden Ecke von rechts. Der Ball erreicht Kühne, doch kann der diesen nur neben das Gehäuse zirkeln. 3 Minuten später zieht Allagui verheißungsvoll zum Strafraum, wird aber m letzten Moment abgeblockt. Kollektives Luftanhalten dann nach 71 Minuten. Wieder gehen die Mainzer über links in unser Heiligstes. Da Holzner panische Angst hat, sich die nächste Ungeschicklichkeit zu leisten, kommt sein Gegner zu einer gefährlichen Hereingabe, die aber zum Glück folgenlos bleibt. Schon 3 Minuten später werden erneut auf der linken Mainzer Angriffseite Holzner und Ziegner im Doppelpack vernascht, jetzt bringt die anschließende Hereingabe den Hausherren jedoch nur eine Ecke ein. Für den zunehmend abgetauchten Schied und für Ziegner bringt Bürger nun Amrhein und Saka. Diese beiden hätten in Minute 81 schon ihr persönliches Dankeschön leisten können. Den Auftakt machte Amrhein mit einem 20-Meter-Pfund, bei welchem sich Ischdonat ein Paar glühende Handschuhe einfing. Der Abpraller kommt direkt vor die Füße Sakas. Der hätte in diesem Moment alle Zweifler eines Besseren belehren können, tat es aber nicht. Statt den Ball aus 10 Metern Entfernung entschlossen und furztrocken über die Linie zu drücken, tritt er diesen lustlos, kraftlos und reichlich gelangweilt (so schien es jedenfalls und ich hoffe, ich tue ihm hier gerade Unrecht) am leeren Kasten vorbei. So bleibt das nächste Highlight ihm vorbehalten, denn wieder schreitet er zur Tat. Auf der linken Seite legt er sich den Ball zum Eckball parat. Messerscharf durchschneidet das Geschoss auf seiner exakten Umlaufbahn die Luft des Bruchwegstadions und nähert sich dem kurzen Mainzer Pfosten. Ischdonat erfasst die Situation eine Sekunde zu spät und genau diese eine Sekunde nutzt Allagui, dieses wuchtige Kopfballungeheuer, zur Vollendung und Veredelung. Sami drückt den Ball neben den kurzen Pfosten und somit in’s TOOOOOOOR! ZWEIZUZWEI! Dieses völlig verdiente Resultat hält Vasili K. in der 84. Minute energisch fest, als er nach einer Mainzer Flatterflanke und dem anschließenden Kopfball seine meisterliche Linienbeherrschung demonstriert. Auch danach, als Mainz das Ding doch noch biegen will, bleibt Vasili der wehrhafte Turm in der Schlacht. Turbulent geht es nach 88 Minuten vor unserem Kasten zu, als ein bereits abgewehrter Ball erneut aufs Tor segelt, sich dann aber für den Weg neben dieses entscheidet. Erleichterung weicht aber recht schnell Entsetzen, denn Omo liegt flach. Die hektischen Gesten der eigenen Mitspieler und auch der Mainzer lassen Schlimmes befürchten. Wie es zu dieser Situation kam, war vom Gästeblock aus nicht zu erkennen. Als dann nach einer gefühlten Ewigkeit endlich das Team mit der Trage anrückte und Omo stadionrauswärts transportierte, bekam der vom Mainzer Publikum einen riesigen Applaus und dieses dafür unseren Respekt. Unterzahlspiel ist ja für unsere Jungs inzwischen gängige Praxis und so war es auch nicht verwunderlich, dass wir die Zeit routiniert runter spielten. Nach 92 Minuten gibt es sogar noch einen Freistoß für die Unbeugsamen im linken Halbfeld, 35 Meter vor Ischdonats Tor. Natürlich, er wird ihn treten. Und erneut tut er Überraschendes. Statt die Murmel scharf und hoch dem flatterhaften Ischdonat vor die Nase zu zirkeln, legt er den Ball lediglich quer und statt des Mainzer Keepers war nun Kühne der Überraschte. Das ermöglichte den Hausherren einen letzten gefährlichen Angriff über ihre rechte Seite und als die Unseren geklärt hatten, beendete Willenborg den Kick.

Simak hatte seinen klaren Worten brillante Taten folgen und uns einen der selten Glücksmomente dieser Saison beschert. Mehr kann man nicht (mehr) erwarten. Danke, Jan!

Auf dem Weg zum Auto traf ich sie dann doch noch, zwei grantelige, angefressene FSV-Fans. Wir hätten doch einfach nur riesengroßes Glück gehabt, fauchten sie mir wütend entgegen. Recht haben sie, denn wir haben Simak – wenigstens noch für ein paar Spiele. Und auf den dienstäglichen Simak-Auftritt auf der großen Pokal-Bühne beim VfB Stuttgart freue ich mich schon …

Auf der nächtlichen Heimfahrt war mein erkältungsgeplagter Beifahrer bemüht, schnellstmöglich brauchbare Infos über Omo Gesundheitszustand in Erfahrung zu bringen und nutzte dazu eifrig sein multifunktionsfähiges Taschentelephon – allerdings bleiben brauchbare Infos Mangelware. Mehr Hoffnung machte uns da schon der Anruf eines daheim gebliebenen TV-Helden. Allerdings war der während des Fernsehens eine unglückliche Allianz mit etwas zu viel Bier eingegangen und dem Trunke ergeben rechnete er uns lieber alle vermeintlichen Fehler unseres Trainers vor – großherzig verziehen wir ihm. Ach ja, und gute Besserung, Omo!

Wer immer noch am Überlegen ist, wann, wo und wie oft er die Ruhmreichen demnächst auf ihrer (Abschieds?) Tour live erleben will und kann, dem sei gesagt: Unbedingt hingehen! Noch läuft sie, die unvergleichliche Jan-Simak-Show in Blau, Gelb und Weiß! Am Dienstag zum Beispiel in Stuttgart …

Nur der FCC!
YNWA!

--Kopfnuss