1939/1940: 1. SV Jena - 1. SV Gera 3:1
| Spieldaten | |
| Wettbewerb | Gauliga Mitte, 12. Spieltag |
| Saison | Saison 1939/1940, Rückrunde |
| Ansetzung | 1. SV Jena - 1. SV Gera |
| Ort | Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena |
| Zeit | So. 10.03.1940 15:00 |
| Zuschauer | 2.500 |
| Schiedsrichter | Wollny (Halle) |
| Ergebnis | 3:1 (2:1) |
| Tore | |
| Andere Spiele oder Berichte |
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Aufstellungen
- Jena
- Ehrenfried Patzel
- Hermann Schüßler, Walter Hädicke
- Heinz Werner, Hans Ullrich, Bernhard Schipphorst
- Herbert Gans, Otto Schulschefski, Walter Bachmann, Ludwig König, Ludwig Hoffmann
- Trainer: Rudolf Prokoph
- Gera
- Kokel
- Strunz, Kneusel
- Lätzsch I, Denicke, Lätzsch II
- Weibrecht, Stifft, Schmidt II, Knoll, Schmidt I
Spielbericht



Jenas Ehrgeiz
Nur ein Spiel kam zustande und zwar in Jena. Hier standen sich die beiden Tabellenersten, der frischgebackene Meister, 1. SV Jena, und der 1. SV Gera, gegenüber. Das Vorspiel hatte Jena mit 6:1 gewonnen. Diesmal holte sich der Meister mit 3:1 (2:1) beide Punkte. Er spielte gegen die wirklich recht gute Geraer Mannschaft auf Sicherheit. Denn die Jenenser wollen ihre Meisterschaft ungeschlagen erringen. Es kann ihnen auch gelingen. Denn sie haben nur noch 2 Spiele zu erledigen, die sie in Merseburg und in Magdeburg auszutragen haben.
(Bericht von Georg. im "Kicker" vom 12. März 1940)
Nun ist es also soweit: als erster neuer Bereichsmeister steht in der Kriegsmeisterschaft 1939/40 der 1. SV Jena fest. Jena schlug im zwölften Spiel den 1. SV Gera, womit er selbst den Schlußstein setzte. Mit allen Jenaern gratulieren wir herzlich zur dritten Meisterschaft, die diesmal in einem imponierenden Stil errungen wurde. Sportlehrer Prokoph, der nun auch zur Wehrmacht eingezogen ist, will die Mannschaft vor allem körperlich voll auf die Höhe bringen, dann wird es in den Gruppenspielen klappen, da ja spielerisch alle Grundlagen vorhanden sind. Besonders freuen wir uns, daß noch einige Spieler in der Mannschaft sind, die schon früher in den Gruppenspielen dabei waren: Schüßler, Hädicke, Werner, Bachmann und Schipphorst, die also den erfahrenen Stamm bilden, zu dem wir auch noch Patzl und König rechnen können. Da müßte doch eigentlich Gewähr für ein gutes Abschneiden gegeben sein.
Der 1. SV war gegen Gera allerdings nicht in bester Form. Das mag daran liegen, daß einesteils die Gäste weit besser als erwartet waren, obwohl sie mit ziemlich veränderter Elf antraten, zum anderen, daß von den beiden anwesenden Soldaten Schulschewsky nicht die alte Form besaß und Hoffmann Schönborn bei weitem nicht ersetzen konnte. Ullrich als Stopper für Beckert mühte sich redlich ab, ihm unterliefen aber auch einige Fehlschläge. Im ganzen fehlte also der gewohnte Fluß beim 1. SV. Das Spiel trug offensichtlich Entscheidungscharakter, war dadurch aufgeregt und hart, bot aber anderseits schöne Kampfszenen und war bis zum Schluß spannend. Die Geraer gingen mit fliegenden Fahnen unter. Obwohl anfangs das Tempo mörderisch war, hielten sie doch ganz gut durch. Sie hatten zum Vorteil, daß der pfützenbedeckte Platz das Kombinationsspiel der Jenaer hemmte. Dadurch war unser neuer Gaumeister nicht ganz so gefährlich wie sonst. Das Spiel hätte vielleicht anders sich wenden können, wenn der Ball, als Patzl herauslief, nicht an der langen Ecke vorbeigegangen wäre. So aber war es Jena, das zum ersten Tor kam: in der 22. Minute schoß König aus 22 Meter flach ein. Den Ausgleich brachte ein Elfmeter wegen eines Vergehens von Hädicke. Aber durch ein Glanzleistung von Schützenkönig Bachmann schaffte Jena kurz vor dem Halbzeitpfiff noch die wertvolle 2:1-Führung. Bachmann ließ einen langen Schuß los, den Geras Torhüter nicht fest bekam. Und schon war Bachmann da und köpfte den Ball über den fallenden Torwart ein.
In der zweiten Halbzeit wurde der Kampf zeitweise etwas reichlich hart, so daß Schiedsrichter Wollny (Halle) es schwer hatte. Wie gefährlich Gera nach wie vor war und wie nahe der Ausgleich schien, zeigt ein Vorfall: in der 67. Minute kann Patzl vor dem Rechtsaußen nur dadurch retten, daß er sich an der Torraumlinie in seinen Schuß wirft, was recht gefährlich war, aber unserem Patzl ja nichts ausmacht. Sichergestellt war der Sieg erst drei Minuten vor Schluß, als einmal ein feiner Zug gelang. Gans gab eine musterhafte flache Vorlage an Bachmann, die dieser zum 3:1 ausnutzte.
Daß die Gaumeisterschaft sichergestellt wurde, was ja schon bei einem Unentschieden der Fall war, darum bangte man eigentlich während des Spieles weniger, aber der Sieg gegen die tapferen Geraer war doch recht schwer erkämpft. Neben Dessau gefielen die Neulinge am besten in Jena, und das spricht doch nur für sie, da sie ja ihre Mannschaft dauernd umbauen mußten.
Dem Spiel ging eine Heldenehrung am Gedenkstein des 1. SV voraus, bei der Vereinsführer Dr. Liebmann Worte des Dankes und der Mahnung sprach. Nach dem Spiel überreichte Gausportlehrer Tauchert Spielführer Werner einen großen Kranz und sprach dem 1. SV im Namen des Bereichsfachwartes Hädicke seine Glückwünsche aus. Ihm schloß sich auch die Geraer Elf an.
(Bericht von W.M. in der Jenaischen Zeitung vom 11.3.1940)
Statistik vor dem Spiel
- 11 Spiele : Patzl , Hädicke , Werner , Bachmann , L. König , Schönborn
- 10 Spiele : Schüßler , Schipphorst , Beckert
- 7 Spiele : Schulschewsky
- 5 Spiele : Hoffmann , Gans , Ullrich
- 1 Spiel : Baumeister , Schrödel , Krause
- 15 Tore : Bachmann
- 8 Tore : L. König
- 7 Tore : Werner
- 5 Tore : Schulschewsky
- 2 Tore : Hoffmann
- 2 Tore : Schönborn
- 2 Tore : Gans
- 1 Tor : Ullrich
- 1 Tor : Schipphorst
andere Spiele
- VfL 96 Halle : SV 05 Dessau - Ausfall
- Thüringen Weida : CV Magdeburg - Ausfall
- SV 99 Merseburg : Spfr. Halle - Ausfall