1967/1968 17. Spieltag: 1. FC Union Berlin - FC Carl Zeiss Jena 0:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 17. Spieltag
Saison Saison 1967/1968, Rückrunde
Ansetzung 1. FC Union Berlin - FC Carl Zeiss Jena
Ort Stadion "Alte Försterei" in Berlin
Zeit Sa. 16.03.1968 15 Uhr
Zuschauer 11.000
Schiedsrichter Hans Uhlig (Neukieritzsch)
Ergebnis 0:0
Tore
  • Fehlanzeige
Andere Spiele
oder Berichte
Programmheft
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Berlin
Rainer Ignaczak
Herbert Felsch, Wolfgang Wruck, Harald Betke, Klaus Korn
Ulrich Prüfke, Meinhard Uentz
Günter Hoge, Reinhard Gärtner, Wolfgang Hübscher, Jürgen Stoppok
Trainer: Werner Schwenzfeier
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Wolfgang Blochwitz
Heinz Marx, Peter Rock, Michael StrempelGelbe Karte.gif, Jürgen WernerGelbe Karte.gif
Udo Preuße, Rainer Schlutter
Helmut Stein, Peter Ducke, Dieter Scheitler, Roland Ducke
Trainer: Georg Buschner


Spielbericht

Eine Unbekannte blieb: Tore!

Er sagte das, als stellte er etwas Sensationelles fest, und in diesem Spiel war es durchaus auch eine Überraschung: "Nanu, hier stimmt doch etwas nicht; hier ist ja mal ein Spieler völlig ungedeckt!" Günter Wirth, einst Nationalspieler, heute kritischer Kollege, rief das aus, als Schlutter in der zweiten Halbzeit einmal einen Ball allein annehmen und vielleicht zwanzig Meter im Mittelfeld laufen konnte, ohne angegriffen zu werden.

Beide Trainer hatten ihre Schützlinge gründlich in die Fußball-Mathematik eingeweiht. Und die Spieler erwiesen sich als aufmerksame Schüler, so aufmerksam, wie man es jedem Lehrer nur wünschen kann. Den Gegner (mitunter wurde aus dem Partner ein Gegner) nicht ins Spiel kommen lassen! Nach dieser Devise wurde gehandelt, wobei zumeist das eigene Spiel weniger wichtig erschien. Und so entwiokelte sich ein munterer Pärchenbetrieb (Werner-Hoge, Stoppok-Schlutter, P. Ducke-Wruck, Betke-R. Ducke, Preuße-Gärtner u.a.) der zwar teilweise rassige Zweikämpfe, messerscharfe Duelle brachte, doch dem Spielfluß insgesamt wenig diente. Außerdem hatten einige ihre Schularbeiten so gut gelernt, daß für Eigeninitiative kein Raum blieb. So hätte sich Betke ruhig von R. Ducke lösen können, weil der zu inaktiv, kaum in Bewegung war.

Es gab in dieser Begegnung keine Unbekannte, sieht man vom Ziel des Spiels ab, den Toren nämlich. Die allerdings wurden dem Publikum vorenthalten, trotz einiger Chancen (Strempel - 2., Scheitler - 10., Gärtner - 14., Hübscher - 18., P. Ducke - 55., Uentz - 89.).

Die Gäste hatten einen starken Start. Sicher ist der nicht zuletzt durch das intensive, differenzierte Warmmachen der Buschner-Schützlinge zu erklären, die das so gut taten, wie wir es bisher von keiner unserer Oberligamannschaften sahen. Dieser Beginn imponierte, weil hier variabel gespielt wurde, keiner an seiner Position hing. Mit zunehmender Zeit jedoch - Union kam dann auch besser auf - fuhr sich das Geschehen zusehends fest. Wirkung und Gegenwirkung hoben sich fast auf, Maßnahme und Gegenmaßnahme neutralisierten sich. Bis auf Prüfkes Bemühungen sah man vom Spiel im Mittelfeld nichts. Jenas wuchtige Abwehr schlug sie Bälle stets nach vorn, wo sich der enorm lauffreudige Stein (große Klasse sein Kopfballzuspiel!), Scheitler und P. Ducke (ansteigende Form) ebenso wenig entscheidend durchsetzen konnten wie die zwar eifrigen, jedoch klassearmen Stoppok, Hübscher auf der anderen Seite. Zumal Jenas stabile Deckung risikolos operierte, auch Gärtner und Hoge stets im Griff hatte. So hatte das Treffen zwar interessante taktische Aspekte, hielt viel in bezug auf Schnelligkeit und Spannung, bot jedoch spielerisch zu wenig.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Ein nicht leicht zu leitendes Spiel, in dem viel Zündstoff lag. Uhlig verstand sich zweimal nicht gut mit seinen Kollegen, stand auch dreimal Spielern im Weg, entschied jedoch aufgrund seiner Laufarbeit meist korrekt.

(Klaus Schlegel in "Die Neue Fußballwoche" vom 19. März 1968)