1974/1975 19. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - HFC Chemie 3:2

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 19. Spieltag
Saison Saison 1974/1975, Rückrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - HFC Chemie
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 26.04.1975 15:00 Uhr
Zuschauer 8.000
Schiedsrichter Klaus Scheurell (Wusterhausen)
Ergebnis 3:2
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Helmut Stein
Gert Brauer, Konrad Weise, Andreas Wachter
Harald Irmscher, Rainer Schlutter, Martin Goebel (68. Ulrich Göhr)
Klaus Schröder, Lothar Kurbjuweit, Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer

Halle
Walter Jänicke
Paul Kersten
Dieter Strozniak, Peter Müller, Roland Wawrzyniak (46. Detlef Robitzsch)
Wolfgang Schmidt, Holger Krostitz, Klaus-Peter Dressel
Werner Peter, Waldemar KöppeGelbe Karte.gif, Manfred Vogel

Trainer: Günter Hoffmann


Spielbericht

Weise, Kurbjuweit sicherten Punkte

Holger Krostitz, Debütant in den Reihen der Hallenser, war nach dem Spiel doch ein wenig traurig: "Schade, daß es nicht wenigstens zu einem Punkt gereicht hat. Nach unserer Führung dachte ich, wir würden es diesmal packen."

Tatsächlich, der HFC bot mit seiner Verlegenheitsmannschaft - neben Bransch, Meinert und Nowotny fehlte in Jena auch noch Riedl - spielerisch eine überraschend abgeklärte Partie, hatte durchaus die Chance, gerade bei den heimstarken Jenaern die Serie der sieglosen Spiele (inzwischen sind es neun) zu beenden.

Trainer Meyer hatte Kurbjuweit diesmal als Angriffsspitze aufgeboten, ein Schachzug, der sich durchaus auszahlte. Der Auswahlspieler, athletisch unerhört stark, machte im Verein mit Schlutter, Irmscher und dem immer wieder vorn auftauchenden Weise (er gewann einfach jeden Zweikampf gegen Köppe) gleich zu Beginn Dampf auf. Nach dem Führungstreffer von Schlutter, mit einem herrlichen Schuß unter die Latte erzielt, aber war plötzlich der Faden gerissen. Es lief einfach nichts mehr zusammen.

Die vorher übernervös wirkenden Gäste - nur Jänicke behielt jederzeit klaren Kopf - witterten plötzlich Morgenluft, begannen über Krostitz und Schmidt selbst Gegenangriffe zu inszenieren. Waren sie vor dem Wechsel nur sporadisch zu erkennen, wurden sie nach dem Wiederanpfiff immer häufiger. Stein und Weise, die die schwächer werdenden Mittelfeldspieler in ihren Bemühungen, ein konstruktives Angriffsspiel aufzubauen, unterstützten, machten damit den Stoßstürmern des HFC Räume frei. "Dieser taktische Fehler hätte leicht ins Auge gehen können", so Libero Stein später. Vogel vor allem flog Brauer davon, da ihn der Jenaer Außenverteidiger die Bälle in aller Ruhe annehmen ließ. Den ersten Treffer bereitete er mit einem kraftvollen Flügellauf vor, den zweiten erzielte er selbst, wenngleich ihm Brauer dabei Schützenhilfe leistete, und in der 80. Minute schließlich stand er noch einmal frei vor dem Jenaer Gehäuse. Aber Grapenthin machte sich da noch länger als er ohnehin schon ist und konnte so einen erneuten Rückstand vermeiden.

Jena hat es in allererster Linie Weise zu verdanken, daß in der Endphase doch noch beide Punkte gesichert wurden. Im Verein mit Kurbjuweit rüttelte er seine Mitspieler noch einmal wach, riß sie zu einem energischen Schlußspurt mit.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Scheurell zeigte sich konditionell sehr gut vorbereitet. Er entschied in dem fairen Treffen zumeist auf Ballhöhe.

(Rainer Nachtigall in "Die Neue Fußballwoche" vom 29. April 1975)