1979/1980 11. Spieltag: Hallescher FC Chemie - FC Carl Zeiss Jena 1:0

Aus FCC-Wiki - Wiki vom FC Carl Zeiss Jena
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 11. Spieltag
Saison Saison 1979/1980, Hinrunde
Ansetzung Hallescher FC Chemie - FC Carl Zeiss Jena
Ort Kurt-Wabbel-Stadion in Halle
Zeit Sa. 01.12.1979 13:00 Uhr
Zuschauer 19.000
Schiedsrichter Heinz Einbeck (Berlin)
Ergebnis 1:0
Tore
  • 1:0 Pastor (68.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Halle
Frank Jaenecke
Manfred Fülle
Dieter Strozniak, Roland Wawrzyniak, Jürgen SchliebeGelbe Karte.gif
Detlef Robitzsch, Hartmut Meinert, Wolfgang Schmidt (57. Günter Amler)
Holger Krostitz, Frank Pastor, Werner Peter

Trainer: Peter Kohl

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gert Brauer, Lothar Kurbjuweit, Gerhardt HoppeGelbe Karte.gif
Andreas Krause, Ulrich Oevermann (50. Lutz Lindemann), Dietmar Sengewald
Martin Trocha (80. Wolfgang Schilling), Jürgen Raab, Thomas Töpfer

Trainer: Hans Meyer


Spielbericht

Das Angriffsfeuer brannte auf Sparflamme

Das Charakteristikum unserer Oberliga, Heimstärke und Auswärtsschwäche, hat für Jena keine Gültigkeit, wenn es gegen Halle geht. In den siebziger Jahren gewannen die Zeiss-Städter daheim siebenmal und spielten zweimal unentschieden, aber dem HFC wurde auch in Halle das Fürchten gelehrt. Von neun Spielen gewannen die Hallenser im Kurt-Wabbel-Stadion genau zwei (1975/75 2:1, 1971/72 2:0), während Jena zu drei Punkteteilungen und vier Siegen kam. "Bedingungslos stürmen und für Konter die Räume öffnen, das geht gegen Jena nie gut", erklärte HFC-Kapitän Hartmut Meinert. Da bei den Gästen nach wie vor Weise (nach der dritten Kopfverletzung innerhalb weniger Wochen), Vogel (Achillessehnenreizung), Noack (erst Knie-, jetzt Schulterverletzung) und zunächst auch Lindemann fehlten, hielten auch sie es mit der Vorsicht als dem besseren Teil der Tapferkeit.

Ergo: Safety first hieß die Parole! Das Risiko brannte auf Sparflamme. Beide Mannschaften bezeugten viel Respekt voreinander, der ein gelöstes Spiel erschwerte, ja streckenweise geradezu lähmte. Zwischen 1969/70 und 1978/79 hatte es zwischen beiden Kontrahenten in 18 Spielen nie ein 1:0-Resultat gegeben. Diesmal entsprach es der Logik des Kampfes.

Warum? Weil bei allen ausgeklügelten Deckungsvarianten in unseren Breitengraden niemand auf ein bestimmtes Resultat, auf ein 0:0 zum Beispiel, bewußt spielen kann. Der eine "individuelle Fehler" - nach der gängigen Sprachdiktion - stellte sich auch prompt in Halle ein. Eigentlich waren es drei im Bruchteil von Sekunden, eine Kettenreaktion. Denn: Erstens versäumte es Jena, den Kopfballtorschützen Pastor bei Peters Flanke abseits zu stellen; zweitens konnte Pastor aus sechs (!) Metern völlig unbedrängt ("Hier reagierte Hoppe zu spät", so Trainer Helmut Stein) köpfen; und drittens gab Grapenthin beim fünften Saisontor des HFC-Mittelstürmers beileibe keine gute Figur ab. Direkt neben ihm rutschte der Aufsetzer über die Linie!

Das eigentliche Ärgernis des Treffens war die zaghafte, gehemmte Spielgestaltung. Fehlpässe zerrissen bescheidene Kombinationsansätze. Harmlose Schüsse verursachten keine Unruhe in den Deckungsreihen. Ganze zwölfmal visierten zwei Spitzenklubs das gegnerische Gehäuse an. Wirklich ernst zu nehmen waren nur Schmidts attraktiver 25-Meter-Freistoß (2.) den Grapenthin aus dem Dreieck holte, sowie Strozniaks wuchtiger Freistoß (7.). Peter traf noch zweimal, ohne Aussicht auf Erfolg das Zeiss-Tor. Jena braucht sich nach dieser Auseinandersetzung nicht mit seiner optischen Überlegenheit zu beschäftigen. Wer nur zweimal (ungefährlich obendrein) durch Lindemann (74.) und Brauer (77.) das gegnerische Tor trifft, wenn der komplette Nachwuchs-Auswahlangriff nicht einen einzigen Angriffszug mit einer Chance, unmittelbarer Torgefahr und einem Schußversuch abschließt, muß man am Ende über sich selbst zu Gericht sitzen. Nach meiner Sicht der Dinge hätten sich die Gäste noch lange, sehr lange am Ball produzieren können. Ein Tor wäre ihnen auch dann kaum gelungen!

Zum Schiedsrichterkollektiv: Einbeck leitete korrekt. Mit beiden Linienrichtern, unaufmerksam und falsch entscheidend, hatte er Probleme.

(Günter Simon in "Die Neue Fußballwoche" vom 4. Dezember 1979)