1983/1984 05. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - 1. FC Lokomotive Leipzig 1:4

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 5. Spieltag
Saison Saison 1983/1984, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - 1. FC Lokomotive Leipzig
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 10.09.1983 15:00 Uhr
Zuschauer 9.000
Schiedsrichter Wolfgang Henning (Rostock)
Ergebnis 1:4
Tore
  • 0:1 Bornschein (17.)
  • 1:1 Trocha (27.)
  • 1:2 Liebers (38.)
  • 1:3 Liebers (68.)
  • 1:4 Zötzsche (80.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gert Brauer (46. Andreas Krause), Heiko Peschke, Jürgen Köberlein
Gerhardt Hoppe, Stefan Meixner, Thomas Ludwig (66. Thomas Töpfer)
Martin Trocha, Jürgen Raab, Jörg Burow

Trainer: i. V. Helmut Stein

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Leipzig
Rene Müller
Wolfgang Altmann
Ronald Kreer, Thomas Dennstedt, Uwe ZötzscheGelbe Karte.gif
Lutz Moldt, Uwe Bredow (78. Peter Schöne), Mathias Liebers
Hans Richter, Hans-Jürgen Kinne, Andreas Bornschein (19. Raymond Haarseim)

Trainer: Harro Miller


Spielbericht

Klassische Konter entblößten Jena

Einmütiger Tenor nach diesem in Höhe und Ausmaß zweifellos sensationellen Leipziger Triumph: Jena verkaufte sich so teuer wie möglich, zerbrach aber schließlich an einem Gegner, der taktisch diszipliniertes Abwehrverhalten mit der Fähigkeit zum beherzten Konterspiel in nahezu ideale Übereinstimmung brachte. Als die Leipziger ihren Zeitpunkt für gekommen hielten, sie das allmähliche Erlahmen des im ungestümen Vorwärtsgang geschwächten Kontrahenten spürten, schlugen sie in eiskalt-beherrschtem Stil zu. Die Schlußviertelstunde wurde so zu einer der bittersten in Jenas stolzer und nur selten angetasteter Heimbilanz überhaupt!

Keine Frage: zum gegenwärtigen Zeitpunkt muß unzureichender spielerischer Schliff durch Fleißarbeit, Einsatz und Willenskraft in größerem Maße als jemals zuvor kompensiert werden. Das braucht man Spielern wie Schnuphase, Brauer, Hoppe oder Raab, der sich in dieser undankbaren Rolle mit leidenschaftlichen Verhalten an seinem cleveren Gegenspieler Dennstedt zu bestätigen versuchte, sicherlich nicht erst unter die Haut zu reiben. Sie versuchten schließlich auch alles, um das Spiel in der Hand zu halten, erfolgreich zu gestalten. "Anstatt unsere Chancen zu nutzen, schlug Lok schon vor der Pause zweimal zu. Deshalb mußten wir mit verstärkter Offensivkraft der Abwehrspieler später alles riskieren", sa das Fazit aus der Sicht des Außenstehenden, in diesem Fall Andreas Bielau. Beängstigung löste Jena zwar aus, auch vielversprechenden Dauerdruck bis weit in die 2. Halbzeit hinein, aber an den Grundfesten der Leipziger Strategie vermochte die Elf auf diese Weise letztlich nicht zu rütteln: Keinen Zentimeter Raum in der immer wieder rechtzeitig auch von den Angriffs- und Mittelfeldspielern (Kinne) zusammengeschweißten Abwehr preisgeben. Die Klasse Müllers im spektakulären Stellungsspiel garantiert dafür ebenso wie die Abgeklärtheit Altmanns im Zentrum einer bis in die Zehenspitzen hinein konzentriert-explosiv wirkenden Verteidigerkette.

Leipzig trug auch diese Handikaps: Verzicht auf Schöne (leicht indisponiert), baldiger Ausfall Bornscheins (Oberschenkelverletzung). Die Elf blieb beherrscht, ruhig am Ball (Moldt, Liebers) in abwartenden Positionen, dann jedoch ebenso überlegt in der Anwendung des schnellen, weiträumigen Spiels auf die Spitzen, wenn sich Räume dafür anboten. Jena ignorierte die Warnsignale, die Richter (57., 63. völlig freistehend) setzte. Es kam, wie es kommen mußte: Mit spielverlagernden Pässen und Tempovorstößen bester Güte (Zötzsche) wurde der Gegner überlaufen, ausmanövriert, in der Deckung total entblößt.

Klassisch, wie Lok Sieg und Platz 1 festigte.

(Dieter Buchspieß in "Die Neue Fussballwoche" vom 13. September 1983)

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