1985/1986 05. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - BSG Stahl Riesa 5:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 5. Spieltag
Saison Saison 1985/1986, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - BSG Stahl Riesa
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 21.09.1985 15:00 Uhr
Zuschauer 7.000
Schiedsrichter Norbert Haupt (Berlin)
Ergebnis 5:1
Tore
  • 1:0 Bielau (17.)
  • 2:0 Raab (45., Foulstrafstoß)
  • 2:1 Seifert (47.)
  • 3:1 Lesser (80.)
  • 4:1 Peschke (85.)
  • 5:1 Raab (87.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Perry Bräutigam
Konrad Weise
Mario Röser, Wolfgang Schilling
Gert Brauer, Stefan Meixner, Jürgen Raab, Heiko Peschke, Andreas Krause
Andreas Bielau , Stefan Böger (77. Henry Lesser)

Trainer: Lothar Kurbjuweit

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Riesa
Claus Boden
Frank Lieberam
Gerd Kerper (71. Andreas Schmidt), Ingolf Pfahl
Thomas FischerGelbe Karte.gif, Müller, Falk ZschiedrichGelbe Karte.gif, Fred Mecke, Knut Martick (36. Detlef Uecker)
Jens Pfahl, Gerd Seifert

Trainer: Siegfried Gumz


Spielbericht

Schrecksekunden häuften sich

Ohne ihre Leistungsfähigkeit zu überschätzen, waren die Riesaer doch mit relativ klaren Vorstellungen ins Abbe-Sportfeld gereist. "Wir wollen versuchen, Jenas kompaktes Mittelfeld zu neutralisieren, bei Ballbesitz die Schnelligkeit der Spitzen nutzen", wie Trainer Siegfried Gumz die taktische Problematik der bevorstehenden 90 Minuten umriß. Doch dann ging schon manches andere schief, bevor es zum eigentlichen Toreinbruch kam. Martick wußte mit seiner Rolle gegen den immer wieder blitzschnell an ihm vorbeiziehenden Bielau nichts anzufangen, zwang seinen Trainer mit der Einwechslung eines dritten Stoßstürmers (Uecker) frühzeitig dazu, die Grundkonzeption zu ändern. Erstaunlich auch dies: Niemand fühlte sich verantwortlich dafür, den im Mittelfeld nach Belieben seine (wenn auch zunächst wirkungslosen) Kreise ziehenden Peschke zu stellen. Gewisse Unordnung also schon hier, in dieser ersten Phase, bevor es zur Aufgabe des wichtigsten Prinzips überhaupt kam: Räume und Gegenspieler absichern!

"Mit dem Anschlußtreffer lockten wir Riesa ganz offensichtlich heraus", meinte Zeiss-Trainer Lothar Kurbjuweit mit dem Hinweis darauf, daß sich den schnellsten seiner in der Antrittsstärke insgesamt überlegenen Schützlingen mehr und mehr Angriffsflächen in der Breite und Tiefe anboten. Dort tummelten sich Bielau, Meixner, Raab, Böger und danach auch Lesser nach Herzenslust. Für das, was sich in ihrem Rücken entwickelte, besaßen auch Spieler wie Mecke, Müller, Zschiedrich, G. Kerper diesmal nur einen stark getrübten Blick! Ende vom Lied: Boden konnte die vielen allein auf ihn zustürmenden Jenaer nicht auf Dauer in die Schranken weisen.

Den Sprung auf Platz 3 vollzog der Klub mit der für sein Spiel typischen Aggressivität und Zweikampfforsche. Geradlinigkeit zählte erst nach dem Wiederbeginn zu seinen erwähnens- und lobenswerten Stärken. Da spürte er, von übertriebenen Vorpausen-Einzelaktionen ohne echte Erfolgsaussichten abweichen zu müssen. Tempo, Drang, verständnissvolles Spiel in die schnell belaufenen Räume harmonierten immer besser. Riesa sollte die vielen Schrecksekunden ("als bittere, heilsame Lehre, wie ich hoffe", so Sektionsleiter Klaus Lehmann) für die nächsten Aufgaben in Erinnerung behalten!

(Dieter Buchspieß in "Die Neue Fussballwoche" vom 24. September 1985)