2002/2003 09. Spieltag: VFC Plauen - FC Carl Zeiss Jena 0:1

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Spieldaten
Wettbewerb Oberliga, 9.Spieltag
Saison Saison 2002/2003, Hinrunde
Ansetzung VFC Plauen - FCC
Ort Vogtlandstadion in Plauen
Zeit So. 13.10.02 14:00 Uhr
Zuschauer 3.120
Schiedsrichter Gräfe (Berlin)
Ergebnis 0:1
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Plauen
Golle
Hölzel
Richter, Krasselt
Risch, Dashi, Schulze, Gemeiner (65. Sprenger)
Pannach (65. Gemazashvili), Curri, Popa

Trainer: Müller


Jena
Tino Berbig
Olaf Holetschek
Markus Grasser, Joachim Schwabe
Jörg Nowotny, Vito Benedetti, Stefan Treitl, Dirk Hempel (17. Kais Manai, 86. Gediminas Sugzda), Alexander Maul
Sergio Sanchez (62. Steven Sonnenberg), Jan Zimmermann

Trainer: Thomas Vogel

Spielbericht

"Spitzen"-Spiel in Plauen - mehr als nur ein Kalauer! Der FCC gibt sich mal wieder im Vogtlandstadion die Ehre - und die "Lokalmatadore" sowie deren Nachwuchsabteilung "Die Titanen" sind per Bus dabei!
"Erwarte nix - und Du wirst nicht enttäuscht!" sprach einmal ein kluger Mann aus. Er muss Zeissfan gewesen sein.... Zumindest was die letzten Jahre betrifft konnte der FCC in den wirklich wichtigen Spielen nicht punkten. Sei es gegen die geliebtverhassten Erfurter oder im Kampf um den Aufstieg gegen Dynamo oder eben jenes Plauen! Plauen - was bilden die sich ein, im Konzert der "Großen" aus Jena, Leipzig, Dresden und Zwickau eine Mandoline spielen zu wollen? Nein, man traut ihnen nichts zu - anders als den mit Technik beschlagenen gefallenen Engeln der DDR-Oberliga. "Die können nichts! Die Holzhacker" stellt der einseitig belichtete, von den längst vergangenen und schon verblassten Erfolgen des FCC früherer Tage geblendete Sachverständige fest.
Etwa 700 unentwegte Optimisten, Schmerzperverse und Interessierte wollen live dabei sein, wenn der FCC mal wieder eine Spitzenspiel versemmelt. Bevor die Gladiatoren die - mit etwa 3000 Mennecken an der Bedeutung des Spieles gemessen spärlich besetzte - Arena betreten, heult uns Campino die Ohren voll und fordert auf, wenn man am Boden liegt wieder aufzustehen. Das Auswärtsfahrer-Lied des Zeissfans!
Nach 12 Minuten drischt Jenas Maul aus Nahdistanz die Kugel in die Plauener Maschen. Ekstatischer Jubel, Freude, Aufstiegseuphorie unter den Mitgereisten, die zu Mitgerissenen mutieren. Das Führungstor verleiht den Stummen Jenaer Heimspiele eine Stimme. Blinde glauben, am Horizont den Silberstreif zu erkennen und Lahme werfen die Krücken des Pessimismus beiseite. Die Jenaer Familie - es gibt sie noch........
Die Plauener Spitzen bleiben stumpf *g*.... Jena könnte erhöhen, doch will nicht zur Arroganz neigen, hält das Spiel offen. Meine Herzmuskelzerrung und der Konsum ungezählter Inhalierstäbchen bilden eine ungute Symbiose. Die zweite Hälfte bringt als dritten Risikofaktor auch noch Stress ins Spiel. Plauen drückt und Jena beißt - so ähnlich muss Calcio vor über 2000 Jahren gespielt worden sein. Jena hat das Glück des Tüchtigen - und dessen Meister im Tor. Berbig hext drei, vier Hochkaräter von der Linie. Das kostet Kraft, die bei den Abschlägen fehlt.... Jenas Spiel ist nicht schön - aber es gefällt... Die letzten 5 Minuten des Spieles wankt der Autor dieser Zeilen zwischen Hoffen und Bangen. Apathisches Fingernägelkauen, Kopf-hin-und-her-wippen und andere Reflexe begleiten den Kampf gegen die Uhr. Ich kann nicht mehr hinsehen. "Pfeif ab Du Sau!" schmettere ich dem schlechten aber aufrechten Schiri entgegen. Nein, Mutwilligkeit konnte man dem Blinden nicht unterstellen - er war auf beiden Seiten konsequent schlecht. Aber irgendwann kann auch er nicht mehr gegen die Uhr an - aus! Aus! Das Spiel ist aus! Jena ist Weltmeister......

--Traudel