2007/2008 24. Spieltag: Kickers Offenbach - FC Carl Zeiss Jena 2:1

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Spieldaten
Wettbewerb 2. Bundesliga, 24. Spieltag
Saison Saison 2007/2008, Rückrunde
Ansetzung Kickers Offenbach - FCC
Ort Kickers-Stadion Bieberer Berg
in Offenbach
Zeit Fr. 14.03.2008 18:00 Uhr
Zuschauer 9.258
Schiedsrichter Bibiana Steinhaus (Hannover)
Ergebnis 2:1
Tore
  • 1:0 Bancé (18., Kopfball,
    nach Eckball von Ricardo Sousa)
  • 2:0 Bancé (47., Kopfball,
    Vorabeit Bungert)
  • 2:1 Torghelle (89., Rechtsschuss,
    Vorarbeit Allagui)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Offenbach
Thier
Hysky, Bungert, Sichone, Pinske
Wörle, Mokhtari (81. Watzka), Ricardo Sousa (58. Ogungbure), T. JudtGelbe Karte.gif (85. Epstein)
Bancé, TürkerGelbe Karte.gif

Trainer: Andersen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Vasili Khamutouski‎
Alexander Maul, Robert Müller, Michael Stegmayer
Patrick Amrhein (46. Sándor Torghelle), Torsten Ziegner, Niels Hansen, Tobias Werner
Jan ŠimákGelbe Karte.gif
Marcel Schied (80. Kosi Saka), Sami Allagui

Trainer: Henning Bürger

Spielbericht

Wo alles begann …
Wieder mal sang-, klang- und punktelos -1:2 beim OFC

Es war irgendwann so nach ca. einer gespielten Stunde, gestern Abend am Bieberer Berg: Der geschätzte FCC-News-Seiten-Betreiber, Frank C., hatte seine Karteikarte nebst Stift schon verstaut, als sich unsere (traurigen) Blicke begegneten. „Was soll man auch noch groß schreiben?“, fragte ich ihn? „Nichts“, antwortete er, „das kennen wir ja alles schon.“
Jenas fähnchenschwingender (dunkler) Fanblock-Teil untermalte die schaurige Vorstellung unserer Helden zu der Zeit mit einem einschläfernden Dauersingsang (dabei wäre ein Weckruf wesentlich angebrachter gewesen) und Textfragmente wie „Leidenschaft“ oder „stolz geschwellte Brust“ erschienen in diesem Moment so fragwürdig und deplatziert wie Ketchup in einem Gourmet-Tempel. Das alles hatte surrealistische Züge, demonstrierten doch die Blauen auf dem Platz wiederholt, wie sehr Anspruch und Wirklichkeit im Ligaalltag auseinander klaffen.

Dabei hatten wir unsere Tour ins Hessische durchaus optimistisch gestartet. Schließlich gingen wir davon aus, dass jeder FCC-Emblem-Träger sich in Offenbach die Seele aus dem Leib rennen würde, um sich auch ja seinen Stammplatz für Dienstag zu sichern. Die A 4 westwärts befahrend, zeigten sich alsbald auch schon erste Vorboten des dienstäglichen Pokalhits: Fahrer, deren Autos Wimpel oder Aufkleber des SC Meineid 04 trugen, reckten beim Überholen den Daumen, so signalsierend, wem sie am Dienstag den Sieg gönnen würden. Naja, manchmal kann man sich seine stillen Sympathisanten eben nicht aussuchen, leider. Lange vor Spielbeginn erreichten wir den Gästeparkplatz und hatten von nun an ein absolut „sicheres“ Gefühl, immerhin schien Hessens Polizei den Ehrgeiz zu haben, jedem angereisten FCC-Fan mindestens einen Polizisten an die Seite stellen zu wollen. Amüsant auch, wie die Damen und Herren darüber diskutierten, wie viele Parkplätze sie wohl für „die ganzen Busse“ reservieren müssten. Der Ehrlichkeit wegen sei aber angemerkt, dass alle Uniformierten sich (jedenfalls soweit beobachtbar) zurückhielten und sich (überraschend oft) als höflich, nett und freundlich erwiesen. Daher sei an dieser Stelle auch erwähnt, dass mit Eintreffen der Gäste-Spieler plötzlich ein Grüner lauthals „Ehhh, Stefan!“ rief, worauf sich der angerufene Herr Kühne umdrehte, freudestrahlend gen Zaun schlenderte und dort herzlich einen wohl alten Wiesbadener Kumpel begrüßte. Reichlich niveauloser zeigten sich die Offenbacher Fans, fiel ihnen doch nur das unsägliche Liedchen von 40 Jahren Mauern und Stacheldraht ein. Hessen eben …

Schade, dass den Offenbacher Stadiondekorateuren wohl ein Übermittlungsfehler unterlaufen war. Irgendjemand hatte da wohl eine Nachsilbe „er“ zu viel auf der Schablone und so war überall an den Tribünen zwar der Vorname des Jenaer Trainers zu lesen, allerdings um genau eine Silbe zu lang. Der Gästeblock füllte sich nur zäh und uns blieb Zeit für reichlich Anekdoten aus besseren Zweitliga-Tagen, oftmals ausgelöst durch den Satz „Hier in Offenbach fing damals alles an …“

Dann gab Fräulein Bibiana das Startsignal und kurze Zeit später brannte es schon erstmals durch Mokhtari lichterloh in unserem Strafraum. Zwei Ecken galt es zu überstehen. (2.) Nach 5 Minuten dann erstmals das, was Jena gestern unter „Offensive“ verstand, als Simak sich zwar am linken Strafraumeck behauptet, aber den Abspielzeitpunkt verpennt. Etwas ausgeschlafener zeigte sich dann nach 7 Minuten Stegi, als er in höchster Not gegen Türker zur Ecke klärte. Daraus entwickelt sich ein blauer Konter über Simak und Rechts, den gedachten Querpass zu Schied bekommt aber Thier zu fassen. Gewohnt sicher zeigte Vasili K. nach 9 Minuten, als er einen OFC-Freistoß sicher pflückte. Nach einem Hansen-Pass auf Tobias Werner erlebten wir nach 11 Minuten Jenas ersten Torschuss, der aber abgeblockt wurde. Nach 14 Minuten reagierte wieder Vasili K. prächtig, schnappte sich einen OFC-Kopfball nach Freistoß und der FCC kam zu einem Konter über Sami Allagui. Endstation OFC-Abwehr. Kurz darauf scheint Thier wieder mal sein Fliegenfänger-Image pflegen zu wollen, seine Unsicherheit beschert dem FCC einen Eckball von der rechten Seite. Ziege tritt und das war’s dann auch. Dann schwebte nach 18 Minuten eine Offenbacher Ecke von rechts herein, Maul verlor das Kopfballduell am Fünfmeterraum und von Bances kasprig blond gefärbtem Schädel segelte der Ball unaufhaltsam zum 1:0 hinter die Linie. Als dann eine Minute später Stegi auf links 30 Meter vor dem Tor steht, folgt ein Zwitterball aus Flanke und Schuss, den Thier sicher aufnehmen kann. Danach war die Zahl der über das Stadion hinweg startenden Flugzeuge höher als die, der erwähnenswerten Spielszenen. Auffällig erst wieder Ziegners herrlicher Steilpass auf Allagui, der auch sofort abzieht. Bleibt die Frage, ob Tobias Werner in den knapp vorbei zischenden Ball noch hätte reinrutschen können? (29.) Eine Minute später versucht es Ziegner mit einem 20 Meter-Schuss, allerdings so schwach, dass selbst Thier hier keine Mühe hatte. Erneut eine Minute später versucht es Ziege nun aus 30 Metern, woraus sich ein OFC-Konter samt Freisoß entwickeln. Bei letzterem konnte wieder Vasili K. den Beweis erbringen, derzeit Jenas bester Mann im Kader zu sein. Hektik dann nach 36 Zeigerumdrehungen. Simak ballert aus 20 Metern auf’s Tor und Thier lässt prallen. Als eine Jenaer (Allagui?) hinterher setzt, wird er von seinem Gegenspieler umgerempelt und komischerweise bleibt Bibianas Pfeiflein stumm. Aus geschätzten 150 Metern Entfernung behaupte ich mal: klares Foul – 11 Meter! Nach 38 Minuten wird dann Schied links im 16-er freigespielt, aber auch ihm gelingt es nicht, sich entscheidend in Szene zu setzen. Dann versucht es mal wieder Tobias Werner aus 25 Metern mit links, aber sein unplatzierter Ball landet in Thiers Armen. Eine Minute vor der Pause treffen Schiedsrichterin und Assistent eine falsche Einwurfentscheidung. Simak schnappt sich den Ball, wirft ihn Richtung Blondi und hat mit seinem Betteln Erfolg – Gelbe Karte Nummer 8. Simak, hier schon oft gelobt, zeigte gestern sein wohl schlechtestes Spiel in den Farben des FCC. Auch Simak hat mal das Recht, schwach zu spielen. Aber gestern kam dazu noch eine seltsame Art von Lustlosigkeit so als wäre er des Mitkickens überdrüssig. Würde ich nicht an das Gute im Fußballer glauben, würde ich behaupten, er hätte sich diese Gelbe abgeholt um sich bald mal wieder ein Spiel zu ersparen …
Sorry Jan, aber noch trägst Du das heiligste Fußballhemd und das ist nix für Diven! Als dann erst Türker nach einer Rechtsflanke aus 5 Metern über das Tor gedroschen und kurz danach erneut Vasili K. souverän geklärt hatten (auch bei der anschließenden Ecke), war endlich Pause.

Fußballspiele aus der Hintertorperspektive ansehen zu müssen, ist nicht immer eine Freude. Wenn man dadurch aber, wie gestern geschehen, überdeutlich Fehlerquote und Unorganisiertheit des eigenen Teams wahrnehmen kann, dann wird es sogar zur Qual. Annahme- und Zuspielfehler dutzendweise, viel zu weit weg stehende Abwehrspieler, ein uninspiriertes Mittelfeld (in dem Amrhein einen gebrauchten Tag erwischt hatte) und Angreifer, die einerseits keine gescheiten Zuspiele erhalten und andererseits kaum einen Zweikampf gewinnen – das war das bittere Fazit der ersten 45 Minuten.

Wer auf Besserung gehofft hatte, sah sich gleich nach Wiederanpfiff getäuscht. Zunächst hatte zwar Allagui eine gute Aktion auf seinem Konto, verpasste aber das Abspiel – doch schon als die erste Offenbacher Nachpausenflanke gemütlich in unseren Strafraum segelte, bestaunten alle Jenaer bewegungslos die Flugbahn des Balles. Nachdem der freistehende Bance den Ball unbedrängt zum 2:0 eingeköpft hatte, waren die Unseren dann doch zum sich Bewegen gezwungen, denn irgendwie muss der Ball ja zum Mittelkreis gelangen. (47.) Nach 55 Minuten machte ein Blick auf die Ersatzspieler beider Teams erneut staunend: Die Hessen absolvierten schweißtreibende Übungen unter Anleitung des extra dafür abgestellten Co-Trainers, unsere Jungs hopsten gelangweilt die Linie entlang oder saßen auf dem Körperteil, welches sie sich eigentlich hätten aufreißen sollen …

In Minute 56 hätte Türker den Sargdeckel zuklappen können, aber Vasili K. war auch nicht per Heber zu überwinden. Nach 58 Minuten setzte dann Sandor Torghelle zu einem 16-Meter-Schuss an und ein Offenbacher bekam gerade noch so einen Fuß dazwischen. Weiter ging es allerdings mit Abstoß OFC? In der 63., 65. und 68. Minute schien dann Simak nochmals ein wenig Lust am Spiel gefunden zu haben, aber egal ob Freistoß, Zuspiel oder was auch immer – alles blieb eher bescheiden. Nicht so nach 70 Minuten. Simak erreicht ein Steilpass am 16-er und nach eleganter Finte mit anschließendem Schuss weiß Thier wohl bis heute noch nicht, wie er da noch die Hand dran bekam. Die folgende Ecke endet damit, dass ein Offenbacher den Ball gerade noch so von der Linie kratzt. 2 Minuten später folgt ein weiter Pass auf Türker, der Maul ganz alt aussehen lässt, aber das Duell mit Vasili K. erneut verliert. Maul war auch in die nächste erwähnenswerte Szene involviert. Als ihn eine FCC-Ecke in Minute 78 erreichen sollte, verhindert sein Gegenspieler das ganz eindeutig durch ein Handspiel. Aber weder Schiedsrichterin noch Linienrichter konnten oder wollten das sehen, und das war mehr als ärgerlich. 8 Minuten vor dem Ende war es erneut Vasili K. der dem unbedrängten Kombinationsspiel der Offenbacher auf Rechts ein resolutes Ende setzte. Tja, und dann spielte der FCC noch für ein paar Minuten ansatzweise so, wie man sich das von Beginn an gewünscht und erhofft hatte. Konzentriert, energisch und mutig nach vorn. Gegen biedere Hausherren dauerte es auch nur wenige Minuten, bis diese Spielweise zum Erfolg führte. Begonnen hatte alles mit einem feinen Jenaer Angriff über die rechte Seite, dem Rückpass zu Simak und dessen eher kläglichem Schuss. (84.) Nach 85 Minuten nächster FCC-Angriff, wieder über die rechte Seite und nach Torghelles exakter Flanke auf den langen Pfosten war Allagui nur einen Zentimeter zu kurz, um den Ball einzudrücken. Pech, das Simaks Schuss aus 10 Metern unmittelbar danach nur an den Außenpfosten klatschte. Dann Minute 89, über Ziegner kommt der Ball erst zu Allagui und dann zu Sandor T. – und dann steht es 1:2! Eine Chance sollte der FCC noch haben, aber da Simak sich in Minute 90 für einen Schuss, statt für eine Hereingabe in den nun nur noch ängstlich bewachten OFC-Strafraum entschied, war die nächste Punktspielniederlage perfekt.

Wenn man in ein Fußballspiel hineingeht, dann muss man dieses auch gewinnen w o l l en! Aber genau dieser Wille war gestern bei den Jenaern nicht zu erkennen, das hatten die keinesfalls überragenden Vorstadtkicker ihnen voraus. Wer auch immer da spekuliert (und entschuldigt), die Unseren seien doch alle schon mit dem Kopf in Dortmund gewesen, dem sei gesagt: es gab gestern nichts zu sehen, von dem man sagen könnte, das würde Mut für Dienstag machen. Vorfreude auf das Match am Dienstag hat (mit Ausnahme von Vasili K.) gestern niemand verbreitet, schade eigentlich!

Den Parkplatz ansteuernd errichten unsere Trommelfelle folgende Worte: „Das Lautsprecher-Team der Polizei möchte sich bei den Jenaer Fans für das faire Auftreten während des Spiels bedanken. Wir wünschen einen guten Heimweg und vor allem viel Glück am Dienstag!“ Danke, Letzteres können wir gebrauchen, reichlich!

Und wenn ich mir für Dienstag etwas wünschen kann dann dies: Einen FCC-Sieg in der Verlängerung durch ein klares Abseits-Tor! Das widmen wir dann ganz speziell Thomas Doll – in Erinnerung an 1988!!!

Auf geht’s, Jena! Kämpfen und siegen!
YNWA

--Kopfnuss