1968/1969 09. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - BFC Dynamo 4:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 9. Spieltag
Saison Saison 1968/1969, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - BFC Dynamo
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 12.10.1968 14:30 Uhr
Zuschauer 8.500
Schiedsrichter Schmidt (Schönebeck)
Ergebnis 4:0 (3:0)
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena (weiß-blau/weiß)
Wolfgang Blochwitz
Heinz Marx
Udo Preuße, Peter Rock, Michael Strempel, Werner Krauß
Harald Irmscher, Roland Ducke
Rainer Schlutter, Peter Ducke (68. Helmut Stein), Dieter Scheitler
Trainer: Georg Buschner
Berlin (weiß-rot)
Jürgen Bräunlich
Dieter Stumpf, Wilfried Trümpler, Jochen Carow, Joachim Meynhardt
Seidel (46. Detlef Schneider), Manfred BeckerGelbe Karte.gif
Dieter Hempel (52. Detlef Weber), Günter Aedtner, Harald Schütze, Peter Lyszczan
Trainer: Karl Schäffner

Spielbericht

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Dynamo war noch sehr gut bedient

Die zuversichtliche Haltung des BFC fußte auf vergangenen Tagen: "In Jena sahen wir in unseren Oberliga-Jahren eigentlich immer gut aus", erklärte Clubleiter Manfred Kirste. Auch Kapitän Dieter Stumpf schien davon auszugehen: "Ein Unentschieden ist möglich!" Und Trainer Karl Schäffners Erläuterungen ("Wir spielen auf keinen Fall defensiv, werden uns auf den Meister gut einstellen und vor allem versuchen, seine Mittelfeldspieler in den griff zu bekommen") deuteten auch nicht gerade auf eine duldsame, passive Einstellung seiner Elf hin. Aber bei allem Selbstvertrauen, bei aller äußerlich demonstrierten Ruhe und Sicherheit, so recht glaubhaft wirkte es nicht. Gewiß lieferten die Berliner in Jena schon große Spiele - aber mit Marquardt, Heine, Mühlbächer, Skaba, Schröter! Von deren Leistungsvermögen trennt die heutige Generation leistungsmäßig, individuell (noch) eine ganze Klasse! Daran gibt es nichts zu deuteln. Eifer, Ehrgeiz sind lobenswerte Eigenschaften, aber auch nur das. In der BFC-Elf war keine Linie, kein Stil ("Die Elf besaß keine Kombinationssicherheit, individuellen Aktionen fehlte der torgefährliche Zuschnitt", urteilte DFV-Beobachter Alfred Kunze), die Abwehr garantierte mehr für Fehler als für Sicherheit ("Deckungsfehler ermöglichten billige Treffer, wir müssen unbedingt für ein strengeres Abwehrprinzip sorgen", bemängelte Karl Schäffner), und im Angriff besaßen nur Schütze und Aedtner lobenswerte Initiative. Was Hempel, Lyszczan, Weber, aber auch Seidel und Schneider dagegen boten, ist dem Begriff "Ausfall" nur ungenügend umschrieben.

Dieser Neuling war der recht harmlose Kontrahent für den spielerisch wieder stärker, gefälliger auftrumpfenden Meister, um sein Torkonto ansehnlicher zu gestalten. Irmschers Spielfreude und seine Musterpässe düpierten die Berliner ständig (warum er nicht zum A-Aufgebot gegen Polen gehört, ist schlechthin unverständlich), ihn vermochte der BFC ebensowenig auszuschalten wie R. Ducke, Rock, W. Krauß, die im Mittelfeld nach Belieben schalteten und walteten, und P. Ducke im Angriffszentrum. Preußes Lattenschuß (22.) war nur eine der weiteren großen Tormöglichkeiten für den Meister. Trainer Georg Buschner sprach dann auch sicher zu Recht vom "besten Spiel in dieser Saison auf eigenem Platz, von gutem Kombinationsfußball und hoher Torgefährlichkeit seiner Elf." Der Meister ist jedenfalls wieder im Kommen!

Zum Schiedsrichterkollektiv: Schmidt leitete nicht fehlerfrei, aber auch nicht übermäßig kritikwürtdig. Im Hang zur kleinlichen Entscheidung achtete er leider auf manchen Vorteil nicht.

(Günter Simon in "Die Neue Fußballwoche" vom 15. Oktober 1968)

Junioren : 2:4 - Jena : Benkert , Pogorzelski , Rummler , Finna , Struppert (Dennstedt) , K.Weise , Wachter , Richter (Maerz) , Jauch , E.Weisse , Danz - Tore : Rummler , Maerz / Rohde 2 , Schlothauer , Labes