1973/1974 06. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - BSG Stahl Riesa 3:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 6. Spieltag
Saison Saison 1973/1974, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - BSG Stahl Riesa
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 15.09.1973 15:00 Uhr
Zuschauer 7.000
Schiedsrichter Helmut Bader (Bremen/Rhön)
Ergebnis 3:0
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Wolfgang Blochwitz
Bernd Bransch
Andreas Wachter, Helmut Stein, Lothar Kurbjuweit
Martin Goebel, Harald Irmscher, Rainer Schlutter
Harry Kunze (36. Gerd Struppert), Peter Ducke, Eberhard Vogel (28. Norbert Schumann)

Trainer: Hans Meyer

Riesa
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Manfred Kallenbach
Reinhard Hauptmann
Achim Ringel, Johann EhlGelbe Karte.gif, Eberhard Lippmann
Wolfram Meinert, Peter Buschner, Frieder Steuer (61. Günter Wendisch)
Thomas Börner, Werner Pafel, Peter Kotte

Trainer: Günter Guttmann


Spielbericht

Ein Pyrrhus-Sieg für die Gastgeber

Auch beim Sieger gab es am Ende unzufriedene Gesichter. "Es ist für uns ein Pyrrhus-Sieg. Das 3:0 haben wir mit drei verletzten Spielern teuer bezahlt, und das vier Tage vor dem UEFA-Cuptreffen mit Mikkelli", klagte Zeiss-Trainer Hans Meyer. Vogel und Kunze schieden noch vor dem Pausenpfiff aus, Goebel verließ in der 65. Minute das Feld.

Erst als der Gastgeber dezimiert war, errangen die Stahlwerker eine spielerische Gleichwertigkeit. Bis dahin stellten die Riesaer ihr Licht all zu sehr unter den Scheffel, operierten sie ängstlich und zurückhaltend. Nur Kotte versuchte, die Jenaer Hintermannschaft in Vergangenheit zu bringen. So überließen die Gäste dem Platzbesitzer die Initiative. "Dieser Mangel ist schon seit dem ersten Spieltag augenfällig. Die Mannschaft kann sich ganz einfach aus ihrer Zurückhaltung nicht lösen", bemängelte Trainer Günter Guttmann.

Vielleicht war durch diese Einstellung Stahl der richtige Testpartner für den FC Carl Zeiss, wenn man sich daran erinnert, wie defensiv sich im letzten Jahr MP Mikkelli im Ernst-Abbe-Stadion verhielt. Lange Zeit taten sich die Jenaer dann auch sehr schwer gegen den Stahl-Riegel, fanden nicht das einzig erfolgversprechende Mittel, nämlich Angriffe über die Flügel, um das Bollwerk zu überwinden. Sicherlich fiel dabei der frühzeitige Ausfall der etatmäßigen Außenstürmer Vogel und Kunze ins Gewicht, die alleinige Erklärung für diesen Fehler war es jedoch nicht. Der pausenlose Druck schnürte Riesa in der eigenen Hälfte förmlich ein, doch eine hohe Fehlerquote unterbrach immer wieder den Angriffsfluß. Unkonzentriertes Abspiel (Bransch, Stein), unkluges Ballführen (Schumann, Irmscher), ungenügende Konzentration beim Torschuß (Struppert, Bransch) waren nur einige der Ursachen. P. Ducke scheiterte sogar mit einem von Meinert an Schlutter verursachten Foulstrafstoß an Kallenbach ("Ich ahnte die Ecke, außerdem war der Schuß zu schwach", so der Torsteher).

Erst zwei grobe Schnitzer der Stahl-Abwehr ermöglichten den Gastgebern noch einen in dieser Höhe eigentlich erwarteten Sieg. Er entsprach letztlich der optischen Überlegenheit, sagte allerdings nichts über die in vielen Phasen mangelnde Angriffsgestaltung beim Sieger aus. Ein P. Ducke in blendender Form, aber erneut mit überflüssigen Mätzchen, wird nicht immer ein Treffen fast allein entscheiden können. Er und der stark verbesserte Schlutter trugen die Hauptlast des Spieles.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Bader hatte Mühe, das teilweise hektische Geschehen unter Kontrolle zu bekommen. Einige Spieler (Ehl, P. Ducke) nutzten seine Großzügigkeit, seinen sparsamen Umgang mit gelben Karten weidlich aus. Ein energischeres Einschreiten wäre nötig gewesen, denn die Gesundheit des Gegenspielers wurde nicht von allen geachtet.

(Jürgen Nöldner in "Die Neue Fußballwoche" vom 18. September 1973)