1973/1974 26. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - SG Dynamo Dresden 3:0

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 26. Spieltag
Saison Saison 1973/1974, Rückrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - SG Dynamo Dresden
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 06.04.1974 16:00 Uhr
Zuschauer 15.000
Schiedsrichter Heinz Einbeck (Berlin)
Ergebnis 3:0
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Wolfgang Blochwitz
Bernd Bransch (75. Helmut Stein)
Ulrich Göhr, Konrad Weise, Lothar Kurbjuweit
Harald Irmscher, Martin Goebel, Rainer Schlutter
Norbert Schumann (68. Harry Kunze), Peter Ducke, Eberhard Vogel

Trainer: Hans Meyer

Dresden
Claus Boden
Hans-Jürgen Dörner
Frank Ganzera, Christian Helm, Eduard Geyer (60. Udo Schmuck)
Reinhard Häfner, Hartmut Schade, Hans-Jürgen Kreische
Gert Heidler, Frank Richter, Rainer Sachse (68. Peter Kotte)

Trainer: Walter Fritzsch


Spielbericht

Mit Tempo und Druck auf dem Silberpfad

Zwei einstige Auswahl-Haudegen hatten sich Urlaub von den Büchern genommen, waren von Bad Blankenburg, wo sie ein Fachschulstudium absolvieren, zum Spiel um Silber und Bronze gekommen. Roland Ducke (37 A-Länderspiele), Otto Fräßdorf (33) mußten wie die 15000 einige Zeit warten, ehe sie auf ihre Kosten kamen. "Die Enttäuschung des verpatzten Titelgewinns durch die jüngsten Heimniederlagen spürte man allenthalben", urteilte Peter Ducke. "Jena verdiente sich nach dem Wechsel durch druckvolles Anstürmen das Meisterschaftssilber", konstatierte Otto Fräßdorf.

Die ganz große Stimmung, die das Duell zweier Großer verhieß, blieb verständlicherweise aus. Dynamo riskierte nicht allzuviel. Sicherlich unter Befalls von Riedel, Wätzlich, des Einsatzes der nach langwieriger Verletzung noch zaghaft-vorsichtigen Richter, Sachse, nahm der Gast eine Haltung ein, die nut selten quicklebendige, überraschende und gefährliche Kombinationserfolge in Tornähe von Blochwitz brachten. So sehr sich Dörner mit eindrucksvollen Vorstößen mühte, so gut auch Häfner die drei Flitzer zu führen, mitzureißen suchte, viel Resonanz fanden sie damit nicht. Jenas Abwehr stand, geriet nie recht in Gefahr und hatte sogar hinreichend Gelegenheit, Maßgebliches zur eigenen Angriffslust beizusteuern. Insbesondere Kurbjuweit tat sich diesbezüglich hervor, preschte unaufhörlich, von Heidler kaum gefordert, in die Dresdener Hälfte und erzielte neben einem schönen Kopfballaufsetzer (38.) nicht zufällig eines der Tore.

Bis zur Pause nur durfte Dynamo hoffen, durch ein Remis den Rang zwei zu belegen. Bis dahin ließ es Jena noch relativ zurückhaltend angehen. Vorn strahlte einzig der weiter verbesserte P. Ducke direkte Gefahr aus. Schumann, Vogel fanden nicht so recht ihren Rhythmus. Aber mit Wiederanpfiff änderte sich das grundsätzlich. Jenas Mittelreihe machte Tempo, von Bransch, Weise, Kurbjuweit abgesichert und unterstützt. Schnelle, direkte und weiträumige Paßfolgen, energischer Einsatz in Zweikämpfen und beherzte Schüsse und brachten Dynamo in Bedrängnis, binnen acht Minuten in einen schockierenden 0:3-Rückstand und schließlich einem Debakel nahe. Irmscher (gegen Schade), Goebel (gegen Kreische) verbuchten klare läuferische Vorteile. Ganzera hatte seine liebe Not mit dem nun tatendurstigen Vogel, Geyer schließlich erwischte sogar einen rabenschwarzen Tag. An den Toren Nr. 1 und 2 hatte er seinen Anteil, das dritte verschuldete er total (verlor den Ball gegen Vogel, der danach freie Bahn hatte). "Er war nicht ganz gesund ins Spiel gegangen", gab ihm Walter Fritzsch mildernde Umstände. Sein Urteil über das Spiel: "Nur wenige von uns spielten gut, Jena hatte kaum einen Ausfall. Wie ließen bei den Toren allerdings auch zu vieles zu."

Daß Dynamo erst in den Schlußminuten zu zwei guten Chancen kam (Schade, Kotte), belegt die mangelhafte Angriffswirkung. Die klar bessere, entschlossener, wuchtiger stürmende Elf der Gastgeber entschied das Duell um Silber eindeutig für sich.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Das Trio hatte mit der fairen Partie (keine Verwarnung) keinerlei Probleme, Einbeck leitete sicher, war stets um den Spielfluß bemüht (Vorteil).

(Horst Friedemann in "Die Neue Fußballwoche" vom 9. April 1974)