2000/2001 02. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - SV Darmstadt 98 3:2

Aus FCC-Wiki
(Weitergeleitet von 00/01 02)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Spieldaten
Wettbewerb Regionalliga, 2.Spieltag
Saison Saison 2000/2001, Hinrunde
Ansetzung FCC - SV Darmstadt 98
Ort Ernst Abbe Sportfeld
Zeit Sa. 05.08.00 14:00
Zuschauer 4.836
Schiedsrichter Stark (Ergoldingen)
Ergebnis 3:2
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Jena
Roman Görtz
Dejan Raickovic
Frank Schön, Timo Uster, Krzysztof Kowalik
Christian HauserGelbe Karte.gif (75. Madrin Piegzik), Michael MasonGelbe Karte.gif (59. Holger Lischke), Gediminas Sugzda (85. Dirk Hempel), Niels Mackel Gelbe Karte.gif
Miroslav JovicGelbe Karte.gif, Andreas Schwesinger (67.Gelbrote Karte.gif)

Trainer Slavko Petrovic


Darmstadt
Clauß
Schmidt (71. Wagner), ÖrümGelbe Karte.gif, da Costa (38. Hohmann)
Lang, Juskic, Corrochano, Lorenz
Lense (58. Musci), HoopGelbe Karte.gif, Evandro

Trainer: Feichtenbeiner

Spielbericht

"Samstag Mittag - Stadionzeit. Schnaps und Bier - wir machen uns bereit!" Getreu nach diesem Motto trafen sich die wackeren Lokalmatadore wie vor jedem Heimspiel in einer Jenaer Tränke, resümierten nochmal Elversberg (hicks) und freuten sich aufrichtig auf die Darmstädter. Besonders gespannt war man, ob die vollmundigen Versprechungen, 1000-2000 Lilienfans würden den Weg ins EAS finden, auch tatsächlich eingehalten werden. Schließlich spielte man mit Darmstadt gegen einen der wenigen Traditionsvereine in dieser Regionalliga Süd! Nach einigen Köstritzern war man doch recht optimistisch die Elversberg-Blamage schnell vergessen machen zu können und hob seinen Arsch Richtung Ernst-Abbe-Sportfeld.
Die Schlangen an den Kassen gaben uns Hoffnung auf einen würdigen Rahmen dieses Spieles. Da die bekloppten Elversberg-Fahrer mit Ihrem Ticket freien Eintritt erhalten sollten, wollten die lieben Lokalmatadore, welche im Besitz einer Dauerkarte sind, anderen kranken Seelen den Eintritt zum heiligen Rasen ermöglichen, und nahmen diese mit zum Ground. Für den Umtausch der Karten (wozu?) wurde eine Extra-Kasse eingerichtet, welche natürlich am Saaleufer-Eingang war. Da waren wir also falsch! Das ist so, als wenn man besoffen nach Hause kommt und versucht, aus seinem Schlüsselbund den richtigen Schlüssel zu erwischen. Es ist garantiert der letzte!!!! Naja, die schrumplige Verkäuferin am Kassenhäuschen ließ es etwas an Pragmatismus fehlen und jagte uns auf die andere Seite. Herr Patzer, Du bist echt ein Knaller! Sonnenkönig Patzer - was haben wir Dich gefressen......!!!!!
Irgendwann hatten wir uns zu unseren Plätzen im Block A durchgehievt, welcher nahezu ausverkauft war. Es hat sich also nix geändert und Leute ohne Dauerkarte müssen 2 Stunden vor Spielbeginn mit Leib und Leben ihren Platz verteidigen.... Von unseren Plätzen aus konnte man gut den Gästeblock überblicken, welcher mit maximal 350 Leutchen gefüllt war. Okay, 350 Leute sind in Anbetracht dessen, was wahrscheinlich andere Vereine mitbringen werden, nicht schlecht, aber für Darmstadt und nach den Versprechungen, Jena überrennen zu wollen, mehr als dürftig. Aber anstelle die Darmstädter, die in Jena waren, anzumachen (an denen lag es ja nicht...), sollte man erstmal Respekt zollen. Ordentlich Krach haben sie ja gemacht. Und das ist es doch, was wir in Jena wollen: ein Away-Support, der uns herausfordert. Womit wir beim Thema wären! Das Spiel hat jeder gesehen, Spielberichte zu Hauf gelesen. Also bieten wir einen Stimmungsbericht!
Relativ schnell wurde klar, daß einige Darmstädter Fans ("Der Stolz Darmstadts"?) in erster Linie auf Provokation aus waren und die Nähe zum Jenaer Block A suchten. Während der Großteil der Darmstädter Fans ihre Mannschaft anfeuerten, pöbelte der Mob gegen die Jenaer. Als erste Anti-Ossi-Chöre ("40 Jahre DDR", "Baut die Mauer auf") zu hören waren, klatschten die Jenaer Fans noch ironisch Beifall und blieben ruhig. Mittlerweile kam es zu ersten Wortgefechten zwischen Jenaer und Darmstädter Assis, welche in die freundliche Einladung mündeten, sich doch mal auf der anderen Seite zu einem netten Plausch zusammenzutun. Dieses freundliche Ansinnen wurde von der rigoros durchgreifenden und für meinen Geschmack sehr undifferenziert vorgehenden Polizei zunichte gemacht. Einige seltsame Entscheidungen des Schrirs taten ihr Übriges, um die Jenaer nun doch langsam in Wallung zu bringen. Wieder Anti-Ossi-Chöre und nun platzte den Jenaern der Kragen und sie reagierten mit einem trotzigen und als ironisch einzuschätzenden "100 Jahre DDR"- Gesang. Einige Jenaer Glatzen und Asoziale sangen dann das unsägliche "U-Bahn-Lied", was nicht nur in Anbetracht der Nähe zum KZ Buchenwald mehr als nur geschmacklos ist. Support ja, politischer Extremismus nein! Also hört auf mit der Scheiße!!! Nachdem Jena knapp aber letztendlich verdient gewonnen hatte - von Darmstadt war außer einer Abwehr wie einem Hühnerhaufen und Hilflosigkeit im Angriff nix zu sehen -, durften die Darmstädter noch einige Zeit unter Quarantäne im Gästeblock verweilen, bis die Jenaer sich nach Hause geschlichen hatten. Diese Maßnahme, welche von einigen Darmstädtern als Provokation und Sippenhaft interpretiert wurde, sollte lediglich Zusammenstöße zwischen den Freunden der Dritten Halbzeit beider Lager verhindern und ist üblich! Also Jungs, nicht aufregen, das geht uns in anderen Stadien auch nicht anders....
Von der Polizei beaufsichtigt und dennoch unbehelligt konnten die Jenaer gemeinsam mit den Darmstädtern ein Date ausmachen, bei dem es nicht um ein romantisches Candle-Light-Dinner gehen sollte, so daß der interessierte Beobachter sich noch auf etwas Nachmittagsunterhaltung freuen durfte. Nachdem sich die Jenaer Hools am Fanhaus versammelt hatten, machten diese sich auf den Weg Richtung Parkplätze Schnellstraße, um dort mit ihren Kameraden zu spielen. Die Darmstädter Fraktion hatte nach recht kurzer Fahrt aus dem EAS den Bus verlassen, um sich der Gegenwart ihrer Jenaer Kollegen zu vergewissern. Es gab einige Rennereien, bei denen die Grünjacken ihre Topform zeigten. Ca. eine halbe Stunde später stieg der Darmstadt-Mob unter freundlicher Mithilfe der Bullerei in die Busse und überzeugte dort durch allerlei Grimassen die noch verbliebenen Jenaer Hools und Zaungäste mit ihrem Entertainment-Talent. Nach einigen freundlichen Zurufen aus den Darmstädter Bussen, daß man sich unsere Gesichter gemerkt hätte, brachen wir mit dem Versprechen nach Hause auf, die Darmstädter und deren Fans in der Rückserie zu besuchen.
Mehr gibt es nicht zu sagen, außer - daß wir alle Darmstädter Fans (mit Ausnahme der Provokateure) grüßen und uns auf das Rückspiel freuen!!! CU in DA!

--Traudel