1979/1980 04. Spieltag: BSG Stahl Riesa - FC Carl Zeiss Jena 0:3

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 4. Spieltag
Saison Saison 1979/1980, Hinrunde
Ansetzung BSG Stahl Riesa - FC Carl Zeiss Jena
Ort Stadion der Freundschaft in Cottbus
Zeit Sa. 01.09.1979 15:00 Uhr
Zuschauer 4.500
Schiedsrichter Widukind Herrmann (Leipzig)
Ergebnis 0:3
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Riesa
Rainer Köpnick (56. Jörg Hellpoldt)
Reinhard Hauptmann
Wolfram Meinert, Roland Wenzel
Volker Hennig (46. Andreas Wolf), Frank Schuster, Wolfgang Schremmer, Klaus Härtel
Volkmar Raabe, Eberhard Lippmann, Dietmar Jentzsch

Trainer: Günter Guttmann

Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gert Brauer, Konrad Weise, Lothar Kurbjuweit
Lutz Lindemann, Gerhardt Hoppe, Matthias Kaiser (61. Thomas Töpfer), Andreas KrauseGelbe Karte.gif
Jürgen Raab, Martin Trocha (85. Eberhard Vogel)

Trainer: Hans Meyer


Spielbericht

Trochas Treffer sind die schönsten

Man kann nicht behaupten, daß er übermäßig oft ins Schwarze trifft. Sein Trainer Hans Meyer ist da gewiß unserer Meinung. Wenn Martin Trocha aber Tore schießt, dann sind die meisten fürs Bilderbuch. Fallrückzieher oder Hechtflugkopfbälle gehören zu seinen leichtesten Übungen. Gegen Riesa ließ er sich nun etwas anderes einfallen. Nach einem mißglückten Schußversuch von Hoppe trudelte das Leder auf ihn zu und schon schlug er es per Seitfallzieher effektvoll ins Tor.

Es war kein Heimspiel für die Stahl-Elf. Nach einem Urteil der Rechtskommission des DFV wurde diese Partie in Cottbus ausgetragen. Die Vorfälle im Spiel gegen den BFC Dynamo hatten zur Heimspiel-Sperre geführt. Stahl wirkte in Cottbus gehemmt, unsicher, ließ - Ausnahme Hauptmann - viel vom gewohnten Kampfgeist vermissen. Hinzu kamen taktische Unzulänglichkeiten. Bevor sich die Abwehr auf die Doppelspitze Trocha/Raab eingestellt hatte, den wechselweise aus dem Mittelfeld nachrückenden Hoppe, Krause oder Lindemann energisch entgegentrat, hätte der FC Carl Zeiss weitaus deutlicher in Führung liegen müssen, als das nach Schnuphases Treffer (10.) der Fall war. Brauer hatte dazu auf dem rechten Flügel die Vorarbeit geleistet, und der kleine Rechtsverteidiger wies auch in der Folgezeit mit ebenso geschickten wie wirkungsvollen Vorstößen nach, daß er sich in passabler Form befindet.

Jenas sehenswerter ersten halben Stunde folgte dann leider eine spürbare Flaute. "Eine Phase, in der wir ebenso wie Riesa versuchten, das Leder mit weiten Schlägen an den Mann zu bringen", monierte Zeiss-Trainer Helmut Stein schon in der Pause. Vorteile daraus zogen die Stahlwerker. Mit Wolf kam endlich etwas mehr Konstruktivität in das Mittelfeld. Da sich nun auch Lippmann steigerte, Jentzsch wenigstens ab und an mit schnellem Antritt an Kurbjuweit vorbeizukommen suchte, boten sich sogar hinreichend Möglichkeiten, den Anschlußtreffer zu erzielen. Die beste davon hatte Hauptmann selbst (76.), als er nach einer Flanke von Raabe das Leder mit dem Knie an den Pfosten lenkte. Im Gegenzug gelang Trocha das eingangs beschriebene Tor...

Hellpoldts Fehler zum 0:3 machte Jenas Überlegenheit an herausgespielten Chancen schließlich auch im Resultat deutlich.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Herrmann und seine Assistenten an der Linie hatten leichtes Amtieren, weil sich beide Kontrahenten einer überaus fairen Gangart befleißigten. Jederzeit korrekte Spielleitung.

(Rainer Nachtigall in "Die Neue Fußballwoche" vom 4. September 1979)