1985/1986 07. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - BSG Wismut Aue 4:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 7. Spieltag
Saison Saison 1985/1986, Hinrunde
Ansetzung FC Carl Zeiss Jena - BSG Wismut Aue
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Mi. 09.10.1985 17:00 Uhr
Zuschauer 5.000
Schiedsrichter Wieland Ziller (Königsbrück)
Ergebnis 4:1
Tore
  • 1:0 Böger (24.)
  • 2:0 Raab (67.)
  • 3:0 Bielau (70.)
  • 3:1 Lorenz (74.)
  • 4:1 Bielau (83.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Perry Bräutigam
Konrad Weise
Gert Brauer, Mario Röser, Wolfgang Schilling
Andreas Krause, Heiko Peschke, Stefan Meixner (85. Thomas Schmiecher)
Andreas Bielau , Jürgen Raab, Stefan Böger (85. Henry Lesser)

Trainer: Lothar Kurbjuweit

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Aue
Jörg Weißflog
Volker Schmidt
Peter Georgi (78. Rainer Kunde), Uwe BauerGelbe Karte.gif, Bernhard Konik
Steffen Krauß, Jürgen Escher, Roland Balck
Wilfried Reypka, Harald Mothes, Steffen Lorenz

Trainer: Harald Fischer


Spielbericht

Bemerkenswerte Steigerung

Nach den ersten 20 Minuten schlich sich Zweifel ein, ob dieser Partie, der 60. zwischen beiden Kontrahenten, etwas abzugewinnen sein würde. Mühselig, zaghaft entwickelte sich wenig Attraktives. Dann überfiel die 5000 Besucher das große Staunen, denn Bögers Führungstreffer wirkte wie eine Initialzündung bei den Zeiss-Städtern. Sie steckten Zweikämpfe ungerührt weg, lösten sich spielend vom Mann, forcierten das Tempo schon im Mittelfeld und wußten die antrittsschnellen Spitzen mit temperierten Pässen und Flugbällen variabel an den Flügeln und im Zentrum einzusetzen. "Die spielerische Linie sagte mir sehr zu. Wir steigerten uns zur besten Saisonleistung", freute sich Lothar Kurbjuweit.

Wenn von Ursache und Wirkung die Rede ist, dann verdiente Jena ein Kompliment für die Steigerungsfähigkeit, für das Gespür, Aue erst auszuloten und dann handlungsunfähig zu machen. Ohne Vorstopper Münch (dreimal "Gelb"), mit Lorenz als "taktischem" Linksaußen gegen Brauers Offensivqualitäten und mit der Fehlkalkulation, deckungsöffnend gegen Jenas Konterspezialisten (Bielau, Böger, Raab) zu agieren, setzte sich Wismut zwischen alle Stühle. Energisch zogen Jenas Stoßstürmer an Georgi, Konik, Bauer vorbei. Und als auch noch Weißflog bei den Kopfballtreffern von Bielau - jeweils aus Nahdistanz! - mehr Unentschlossenheit an den Tag legte als reaktionsschnelles Eingreifen, bekam das Ergebnis eine unerwartete Dimension. "So durften wir unsere taktische Linie, in der Deckung diszipliniert zu spielen und selbst konterwirksam zu werden, nicht verlassen. Dafür wurden wir tüchtig bestraft", bemerkte Wismut-Trainer Harald Fischer.

Jena paarte im 60. Vergleich beider Mannschaften Explosivität und Kombinationsvielfalt, wirkte physisch topfit, während die "Veilchen" aus individuellem Stückwerk nie heraus kamen. Torgefahr ging ihnen vollends ab, eine einzige Chance und nur vier Torschüsse, bei denen Bräutigam überhaupt nicht geprüft wurde, sprachen Bände. Kämpferischer Aufwand verpuffte völlig. Ohne deutliche Formsteigerung und gedankliche Übereinstimmung wird Wismut nur schwerlich die prekäre Tabellensituation meistern können. Im Vorjahr handelte die Mannschaft, jetzt läßt sie zu sehr mit sich umspringen.

(Günter Simon in "Die Neue Fussballwoche" vom 15. Oktober 1985)