2006/2007 26. Spieltag: TuS Koblenz - FC Carl Zeiss Jena 0:0

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Spieldaten
Wettbewerb 2. Bundesliga, 26. Spieltag
Saison Saison 2006/2007, Rückrunde
Ansetzung TuS Koblenz - FCC
Ort Stadion Oberwerth
in Koblenz
Zeit Fr. 16.03.07 18:00
Zuschauer 9.348
Schiedsrichter Grudzinski (Hamburg)
Ergebnis 0:0
Tore
  • Fehlanzeige
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
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Koblenz
Eilhoff
TiekuGelbe Karte.gif, Ziehl, Grenier, Evers
Langen, Dzaka, Sukalo, Nessos
MaierhoferGelbe Karte.gif (82. Rahn), DiakiteGelbe Karte.gif (65. Sahin)

Trainer: Sasic

Trikotfarben
Trikotfarben
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Jena
Giorgi Lomaia
Alexander Maul, Toni Wachsmuth, Alexander VoigtGelbe Karte.gif, Leendert van Steensel (27. Felix HolznerGelbe Karte.gif)
Christian Fröhlich (87. Ronald Maul), Filip Tapalovic, Mark Zimmermann, Kevin SchlitteGelbe Karte.gif
Sercan Güvenisik, Mikheil Ashvetia (58. Fiete Sykora)

Trainer: Heiko Weber


Brutale 0:0 – Niederlage (Spielberichte)

(… in einem weiteren Ort auf der Fußball-Landkarte des Grauens)

Nächste Etappe auf der Tournee des Grauens.
Wer als Anhänger des ruhmreichen FCC dessen vergangene 3 Auswärtsspiele miterlebte, hat wahrlich 3 ertragen müssen, die an Grausamkeit ihresgleichen suchen.
Paderborn: ein trostloser Sportplatz unter der Starkstromtrasse, alberne Fans und eine Mannschaft ohne Vergangenheit und Zukunft. Unterhaching: ein Stadion inmitten einer Industriebrache, als Symbol des Unnützen und hoffentlich schnell Vergangenen. Und nun Koblenz: ein schlimmer Ground in trostloser Ödnis unter Autobahnbrücken gelegen, mit einem Team, dem von Freitag an nur noch tiefste Verachtung und der Wunsch nach immerwährendem fußballerischem Elend gilt. Diese 3 Spielstätten in Deutschlands zweithöchster Spielklasse ertragen zu müssen, ist hart. Wer kann ein Interesse daran haben, dass Traditionsvereine und deren Fans solche Äcker beackern müssen? Wessen fußballfreies, krankes Hirn schafft solche Vereine? Wer will solche Teams und Stadien haben? Wahrscheinlich nur der DFB – samt seiner trällernden Erfüllungsgehilfen.

Dabei hat Koblenz architektonisch Ansehenswertes reichlich zu bieten. Wer es dank glücklicher Umstände einrichten konnte, bei bestem Sonnenschein vom Deutschen Eck aus moselwärts gen Altstadt zu pilgern und ebendiese unter die Sohlen zu nehmen, tat seinen Augen durchaus Gutes. Nur die neuzeitlichen architektonischen Sünden der 70er Jahre rund um den Zentralplatz sollte man meiden, auch sie sind lediglich eine Schande der Ästhetik. Wie ja auch die später zu betretende Sportstätte.

Wo anders als rund ums Deutsche Eck traf man dann nachmittags die ersten Boten blaugelbweißer Herrlichkeit? Ob aus Berlin, dem Brandenburgischen, dem Hessischen, aus Sachsen oder Jena selbst, bekannte Gesichter allenthalben und alle trotz zur Schau getragener Gelassenheit doch auch ein wenig angespannt. Die elende Lage der Spielstätte einkalkulierend ging es also als blaugelbweißes Sixpack per Linienbus zum Spiel. Was eigentlich keine schlechte Idee gewesen wäre, hätten uns die Freunde in Grün nicht wenige hundert Meter vor dem Stadion aus der friedlich zum Spielort pilgernden Masse herausgefischt und auf einen ewigen Umweg geschickt. Die letzten Meter Richtung Gästekurve glichen dann eher der Eintrittsschneise in einen Hochsicherheitstrakt. Allerdings erwies sich die Security dann als wohltuend umgänglich und manch männlicher FCC-Fan versuchte alles um in die Hände der beiden gelbjackenen Lara Crofts zu gelangen, jedoch vergebens. Von den Security-Jungs erhielt man dann auch erstmals den Hinweis, dass mit Koblenz’ Stadionsprecher noch eine ganz besondere Ohrenqual warten würde, etwas, was man sich nach 1860 und Haching jedoch als nicht mehr steigerungsfähig vorstellen wollte. Aber auch hier hatte die Gelben leider Recht. Die Stimme dieses Stadionsprechers erfüllt den Tatbestand der schweren Körperverletzung! Wer von den Verhinderten sich diese grauenhafte Stimme vorstellen möchte, sollte sich auf Harald Schmidts 1995 aufgenommener Solo-CD „Schmidtgift“ Track 7 „Münster-Emden“ anhören und hat dann eine qualvolle Vorstellung. Nach allerlei Unwichtigem, wie besten Grüßen an den evangelischen Kinderhort „Goldgrube“, wurde dann auch noch jemand begrüßt, der schon mehrfach gezeigt hat, dass sein Herz für von Kriminellen unterwanderte Vereine schlägt und der sich nicht scheut, alle Hebel in Bewegung zu setzen, derartig betrügerisch wirtschaftenden Vereinen das unverdiente Überleben zu sichern: Willkommen Kurt Beck. Vielleicht braucht man den Dicken ja bald in Sachen Djorde Pantic / Rech / Nikola Skrelja. Mal abwarten. Kurz vor Anpfiff taucht dann nochmals eine martialische Abordnung der Staatsmacht im Block der ca. 600 FCC-Fans auf und ihr glatzköpfiger Anführer führte auch sofort das Lehrstück „Ich mache mich jetzt mal ganz wichtig und gucke auch so!“ auf – grotesk!

Die ersten 3 Minuten stimmen hoffnungsvoll. Das Weiße Ballett hat die Mehrzahl der Ballkontakte und bekommt auch einen Freistoß auf Halblinks zugesprochen. Fröhlichs Eingabe findet Güves Kopf und 5 Meter vor dem Tor stehend hat dieser jetzt die Gelegenheit, mit dem vorausgesagten Tore erzielen zu beginnen. Da er sich aber nicht entscheiden kann, ob er den Ball entgegen der Torwartlaufrichtung oder ins kurze Eck köpfen soll, wird’s wieder nix mit dem so wichtigen 1:0. Erstmals nach 7 Minuten setzen die TuSsis die von ihrem Coach in der Lokalzeitung vom Tage angekündigte Spielweise um: Jena kommen lassen und dann blitzschnell Kontern. Der Schuss geht jedoch über das Gästegehäuse. Und genau diese Taktik praktizieren die Koblenzer auch in den nächsten Minuten. Ein ums andere mal gehen sie nach abgelaufenen Bällen schnurstracks Richtung FCC-Strafraum. Dabei waren es neben hohen Bällen vor allem die gefährlich angeschnittenen Standards, die unsere Abwehr ins Schwimmen brachte. Nach 20 Minuten schien der FCC völlig den spielerischen Faden verloren zu haben, auch wenn der derzeit eh schon dünn ist.

Nach 25 Minuten dann Gänsehaut. Aber nicht vor Wonne, sondern weil sich zunächst die Nackenhaare vor Wut, Entsetzen, Abscheu und Ekel aufrecht stellten. Es wird wohl auf ewig die Szene bleiben, die ich mit Fußball-Koblenz verbinde und wegen der ich zukünftig alles fußballerische Unbill diesem Verein an den Hals wünsche. Wer aber derart in einen Zweikampf geht, wie der erbärmliche Tieku und sich hernach noch derart unwürdig benimmt, sollte für immer auf allen Plätzen dieses Landes geächtet sein. Und wer, wie der unsägliche Herr Grudzinski, der wie es mir schien, nur wegen Meckerns Gelb gab (mal davon abgesehen, dass er kurz vorm Zücken der Karte auch noch von Tieku den Vogel gezeigt bekam) hier nicht auf Platzverweis entscheidet, sollte sich bitte so schnell nicht wieder pfeifend auf den grünen Rasen begeben, sondern erst nach operativer Beseitigung seiner Augenkrankheit. Auch wenn es inzwischen wohl nicht die befürchteten Brüche sind, die LvS erlitten hat und Spielsituation eine völlig andere war, die Art und Weise, wie LvS zu Boden ging und die hektische Reaktionen aller Beteiligten riefen bei mir im ersten Moment unschöne Erinnerungen an den 2.11.1983 und die 59. Minute im Spiel gegen Sparta Rotterdam wach.

Fußballerisch sehenswert ist dann bis zur Pause noch genau eine Szene, als die Ruhmreichen auf der rechten Seite 3 x den Ball direkt laufen lassen, Kapitän MZ beim Rückpass jedoch einen Schritt zu spät kommt. Vom avisierten selbstbewussten, energischen Spiel nach vorn war leider bei den Unseren nichts zu beobachten. Eine „Diese-Storchentruppe-hauen-wir-hier-heute-weg-egal-wie!-Einstellung“ war leider nicht mal in Ansätzen zu erkennen. Defizite in der Vorwärtsbewegung allenthalben. Strukturiertes Offensivspiel? Eine unerfüllte Prophezeiung. Einzig und allein der Koblenzer mit der Trillerpfeife und sein Assi vor der Stahlrohrtribüne sorgten für Unterhaltung, wenn auch auf die üble Tour. So sah das dann aus: 33. Ein Jenaer schirmt mit dem Körper den Ball ab, der 1 Meter davon entfernt stehende Assi reagiert berechtigterweise nicht, der 40 Meter weit weg stehende Schiri pfeift Freistoß gegen uns. 40. Voigt sieht eine absolut lächerliche GK für ein „Vergehen“, welches das Tieku-Vergehen in den Rang eines versuchten Totschlages erheben müsste. 45. In nur einer Minute gibt es zunächst eine unberechtigten Einwurf und gleich noch einen absolut unberechtigten Freistoß hinterher. An eine derartige (was die Summe der falsch entschiedenen Kleinigkeiten anbelangt) absurde Schiri-Schow wie der zwischen der 25. und 45. Minute kann ich mich nicht erinnern. Absolut ärgerlich.

Ebenso ärgerlich war allerdings, dass der FCC am Ende dieser ersten HZ fast noch glücklich mit 0:0 in die Kabine pilgert und das gegen eine Jammertruppe, deren fußballerische Qualitäten am untersten Limit lagen und deren Kader noch um vieles biederer erschien als der der Hachinger. Man hätte sich gewünscht, die Weißen hätten sich ähnlich ins Zeug gelegt wie die sie Begleitenden.

HZ 2 begann so, wie HZ 1 endete. Statt auf Freistoß für den FCC entscheidet der Koblenzer Grudzinski auf Abstoß und übersieht noch in derselben Minute ein klares Handspiel der Einheimischen im Mittelfeld (47.). Den ersten Torschuss (18m) der 2. Hälfte haben die Koblenzer zu verzeichnen, Lohmeier hat aber keine Probleme damit. (48.) Spektakuläres dann wieder in Minute 53. Es gilt von einem Torschuss zu berichten. Es ist der erste ernsthafte Schuss des FCC aufs gegnerische Tor! Abgegeben vom Abwehrspieler Alex Maul. Derart bescheiden in der Offensive werden keine Spiele gewonnen. Schon gar keine 5 aus 8. Dieser bitteren Wahrheit muss man sich nun stellen. In der 66. muss dann Lomaia einen Freistoß entschärfen und zwei Minuten später per Fuß klären. Absurdes dann wieder in Minute 70, als Koblenz’ Nr. 5 den Ball mit der Brust ins Aus spielt und für diese grazile Aktion auch noch Einwurf bekommt. Erstaunlich dann jedoch, dass die Thüringer nach 70 Minuten die Parole ausgegeben zu haben schienen: 1 Punkt reicht! Wie anders ist es zu erklären, dass Lomaia nun bei jedem Abstoß oder Abschlag sich alle Zeit dieser Welt nahm, von der wir im Abstiegskampf eigentlich gar keine mehr haben? Warum die Unseren in den letzten 20 Minuten so gut wie gar nix mehr in der Offensive riskierten, habe ich ehrlich gesagt nicht verstanden. Gegen eine Gurkentruppe des freitäglichen Formats sollte doch mehr drin sein als nur noch ein Kopfball (Fiete, 68. nach Schlitte-Flanke) auf des Gegners Gehäuse? Aber gegen den KSC gut spielen und verlieren hilft mir nicht weiter, wenn ich gegen Bauern wie Koblenz schwach kicke und beizeiten den einen Punkt festhalten will.

So endete der Grottenkick mit dem angemessensten aller Resultate und zurück blieben ratlose FCC-Supporter. Darf man sich, auch wenn man gegen 13 Koblenzer spielt über den einen Punkt freuen, wenn man doch gleichzeitig 3 hätte holen müssen und auch können? Diese Frage stand auch allen per Pendelbus ins nächtliche Koblenz Abfahrenden auf der Stirn. Stille innere Einkehr. Auch der Fußmarsch durchs nächtliche Beamtenstädtchen und die erschöpfte Heimfahrt boten kein zweifelsfreies Resultat der Diskutierenden. Es war wie bei so manchem Autofahrer: Für die linke Spur zu langsam, für die rechte Spur zu schnell.

Es ist wie seit Wochen: was dieser eine gewonnene und die 2 unnütz liegen gelassenen Punkte noch wert sind oder eben nicht, wird sich alsbald zeigen. Allerdings stehen die noch 5 notwendigen Siege weiterhin aus. Nun bleiben dafür jedoch lediglich noch 8 Spiele Zeit. Leichter ist es seit Freitag nicht geworden. Aber auch nicht unmöglicher.
(Nur, für Siege braucht man Tore und um die zu erzielen, muss an auch mal aufs Tor schiessen! Okay, ich zahle ein ins Schwein.)

Auf geht’s in 14 Tagen zum Schiffe versenken!
YNWA!


--Kopfnuss 23:10, 17. Mär. 2007 (CET)