2007/2008 05. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - TuS Koblenz 1:2

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Spieldaten
Wettbewerb 2. Bundesliga, 5. Spieltag
Saison Saison 2007/2008, Hinrunde
Ansetzung FCC - TuS Koblenz
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Fr. 14.09.2007 18:00
Zuschauer 8251
Schiedsrichter Schriever (Dorum)
Ergebnis 1:2
Tore
  • 0:1 Daham (30.)
  • 1:1 Omodiagbe (39., Kopfball,
    nach Flanke von Werner)
  • 1:2 Daham (43.)
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Kasper Jensen
Felix HolznerGelbe Karte.gif, Alexander Maul, Darlington Omodiagbe, Michael Stegmayer
Robert Müller, Stefan Kühne (46. Torsten Ziegner) , Niels Hansen (64. Pardis Fadjad-Azad)
Jan Simak
Tobias Werner, Sandor Torghelle (35. Nils Petersen)

Trainer: Frank Neubarth

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Koblenz
Eilhoff
Forkel, Mavric, Bajic, Lomic
SukaloGelbe Karte.gif, Hartmann, DzakaGelbe Karte.gif, Djokaj (64. Langen),
Daham(90. Richter), Cha (82. Bogavac)

Trainer: Rapolder

Spielbericht

Alles wie immer. Nur schlimmer.
Auch in Gelb ist für den FCC nix zu holen.


Fußballer gelten als abergläubisch. Also holte sich das Team des FCC während der Woche die Zustimmung des Trikot-Brustbezahlers ein, abweichend von allen vertraglichen Regelungen das Heimspiel gegen die TUS Koblenz in Gelb bestreiten zu dürfen. (Aber)Glaube versetzt ja bekanntlich Berge und so sollte am Fuße der Kernberge wenigstens in die heimische Erfolgsspur gefunden werden. Glaube und Hoffnung waren auch am Fanprojekt und rund um die Tribüne Eckpfeiler aller Spielvorhersagen und so war es nicht verwunderlich, dass ein 2:1 Heimsieg die am häufigsten mir zu Ohren gekommene Vorhersage war.

Dass Jenas schwacher Saisonstart Spuren hinterlassen hat, zeigte der Blick ins Sportfeld kurz vor 18:00 Uhr: ungewohnt viele Plätze blieben frei. Erwartungsgemäß bot sich ein noch schlimmerer Anblick beim Blick in die Gästekurve, wo sich nur ein winziges Häuflein TUSSIS eingefunden hatte.

Würde es Trainer FN gelungen sein, binnen 14 Tagen, den verkorksten Saisontart aus den Köpfen der Mannschaft zu verbannen? Zunächst mal verbannte er mit Tapalovic, Lorenzon und Ziegner eine gehörige Portion spielerisches Potential auf die harte Resevebank. Stegmayer und Kühne waren diesmal von Beginn an dabei. Und dieser Beginn verlief zunächst trügerisch gut. Schon in Minute 1 bediente Felix H. Mittelfeldmann Hansen mit einen gescheiten Pass in die Spitze, NH war allerdings einen Tick zu langsam. Nach 3 Minuten gelang den Gelbhemden sogar ein ansehenswerter Angriff über die gesamte Länge und Breite des Platzes und als der Ball am Ende von links in die Mitte geflankt wurde, beförderte Simak diesen final über den Balken. Wieder vergingen nur 3 Minuten und eine Kombination über links unter Beteiligung der Sportskameraden Werner und Simak, beendete diesmal Sandor T. mit einem Schuss übers Tor. In Minute 8 folgte dann das, was in Jena mittlerweile fester Bestandteil eines jeden Heimspiels zu werden scheint. Schiri Schriever hatte (s)einen großen katastrophalen Auftritt. Er entscheidet Einwurf für den FCC auf links, dieser wird schnell ausgeführt und als der Ball Richtung Koblenzer Tor gespielt wird, schnappt ihn sich Koblenz-Keeper Eilhoff mit beiden Händen. Da er dies jedoch außerhalb des Sechzehners tat, hätte der Mann in Schwarz nun Farbe bekennen und Eilhoff Rot zeigen müssen. So besagen es jedenfalls die meines Erachtens auch in der 2. Bundesliga gültigen Fußballregeln. Kraft seiner Wassersuppe setzte sich Schriever jedoch über diese hinweg, eilte zu seinem Linienrichter und ließ den Einwurf wiederholen! ??? Sorry, (lieber) DFB, aber die Zweite Liga ist kein Tummelplatz für Zauderer und Angsthasen in Schwarz! Auch Schiedsrichter sollten einen A.rsch in der Hose haben und nicht aus Angst vor der eigenen Courage neu Regeln erfinden dürfen! Das nervt. Gewaltig!

Die durchaus positiven blaugelbweißen Ansätze, mit frühem Forechecking die Tussis unter Druck zu setzen, zerstoben und mit bescheidensten fußballerischen Mitteln gelangten die Gäste nun auch in unsere Hälfte. Die Harmlosigkeit ihrer Offensivbemühungen schien Omo ziemlich langweilig und so setzte er mit einem grottigen Rückpass zunächst Jensen unter Druck. Der ließ auch gleich seinen ganzen spielerischen Glanz erstrahlen, vernaschte per Fuß 2 Koblenzer an der Strafraumgrenze und schien Selbstbewusstsein tanken zu wollen. (13.) Eine flache Eingabe der Koblenzer in der 18. Minute packte er sich jedenfalls sicher. Auch einen hoch rein geschlagenen Freistoß nach 20 Minuten fischte sich der Däne ohne Wankelmut. Dann bemühten sich auch die Hausherren mal wieder torwärts und Simak kam auf die gute Idee, Sandor auch mal flach anzuspielen, allerdings konnte dieser seinen feinen Pass nicht erreichen. Da die Jenaer sich nun aber wieder auf das unerklärliche Fußball-Ping-Pong verlegt hatten und neben 11 Gästen auch noch den Ball als Gegner hatten, konnten die Roten ohne großen Aufwand das Spiel südkurvenwärts verlagern. In Minute 26 kann Jensen eine Ecke noch sicher pflücken, 2 Minuten später segelte eine erneute Ecke allerdings unbehelligt Richtung langer Pfosten. Nur der Güte des (vorbei)köpfenden Koblenzers war da noch immer das 0:0 zu verdanken. Nun hatten auch die Koblenzer bemerkt, wie einfach es derzeit ist, eine desolate FCC-Abwehr in Panik zu versetzen und wagten einen ersten Versuch, einen Angriff heraus zu spielen. Im Rahmen der Schwimmübungen in der Jenaer Abwehr stand in diesem Moment gerade Tauchen auf dem Stundenplan, so tauchte Alex M. mal eben unter einer Rechtsflanke durch und dann war es eigentlich egal, welcher der 3 freistehenden Koblenzer zum 0:1 einschiesst. Daham ließ sich nicht 2 x bitten und machte die Bude. (29.) Hocherfreut über dieses einfache Erfolgsrezept wollten die Führenden es gleich noch mal anwenden. Wieder findet eine Rechtsflanke den Kopf ihrer Bestimmung 10 Meter frei vor unserem Kasten und nur Dank einer Glanzparade Jensens blieb der Spielstand unverändert. (31.)

Dann, in der 35. Minute, hielt auch die Gäste-Abwehr ein Nickerchen, ließ sich von einem Thüringer Einwurf übertölpeln, allerdings mochte TW dieses Geschenk nicht annehmen und vertändelte die Kugel 10 Meter freistehend vorm Tor. Zwei Minuten später belegte FN seinen Ungarn-Bomber mit der Höchststrafe und holte ihn noch vor der Pause vom Platz. Mag sein, dass ST bis dahin unglücklich agierte und/oder FN ein Zeichen setzen wollte. Allen, die Torghelles Abgang hämisch begrüßten seien aber zwei Dinge nahe gelegt: Erstens hätte Neubarth zu diesem Zeitpunkt so ziemlich jeden Jenaer Feldspieler auswechseln können und damit immer den richtigen getroffen. Und zweitens, was soll der arme ST da vorn in der Spitze denn auch machen, wenn 99 % aller Zuspiele ihn in Brusthöhe erreichen und diese dann auch noch ausnahmslos von weit hinten kommen und nicht ein einziges brauchbares Zuspiel von außen in die Mitte kommt. Sorry, aber für mich war Torghelle da vorne einfach nur die ärmste Sau.

Dennoch schien FN zunächst richtig gehandelt zu haben. Die Ruhmreichen bekommen eine Ecke, die (natürlich) abgewehrt wird. Allerdings bringt Holzner en Ball erneut in den Sechzehner der Gäste, Omo ist zur Stelle und macht den Ausgleich! Nun aber, endlich 1:1!!! (39.) Erstaunlich nur, wie schnell sich dieser Adrenalinschub bei Omo wieder verflüchtigte und sich die Wirkung seiner vor Spielbeginn sicher versehentlich eingenommen Schlaftabletten wieder durchsetzte. Eine völlig durchsichtige weite Flanke bewundert Omo andachtsvoll und es hat wohl nicht viel gefehlt, dann hätte er Daham zu dessen feinem 1:2-Direktschuss auch noch applaudiert. Okay, diese Eigenschaft hat er nicht exklusiv, aber Omo ist in seinem Hauptjob als Verteidiger derzeit wohl echt (ein wenig) überfordert. Wer die Euphorie eines ersehnten Ausgleiches so harm- und willenlos gegen die Depression eines erneuten Rückstandes eintauscht, handelt als Team einfach nur fahrlässig und –mit Verlaub- dämlich! Da nun Rapolders Balltreter auch noch ein wenig die Liegeeigenschaften des neuen Jenaer Rasens testeten, schleppte sich der Kick in die Pause und diese tat auch not.

Mit Beginn der 2. HZ ersetzte Ziege Kühne, der bis dato dieselbe spielerische Blässe offenbart hatte, wie die meisten seiner Spielkameraden. Gleich zu Beginn der neuen Hälfte erkämpft sich Tobi rechts den Ball, setzt sich im Zweikampf durch und flankt nach innen – ärgerlicherweise jedoch weit über Freund und Feind hinweg. (46.) Die Unseren erhalten 3 Minuten später einen Freistoß auf der rechten Seite, den TZ scharf nach innen bringt, dabei Petersens Kopf findet, von dem die Kugel leider knapp neben das Tor geht. Dann bricht sie aus, erst langsam, dann immer rascher und umfassender und am Ende beherrscht sie den ganzen Rasen: die große blaugelbweiße Lethargie. Als würde man sie gegen ihren Willen dazu zwingen, bolzen die Unseren die Bälle lang und weit in alle Himmelsrichtungen. Systematische Spieleröffnung, Ruhe im Mittelfeld, Ideen in der spielgestaltenden Zone, Einbeziehung der Außen, Grundliniendurchbrüche, variable Flanken, gefährliche Standards, gegenseitiges Absichern, untereinander Helfen …….. es könnte alles so einfach sein – isses aber nicht! Alles, was man diesem Kader zutrauen würde, bekommt man nicht zu sehen. Diese Mannschaft hat(te heute) kein Gesicht. Keine Hierarchie. Keine Antreiber. Keinen Esprit. …… Keine Lust?! Da ist es auch nicht so schlimm, dass Eilhoff in der 58. einen Freistoß prallen lässt, er hat ja Zeit genug zum Nachfassen. Nach einer Stunde ist es dann auch um Jensen geschehen. Zunächst zeigt er sich bei einer harmlosen Flanke unsicher und danach erholt er sich davon nicht wieder. Ich habe auch Daniel Krauss schon oft für diverse Teams des FCC spielen sehen, in Summe derart viele Unsicherheiten wie Jensen in den ersten 5 Spielen, hat Krauss sich aber m. E. noch nicht geleistet. Simak mag sich derweil wie ein Zuschauer beim Tennis vorgekommen sein, immer wieder flogen die Bälle aus allen Richtungen hoch über ihn hinweg. Ziege schien nach 20 Minuten bereits physisch am Ende zu sein, pumpte jedenfalls wie ein Maikäfer und dem armen Petersen blieb nichts anderes übrig, als sich immer weiter zurück fallen zu lassen und sich die Bälle selbst zu holen. Müller war als Sechser erneut überfordert, Stegmayer agierte als Schatten seiner selbst, Maul verteidigte ungewohnt ängstlich, Tobi rieb sich in Einzelaktionen auf, nur Felix bemühte sich eifrig in der Offensive, zeigte dafür aber wieder mal defensive Schwächen … Kein Wunder, dass im Paradies nun tausendkehlig eine Forderung erschallte, die für Träger eines ruhmreichen FCC-Trikots einer schallenden Ohrfeige gleich kommt: „Wir woll’n euch kämpfen seh’n!“ Zumindest beim eingewechselten hoffnungsvollen Fadjad-Azad schien diese Aufforderung auch angekommen zu sein. Kaum im Spiel, lässt er in der 67. Minute und in der 69. Minute (nach TZ-Freistoß) endlich mal zwei Torschüsse los, wenn auch erfolglos (aber wenigstens mutig). Apropos Ziege, der sendet in der 73. noch einen eher harmlosen 25-Meter-Schuss auf’s Tor und verabschiedet sich danach quasi aus dem Spiel, um fortan Alibi-Fußball zu zelebrieren. Fast schon dreist, wie er z. B. in der 75. Minute an der Strafraumgrenze ein Zuspiel Fadjads vertändelt, nach dem dieser sich energisch auf links das Leder erkämpft hatte. So reichte es den Koblenzern, sich immer schön zu viert auf Höhe der Strafraumlinie zu postieren und die einfallslos nach vorn gedroschenen Bälle gummiwandmäßig zurück zu köpfen oder weg zu schlagen. So leicht gewinnt man derzeit am Fuße der leidgeplagten Kernberge …… Letzter fataler „Höhepunkt“ war dann Jensens Blackout in der 86. Minute.

Es muss schon viel passieren, wenn das Publikum des FCC seine Helden mit Pfiffen verabschiedet. Man muss das nicht gut finden, aber schlimmer geht’s wirklich nimmer! Diesem traurigen Freitagskapitel des Jenaer Fußballs folgte dann auch noch die (un)passend niveaulose PK. Statt froh über die ungewohnt leicht errungenen 3 Auswärtspunkte seiner Rumpelfüßer zu sein, glaubte Rapolder erstmal Jenas Pressesprecher und Jenas Publikum darüber belehren zu müssen, was man wann und wo sagen bzw. rufen dürfe, um sich dann in einem nichtssagenden, selbstverliebten Monolog zu verlieren. Aber auch FN hatte nicht viel Erhellendes zu sagen. Bedenklich nur, wenn ein Trainerstatement am 5. Spieltag schon fast ausschließlich aus Durchhalteparolen besteht.

Beim FCC wird derzeit viel Visionäres verbreitet. Vielen heutigen Fußballfans lag allerdings Unmittelbares näher. „Neubarth raus!“ im und „Zipfel raus!“ vorm Stadion wurde heute schon lautstark gefordert. Wie immer kann man über Sinn oder Unsinn solcher Parolen streiten. Aber so ist Fußball. Auch in Jena.

Bei Amtsantritt hat FN sich verwundert und zugleich lobend über den tollen Teamgeist der damaligen Truppe geäußert. Heute muss er sich fragen lassen: „Wo ist der hin, gibt es ihn noch?“ Die Antwort gibt’s vielleicht am Sonntag. Egal, in welchen Trikots. Also, auf nach Frankfurt!

Wir woll’n euch kämpfen seh’n!
YNWA!

--Kopfnuss

Trainerstimmen

Frank Neubarth (Jena):

Wir haben ordentlich angefangen und Stück für Stück wurde es aber weniger. Wenn du unsicher bist, kommen Fehler dazu - und dann wirst du noch unsicherer. Zu unserer gegenwärtigen Situation passt, dass der Gegner mit der ersten Chance in Führung geht. Fußballerisch läuft momentan überhaupt nichts zusammen. Wir sind alle unheimlich enttäuscht, weil wir uns so viel vorgenommen hatten. Jetzt müssen wir mal auswärts mit Drecksarbeit ein Spiel gewinnen, um Selbstvertrauen zu tanken. Denn wenn du die Hosen voll hast, kannst du kein Fußball spielen.

Uwe Rapolder (Koblenz):

Jena hat versucht, von Beginn an Druck zu machen. Jedoch hat man gemerkt, dass bei Jena das Selbstvertrauen nach drei Niederlagen in Folge weg ist. Das haben wir ausgenutzt. Wir haben zudem gut gestanden, so war es für Jena auch schwer, gegen uns zu spielen. Klare Chancen konnten sie sich nicht herausarbeiten. Es freut mich, dass unser Neuzugang Daham zwei herrliche Treffer gemacht hat. Der Sieg kommt im richtigen Moment.