2008/2009 20. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - SSV Jahn Regensburg 0:0

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Spieldaten
Wettbewerb 3. Liga, 20. Spieltag
Saison Saison 2008/2009, Rückrunde
Ansetzung FCC - SSV Jahn Regensburg
Ort Ernst-Abbe-Sportfeld
Zeit Sa. 20.12.2008 14 Uhr
Zuschauer 5.964
Schiedsrichter Robert Kampka (Mainz)
Ergebnis 0:0
Tore
  • Fehlanzeige
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Carsten Nulle
Amadeus WallschlägerGelbe Karte.gif, Robert Müller, Marco Riemer, Ralf Schmidt
Niels Hansen (64. Tim Petersen)
Carsten Sträßer (64. Salvatore AmiranteGelbe Karte.gif), Torsten Ziegner, René Eckardt (87. Martin Ullmann), André Schembri
Sebastian HähngeGelbe Karte.gif

Trainer: René van Eck

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Regensburg
Rouven Sattelmaier
Moise BambaraGelbe Karte.gif (79. Andreas Schäffer), Mersad Selimbegovic, Andreas Brysch, Alexander Maul
Manuel Hiemer (84. Patrick Würll), Tobias Zellner, Tobias Schlauderer, Stefan Binder
Petr Stoilov, Nico BeigangGelbe Karte.gif (39. Stefan Jarosch)

Trainer: Markus Weinzierl

Spielbericht

Kopie nicht gelungen
Der FCC beendet das Jahr mit einem 0:0 gegen Regensburg

Als der schwache, weil viel zu kleinliche und keinerlei Autorität ausstrahlende Schiedsrichter Kampka nach 90+2 Minuten abgepfiffen hatte, wurde es selbst meinem ansonsten eher ruhigen und besonnen Platznachbarn zu viel: „Wenn ich sehe, wie die auch noch die Arme hochreißen und sich nach einem solchen Gegurke freuend abklatschen, dann könnte ich ko…! Wer will den so was sehen?“ fällte er sein Urteil über die Regensburger Punktediebe.
Und in der Tat, hätte man die heutigen Gäste irgendwann in rote Trikots gesteckt und auf der Anzeigetafel „Regensburg“ durch „Sandhausen“, es wären nur Kleinigkeiten gewesen, an denen man die heutige Kopie vom vorwöchentlichen Anti-Fußball-Original hätte unterscheiden können. Es hätte zum Beispiel auffallen können, daß die Gästeabwehr heute im Vergleich zur Vorwoche ca. 5 Meter weiter nach vorn gerutscht war und wenigstens ab und zu mal ein Angreifer am Mittelkreis wartete – aber ansonsten, passend zum bevorstehenden Jahreswechsel: The same procedure as last week. Jedenfalls bis zur 72. Minute…

Während bei einigen der Jenaer Fans vorm Spiel noch diskutiert wurde, ob denn Spieler aus Skandinavien in die 3. Liga passen würden oder nicht, war die Fanverstärkung von dort schon eingetroffen. Eingetroffen war irgendwann auch Präsident Schreiber am Fan-Projekt und wurde dort immer wieder auf die Personalie Alex Maul angesprochen. Auch wenn nicht alle immer der selben Meinung waren, so fand seine abschließende Ankündigung, Jenas Stadionsprecher zu bitten, Alex’ Namensnennung in besonders würdiger Form vorzunehmen, breite Zustimmung.
Allerdings gab es noch ein weiteres ausgesprochen schönes Vorweihnachtsgeschenk zu verkünden: die FCC-Entdeckung der Saison, Rene Eckardt, bleibt dem FCC (vertraglich) bis 2011 treu! Nun sollte man (wie sich dann im Spielverlauf deutlich zeigte) von Eckardt keine ununterbrochenen Wunderdinge erwarten, zu begrüßen ist sein Schritt und auch der des Vereins allemal. Allerdings sollten alle die, welche Eckardts Unterschrift heute mit Applaus bedachten, sich auch dann daran erinnern, wenn der Junge mal in einer der unausweichlichen Stürmerkrisen steckt.

Zunächst standen zwei FCC-Stürmer im Mittelpunkt. Erst klärte Ecke bei einer Jahn-Ecke energisch im eigenen Strafraum (2.) und dann konnte Eckardt einen Steilpaß knapp nicht erreichen. (4.) Nach 5 Minuten konnten die Gäste eine Hähnge-Flanke nur zur Ecke abwehren, die Schmidt allerdings ganz schwach herein brachte. Acht Minuten waren gespielt, als erste Ziege!-Ziege!-Rufe ertönten, der FCC also einen Freistoß hatte. Ziegners hoher Ball brachte allerdings nur einen weiteren Eckball ein. Wie man einen destruktiven Gegner knacken könnte, zeigten die Unseren nach 9 Minuten mit einem Tempoangriff über die linke Seite über Eckardt. Die abschließende Schmidt-Flanke kam aber zu weit vors Tor. Auch als eine Minute später Schembri einen etwas zu weit gespielten Ziegner-Paß auf links noch sehenswert erlief, blieb das aber folgenlos. Seinem Tor gegen Sandhausen hätte Schembri aber nur weitere 60 Sekunden später das nächste folgen lassen können. Eckball von links und Schembri dreht den Ball nach innen – und hätte da nicht einer der Regensburger zufällig am langen Pfosten auf der Linie gestanden, wäre das 1:0 wohl fällig gewesen. Der nächste Angriff der Heimischen lief dann mal über rechts, als Ziegner Sträßer einsetzte. Dessen Paß auf Hähnge verfehlte dieser nur um Zentimeter.

Ganz klar, Jena war die eindeutig aktivere Mannschaft und vom Spiel nach vorn wollten die Gäste schon gar nichts wissen. Dennoch war diese erste Viertelstunde arm an Höhepunkten, Jena wirkte zwar entschlossen aber unkonzentriert und wenn man das Spiel beider Mannschaften zusammenfassen wollte, dann tat dies wohl am besten der Begriff „zerfahren“. Leider sollte dies auch für die nächsten Minuten gelten …

Zwischen der 15. und 24. Minute war erneut die aus dem Sandhausen-Spiel bekannte Handball-Variante zu sehen: 10 Gäste-Feldspieler am eigenen Strafraum und davor lassen die Jenaer zwar den Ball fast ununterbrochen in den eigenen Reihen laufen, haben aber (fast) keine überraschende Idee, die Torgefahr herauf beschwört. Am gefährlichsten war zunächst Schembri mit einem 16-Meter-Schuß, den aber von irgendeinem der 20 Abwehrbeine kurz vor der Linie abgewehrt wurde. (20.) Nach 23 Minuten hätte dann Eckardt sein Jenaer Publikum vollends in Weihnachtsekstase versetzen können. Schön kam das Leder über Schembri und Hansen zu Hähnge, der von der Grundlinie aus Eckardt bediente. Aus 5 Metern setzte der allerdings den Ball über das Tor. Nach 24 Minuten waren die Jenaer völlig überrascht, als gleich mehrere regensburger die Mittellinie überschritten. Und als die Blaugelbweißen endlich realisiert hatten, daß die Gäste Ernst machen, stand einer von ihnen schon frei in Nulles Strafraum und konnte den Ball, noch immer völlig ungedeckt, seelenruhig per Brust annehmen. Aber noch ehe der gute Mann überhaupt einen Gedanken daran verschwenden konnte, was er nun mit seinem Glück anfangen könne, war es auch schon wieder zerronnen. Mit der Wucht einer Dampfwalze, allerdings gepaart mit der Behendigkeit eines Tigers, rauschte Nulle heran und beendete resolut alle Torschußphantasien seines Gegenüber.
Nach 27 Minuten keimte dann unter den FCC-Fans Hoffnung auf, als sich Ziegner den Ball zum Freistoß zurechtlegte. Aus 25 Metern hob er die Kugel auch schön über die Mauer, allerdings setzte diese dann knapp neben dem Pfosten auf. Auch Eckardts Schlenzer nach schönem FCC-Konter eine Minute später verfehlte sein Ziel. Nach einer halben Stunde gab es dann mal Eckball für die Gäste und der anschließende Kopfball war nicht ungefährlich, ging aber ebenfalls hauchdünn an Nulles Tor vorbei. Nach 31 Minuten und einem herrlichen Paß Riemers auf Schembri, hielt es dann keinen mehr auf den Sitzen, immerhin stürmte der Malteser alleine in den Strafraum. Am Ende entschied er sich jedoch für einen Querpaß der schwachen Sorte, statt alleine den Torerfolg zu suchen und so blieb der vorprogrammierte Torjubel aus. Auch wenn Vieles zu statisch und zu langsam aussah, Chancen auf die Führung gab es weiterhin. So z. B. bei Ziegners Freistoß (32.) oder bei Riemers Kopfball aus 8 Metern nach Schembri-Ecke (38.) Von den Gästen war nun offensiv überhaupt nichts mehr zu sehen und als sie dann doch mal die Mittellinie überschritten hatten, war es Ziegner, der diesem Treiben ein energisches Ende setzte. (39.)

So blieb es bis zur Pause beim traurigen Nullnull und auch wenn den meisten Zuschauern da schon schwante, was sie in den zweiten 45 Minuten erwarten würde, war das am häufigsten gebrauchte Wort „Geduld“. Gegen Sandhausen hatte sich das ausgezahlt und warum sollte das heute anders werden?

Einer der Gründe, die dafür sprachen, daß es schwer werden würde den vorwöchentlichen Erfolg zu wiederholen, hieß Kampka. Seine in Halbzeit 1 begonnene übertrieben kleinliche Pfeiferei nahm in Halbzeit 2 gelegentlich groteske Züge an und man hatte den Eindruck, der junge Mann sei der Auffassung er müsse allen zeigen, daß er der wichtigste Mann auf dem Platz sei. Nein, Kampka hat keine Schuld an unseren nicht verwandelten Chancen, aber solche selbstgefälligen und arroganten Pfauen sind einfach schwer erträglich. Nach 50 Minuten war es erneut Eckardt, der den Gästen hätte bescheren können, was sie verdienten, nämlich ein Gegentor. Aber über rechts und Schembri fein im Strafraum frei gespielt, verzog er den Ball erneut über das Tor. Anschließend stürzte sich im Mittelfeld einer der Gäste kopfüber auf Hähnges Fuß und Kampka fühlte sich bemüßigt, den FCC-Stürmer dafür mit Gelb zu bestrafen. Dann kam erneut Eckardt einen Schritt zu spät gegen Sattelmeier und auch bei Ziegners Flanke von rechts kam keiner der im Strafraum lauernden Jenaer an den Ball. Kurz darauf wird Ralf Schmidt gefoult, Ziegners Freistoß ist dann allerdings von der schwächeren Sorte und wird mühelos per Kopf abgewehrt. (57.) Als dann Sattelmeier mal einen Abschlag weit nach vorne drischt, alle Jenaer ehrfurchtsvoll zuschauen und huldvoll erstarren, tauchen plötzlich 2 Regensburger frei vor Nulle auf. Auge in Auge mit diesem wollen sie aber nur noch eines – den Ball ganz schnell loswerden. Und so landet er auch folgenlos neben und über unserem Tor. (58.) Dies dürfte auch bis zur Nachspielzeit so ziemlich das letzte Mal gewesen sein, daß ein Regensburger sich in unseren Strafraum verirrte.

Wenn es danach noch Offensivaktionen gab, dann nur in Richtung Südkurve, in der sich jetzt auch die Jenaer Fans dem Lala-Singsang der wenigen Gäste wieder angeschlossen hatten. Für das Anliegen der in Halbzeit 1 schweigenden Südkurvler mag man ja durchaus Verständnis haben. Ein wenig mehr Kreativität als einfach immer nur dröges Schweigen darf’s aber ruhig auch mal sein. Mal ganz davon abgesehen, daß, wenn ich eine Botschaft übermitteln will, ich auch den richtigen Adressaten kennen bzw. nennen sollte. Aktionen wie heute, die den Eindruck erwecken, sie schadeten eher dem eigenen Team, garniert mit einigen 0815-Spruchbändern, von denen man glaubt, sie schon Hunderte Male gelesen zu haben, verkehren sich da eher ins Gegenteil. Letztendlich blieb der Eindruck bockender Kinder und bewirkte so eher das Gegenteil von dem, was das Thema verdient hätte.

Nach 61 Minuten flankte Sträßer von rechts und die Jahnis konnten nur mit Mühe zur Ecke klären, was ihnen nach Schmidts schwacher Ausführung derselben schon leichter fiel. Dann kamen T. Petersen und Amirante und noch gab es genügend Gründe an ein Happy End zu glauben, auch wenn es zunächst keine weiteren zwingenden Chancen gab. Schembri versprang nach 65 Minuten der Ball beim Flanken und Amirantes flache Hereingabe von rechts konnte die Gästeabwehr gerade so klären. (68.) Schmidts Freistoß von halbrechts war ebenfalls kein Problem für Sattelmeier (70.) und auch Amirante konnte sich im Strafraum nicht entscheidend durchsetzen (73.) In selbiger Minute wollten sich dann eventuell die leuchtfarbenen Herren als Wachrüttler betätigen. Erst entschied der Linienrichter-Troll auf der Tribünenseite bei einem Einwurf derart falsch, daß man glaubte der Junge hätte in einer Casting-Show großen Erfolg, würde er dort als Steve-Wonder-Double auftreten. Weiter ging es dann mit Herrn Kampka, als der in einem Anfall anterograder Amnesie die Vorteilsregel vergessen hatte und einen Jenaer Angriff schnöde unterband. Aber vielleicht konnte man dem Pfeifenheini ja verzeihen. Immerhin war der Ball gut 30 Meter vom Regensburger Tor entfernt und Mister Hammer persönlich schritt zur Tat. Wie so vieles in diesem Spiel schien auch Ziegners Freistoß eine Kopie der Vorwoche. Da der Ball aber um wenige Zentimeter unplazierter und einige Kilometer pro Stunde langsamer dem Gehäuse entgegen rauschte, konnte Sattelmeier gerade noch so eine Hand an den Ball bringen und zur Ecke klären. Es war dies wohl der Moment, ab dem viele im Stadion anfingen zu zweifeln, ob wir dieses Ding noch ziehen können. Zumal die Gäste jetzt auch immer häufiger zur Taktik „Schreien-Fallen-Liegenbleiben“ übergingen. Nach Zieges Freistoß-Hammer mußte Herr Kampka fix klarstellen, daß er sich von diesem heute die Show nicht stehlen lassen würde und demütigte diesen mit einer affigen Einwurf-Entscheidung an der Mittellinie. Was auch immer die Unseren jetzt anstellten, es fehlte die letzte Konsequenz und ein klein wenig Glück. So brachte Ziegners Freistoß nach Foul an Eckardt nur eine weitere Ecke ein (77.) und als Wallschläger rechts Schmidt bediente und der weiter zu Riemer paßte, traf dessen schöner Schuß nur den eigenen Mann. (78.) Noch 10 Minuten. Amirante setzt sich nach einer Nulle-Vorlage schlitzohrig gegen zwei überhastete Verteidiger durch und kommt im Strafraum frei zum Schuß! Mit einer Glanztat rettet Sattelmeier und wiederholt das Ganze dann auch noch nach einem Kopfball, so daß allen der Torschrei in der Kehle stecken blieb. Als dann Ziegner einen an Amirante verwirkten Freistoß nur ganz knapp neben das Tor zirkelte, hatten die Gäste ihr Ziel schon fast erreicht. Zwar kam der FCC noch zu 2 Eckbällen in Folge, stellte sich aber danach zu umständlich an, um den Zehnerabwehrriegel doch noch irgendwie zu knacken. Als dann auch noch Amirante gegen Sattelmeier knapp zu spät kam, war eigentlich klar, daß es bei einem Punkt bleiben würde. Und so war es dann auch. So ganz war die Vorwoche eben doch nicht zu kopieren, schade! Kampka pfiff ab und ungestraft und unverdient konnten sich die fußballverweigernden Gäste abklatschen, freuen, in den Armen liegen …

Alex Maul drehte dann noch seine Abschlußrunde im EAS und irgendwie hatten diese Szenen dann auch wieder etwas Versöhnendes – es weihnachtet halt …

Natürlich war der Verlust der beiden weiteren verdienten Punkte mehr als ärgerlich. Dennoch gebührt van Eck für das, was er in seiner Zeit im Paradies geleistet hat Anerkennung. Denn wer wirklich sehen wollte, daß diese Mannschaft und ihr Trainer auf einem guten Wege sind, der konnte dies sowohl heute, als auch in den letzten Wochen tun, auch (und gerade dann), wenn die Resultate (noch) nicht immer stimmten. Natürlich ruft ein Resultat wie heute auch die ewigen Schwarzseher wieder auf den Plan, aber auch das ist ja nicht neu. Schon der kauzige Heinz Rühmann wußte ja: „Ein Pessimist ist ein Mensch, der sich über schlechte Erfahrungen freut, weil sie ihm recht geben!“

Was bringt die Zukunft? Vertrauen wir doch einfach Victor Hugo:
„Die Zukunft hat viele Namen.
Für die Schwachen ist sie das Unerreichbare.
Für die Furchtsamen ist sie das Unbekannte.
Für die Tapferen ist sie die Chance.“

Zu sehen am 27.01.09!

Nur der FCC!
YNWA

--Kopfnuss