1979/1980 18. Spieltag: 1. FC Magdeburg - FC Carl Zeiss Jena 1:1

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Spieldaten
Wettbewerb DDR-Oberliga, 18. Spieltag
Saison Saison 1979/1980, Rückrunde
Ansetzung 1. FC Magdeburg - FC Carl Zeiss Jena
Ort Heinrich-Germer-Stadion
in Magdeburg
Zeit Sa. 22.03.1980 15:00 Uhr
Zuschauer 15.000
Schiedsrichter Siegfried Kirschen (Frankfurt/Oder)
Ergebnis 1:1
Tore
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Magdeburg
Holger Bahra
Wolfgang Seguin
Detlef Raugust, Siegmund Mewes, Frank Siersleben
Axel Tyll, Jürgen Pommerenke, Axel Wittke
Damian Halata, Joachim Streich (46. Andreas Brinkmann), Martin Hoffmann

Trainer: Klaus Urbanczyk

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Hans-Ulrich Grapenthin
Rüdiger Schnuphase
Gert Brauer, Konrad WeiseGelbe Karte.gif (69. Jürgen Raab), Wolfgang Schilling
Andreas Wachter, Andreas Krause, Lothar Kurbjuweit, Gerhardt Hoppe
Martin Trocha, Thomas Töpfer

Trainer: Hans Meyer


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Spielbericht

Im dunklen Einerlei nur zwei Farbtupfer

Die "Gescholtenen" der letzten Wochen gegeneinander. Kraftfeld kontra Kraftfeld. Eine schöne Aussicht!

Gemach, Freunde, bei "international vertretbarer Härte"(so FIFA-Referee Siegfried Kirschen) artete nichts aus. Die Teufel im Leibe trieben kein unlauteres Spiel. "Conny" Weise sollte seinen Stil gegen Streich und Hoffmann dennoch überdenken. Erst recht nach seiner Verletzung ("Ein Schlag gegen das Wadenbeinköpfchen", diagnostizierte Mannschaftsarzt Dr. Johannes Roth erst einmal), die er sich bei überhartem Einsteigen gegen Hoffmann selbst zufügte. Aber hämisch brauchte niemand auf Magdeburg und Jena zu schauen. Die das tun, vergessen ohnehin viel zu schnell, wie sie selbst "hinlangen".

Vielleicht nie augenfälliger als am Sonnabend präsentierten beide Klubs ihre Probleme. Verletzungen, Sperren (nach Feldverweis und gelben Karten), Formschwankungen, mangelnde Reife junger Stürmer und Dränger führten zu empfindlichen Beeinträchtigungen der Spielkultur. Die Abwesenheit des gesperrten Steinbach und des verletzten Decker mußte ebenso zwangsläufig das technisch-taktische Gleichgewicht beim 1. FCM stören wie das der Jenaer durch den Ausfall von Lindemann und Sengewald. Was anderes sollte in dieser diffizilen Situation sonst produziert werden als Kampfgeist, Einsatz, Tempo, Zweikämpfe in Hautnähe? Wie sich die Mannschaften in dieser Hinsicht engagierten, nötigte allen Respekt ab. Keiner gab nach, hochkonzentriert wurde zerstört.

Sicherlich gab es durch Pommerenke - herrlich sein direkter 25-Meter-Freistoß zum 1:1 hoch ins Eck - auf der einen und Schnuphase auf der anderen Seite Lichtblicke in Sachen Spielauffassung, Ideen und Abgeklärtheit. Jena wird auch das erste Oberliga-Tor des 23jährigen Schilling aufmerksam registriert haben, sowie das dritte 1:1 in Magdeburg nach den beiden Unentschieden von 1973 und 1975. Vielleicht tröstet sich auch der 1. FCM ein wenig. Schließlich verlor die Elf im letzten Jahrzehnt (!) nur ein einziges Heimspiel am 27.3.1979 mit 1:3 gegen die Thüringer. Aber Markierungsdaten für Statistikliebhaber ersetzen schließlich keinen Sieg. Er war für beide möglich, das wohl. Dennoch wurde die Punkteteilung von niemand als ungerechtfertigt empfunden.

Homogene Mannschaften besaßen weder Magdeburg noch Jena. Tore herauszuspielen, lag nicht in ihrem spielerischen Vermögen. Das Problem fast aller Spieler, sich im Kampf zu offenbaren, ohne der Mannschaft ideenreich zu nutzen, hinterließ tiefe Spuren.

Zum Schiedsrichterkollektiv: Kirschen leitete korrekt, aufmerksam. Er duldete Härten und ahndete sie auch. Trotzdem hätten zwei, drei gelbe Karten mehr auch nicht geschadet. Erstaunlich, wie viele Unschuldslämmer sich in Verletzungsposen ergehen, um den Referee hinters Licht zu führen. Dafür hatte der Unparteiische zu Recht keinen Nerv.

(Günter Simon in "Die Neue Fußballwoche" vom 25. März 1980)


Nachwuchs: 1:0 , Tor : Döbbel

Jena : Härtel , Pohl , Köberlein , Fleck , Schmied , Schakau , Meixner , Pittelkow , Roß ( 68. Rode) , U. Burow , Steinborn (71. Dern) /Tr.: Thomale

Stimmen zum Spiel

  • Klaus Urbanczyk (Magdeburg): "Wir wollten gewinnen. Mit dem 1:1 bin ich nicht zufrieden. Willen, Kampfgeist und Einsatz waren da. Im Spiel lief dennoch nicht viel zusammen. Ansätze wurden sofort erstickt. Alle vier Stürmer entwickelten keine Ideen. Ihre Durchschlagskraft war gleich Null."
  • Hans Meyer (Jena): "Das Niveau entsprach den Problemen beider Mannschaften. 45 Minuten besaßen wir klarere Spielanteile. Dann erhielt der FCM durch unser Kräftenachlassen ein Übergewicht. Dennoch spielte Magdeburg deutlich schwächer als sonst. Mehr als ein 1:1 war möglich, mit einer homogeneren Mannschaft wohlgemerkt."