2011/2012 12. Spieltag: SV Werder Bremen II - FC Carl Zeiss Jena 2:2

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Spieldaten
Wettbewerb 3. Liga, 12. Spieltag
Saison Saison 2011/2012, Hinrunde
Ansetzung SV Werder Bremen II - FCC
Ort Weserstadion Platz 11 in Bremen
Zeit Fr. 30.09.2011 18:30 Uhr
Zuschauer 780
Schiedsrichter Marcel Göpferich (Bretten-Bauerbach)
Ergebnis 2:2 (0:2)
Tore
  • 0:1 Šimák (24., direkter Freistoß)
  • 0:2 Hähnge (30., Vorarbeit
    Šimák)
  • 1:2 Lennart Thy (83.)
  • 2:2 Sandro Wagner (86.)
Andere Spiele
oder Berichte

Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Bremen
Bernd Düker
Andreas Schön (81. Niklas Hörber), Clemens Schoppenhauer, Alexander Hahn, Florian Hartherz
Tom Trybull, Malte Grashoff (56. Niclas Füllkrug), Florian Trinks (68. Felix Kroos), Florian Nagel
Lennart ThyGelbe Karte.gif, Sandro Wagner

Trainer: Frank Bender

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Tino Berbig
Robert Zickert, Alexander Maul, Kai-Fabian SchulzGelbe Karte.gif, Nils Miatke
Christoph Siefkes (73. Björn Lindemann), Alexander VoigtGelbrote Karte.gif, Josip Landeka,Jan Šimák (79. René Eckardt)
Sebastian HähngeGelbe Karte.gif, Shlomi Edri (39. Nils Pichinot)

Trainer: Heiko Weber


Spielbericht

Die DFB-Spieltagsmacher meinen es gut mit uns: Flutlichtspiel in Bremen! Was sich im Traum anhört wie eine Ansetzung im Europapokal aus längst vergangenen Tagen, entpuppt sich dann aber leider beim Aufwachen als ein Drittligaspiel auf einem Sportplatz mit dem Charme einer Bezirkssportanlage. Und so sind es dann auch nur vielleicht 100 bis 150 Zuschauer mit blau-gelb-weißem Herzen, die sich am Freitagabend in Bremen einfinden. Von einem „Abstiegsduell“ Bremen gegen Jena habe ich in der Woche vor dem Spiel irgendwo gelesen. Ja klar, der Bremer Nachwuchs zählt wohl zu den heißeren Kandidaten am Ende der Saison im Abstiegskampf mitmischen zu dürfen. Aber wir? Ja, wir sind schlecht gestartet, aber jetzt muss es doch irgendwie wieder aufwärts gehen. Ganz sicher, denke ich mir…

Leider ist das Niveau der Begegnung in der ersten Halbzeit genau so, wie es die aktuellen Tabellenstände der beiden Mannschaften erwarten ließen. Die Bremer wirken zwar optisch etwas überlegen, haben mehr Ballbesitz, kommen in der 20. Minute am anderen Ende des Sportplatzes auch zu einer Möglichkeit, bei der Berbig wohl nur mit größter Mühe den Einschlag im Jenaer Tor verhindern kann, aber ansonsten sind die Möglichkeiten der beiden Sturmreihen doch arg begrenzt und teilweise auch als hilflos zu bezeichnen. Auf Jenaer Seite erweist sich die Kombination Hähnge/Edri in meinen Augen als nicht drittligareif. Vielleicht sind es aber auch die Mitspieler, die Shlomi Edri ein gefühltes halbes Dutzend Mal hoch anspielen, die mich geradezu verzweifeln lässt. Wenn die zeitige Auswechslung von Edri durch Weber ausschließlich auf die gezeigte Leistung zurückzuführen ist, dann muss der Trainer aber auch selbst seine taktische Aufstellung hinterfragen. Der unverhofften Führung des FCC durch einen direkt, aus ca. 20 Metern von halbrechts, durch Jan Simak verwandelten Freistoß, geht ein recht unglückliches Handspiel eines Bremer Abwehrspielers voraus und ich notiere mir für mich selbst, daß ich diese Regel und ihre Auslegung mir wohl mal wieder zu Gemüte führen muss. Kurzum, ich hätte da nicht gepfiffen. Und da der zweite Treffer durch einem Eckball von Simak und etwas Gestocher im Bremer Strafraum durch Hähnge mit einem Flachschuss wiederum nach einen Standard erzielt wird, bin ich beim Verdrücken von Pommes Rot-Weiß und Bratwurst in der Halbzeitpause der festen Überzeugung zu wissen, wie das Spiel ausgeht. Logisch, Abstiegsduelle auf mäßigem spielerischem Niveau werden durch zwei Routiniers per Standards entschieden. Das hat es doch genau so schon tausend Mal irgendwo genau so im Fußball gegeben. So wird das werden. Ganz sicher, denke ich mir…

Die zweite Hälfte beginnt wie die erste endete. Die Bremer sind leicht feldüberlegen, bleiben aber im Abschluß reichlich harmlos. Klare Aktionen des FCC aus dem Spiel heraus gibt es aber ebenso wenig zu notieren. So ab der 60. Minute verstärken die Bremer aber den Druck, drücken den FCC immer tiefer in die eigene Hälfte und auch die wenigen verbleibenden Kontermöglichkeiten auf Jenaer Seite werden durch ein gutes halbes Dutzend Abseitsstellungen von Hähnge leichtfertig vergeben. Auch nach der gelb-roten Karte gegen Alexander Voigt (Wie kann man eigentlich mit Gelb vorbelastet am Mittelkreis so auf den Mann gehen?) , habe ich irgendwie nicht den Eindruck, als sollte hier noch mal Spannung aufkommen. Nach dem bisherigen Spielverlauf bleibt mir dann regelrecht die Spucke weg, als der Bremer Thy nach einem ungestörten Zuspiel aus dem Mittelfeld und einer Körperdrehung die Jenaer Innenverteidigung düpierte, allein auf Berbig zuläuft und den Ball elegant in der langen Ecke versenkt. Upps, hatte der bisher auch mitgespielt? Was war das denn? Die Verwirrung ob der plötzlichen Kaltschnäuzigkeit schien sich aber nicht nur bei mir breitgemacht zu haben, auch die Jenaer Mannschaft wirkte nun vollkommen aufgelöst. Nachdem es schon vorher kaum Entlastung gab, ist es nun komplett vorbei und nach einem Freistoß von Werder kommt, was wohl kommen musste. Obwohl schon abgewehrt, kann die Situation nicht abschließend geklärt werden, der Ball kommt zurück, wildes Gestocher im Jenaer Strafraum bis sich der Bremer Wagner erbarmt und den Ball aus dem Gewühl heraus einnetzt. Ausgleich, verdammter Mist, warum können wir nicht auch einmal unverdient drei Punkte mitnehmen? Als Berbig kurz danach einen Fernschuß von Wagner gerade noch so an den Pfosten lenken kann, bin ich dann irgendwie doch froh als der Schiedsrichter abpfeift und wir einen Punkt mitnehmen. Wie war das doch gleich mit der Taube auf dem Dach und dem Spatz in der Hand. Das Unentschieden hatte sich die Bremer U23 allemal verdient. Die Spiele gegen die zweite Vertretung in Bremen waren bisher noch nie eine spielerische Offenbarung, diesmal hat sich die Jenaer Mannschaft mit der Leistung aber so nachdrücklich für die Plätze im unteren Drittel der Tabelle beworben, dass einem schon Angst und Bange werden kann. Auch wenn Jan Simak sicherlich durch seine Beteiligung an beiden Jenaer Treffern noch positiv hervorgehoben werden muss, empfand ich ihn in Oberhausen wesentlich stärker und weiss auch nicht so recht ob es tatsächlich das Jenaer Spielkonzept ist, wenn er versucht alleine die gegnerische Abwehr auszuspielen. Auf jeden Fall positiv aufgefallen ist mir Christoph Siefkes, der stets bemüht wirkte und spürbar an den Ketten zerrte. Unklar scheint mir dagegen noch die geplante Rolle von Lindemann, der nach seiner Einwechslung, eigentlich nicht zu sehen war und doch eigentlich, auch bei offensichtlich noch fehlender Fitness, mehr als Führungsspieler agieren sollte. Mit der Sperre für Voigt wird Trainer Heiko Weber die Aufstellung abermals umstellen müssen, Im nächsten Spiel wird Ralf Schmidt mit Sicherheit wieder in die Abwehrreihe rücken werden, Miatke dafür wieder im Mittelfeld agieren können. Das Abwehrgerüst bleibt wackelig, aber es ist zu erkennen. Aber im Sturm wird es eines anderen Partners für Sebastian Hähnge bedürfen. Heiko Weber wird eine gute Lösung finden. Ganz sicher, denke ich mir…

--Tn 12:59, 2. Okt. 2011 (CEST)