DDR-Liga

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Als DDR-Liga oder auch Fußball-Liga, kurz Liga, wurde von 1950 bis 1990 die zweithöchste Spielklasse im Deutschen Fußballverband der DDR (DFV) bezeichnet. Sie diente als Unterbau der Fußball-Oberliga.

Kurzübersicht

Die DDR-Liga war wie der gesamte Fußball-Spielbetrieb in der DDR den wechselvollen Bemühungen unterworfen, dem DDR-Fußball zur internationalen Klasse zu verhelfen. In den 40 Jahren ihres Bestehens wurde die DDR-Liga sechsmal umstrukturiert, spielte zwar meistens mit zwei Staffeln, dazwischen aber auch mit einer, drei oder fünf Staffeln. Sie war das Sammelbecken der spielstärksten Betriebssportgemeinschaften (BSG), während bis auf wenige Ausnahmen in der Oberliga hauptsächlich die vom Staat innerhalb der Sportförderung unterstützten Fußballclubs spielten. So war das Leistungsgefälle zwischen Oberliga und Liga besonders ab Mitte der 1960er Jahre recht groß.


Geschichtliche Entwicklung

1946–1950: Entstehung

Nach der Zwangsauflösung der ostdeutschen Sportvereine zum 1. Januar 1946 wurden von der Sowjetunion in ihrer Besatzungszone Fußballwettkämpfe zunächst nur auf lokaler Ebene zugelassen, sodass überregionale Ligen erst im Jahre 1949 gegründet werden konnten. Da die Sowjetische Besatzungszone nach dem Zweiten Weltkrieg vorerst in die fünf Länder Brandenburg, Mecklenburg (ab 1947 Mecklenburg-Vorpommern), Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und die Stadt Ost-Berlin aufgeteilt worden war, bot es sich demzufolge an, in gestaffelten Landesligen zu spielen. Dieser Unterbau erschien für die 1949 ebenfalls ins Leben gerufene Oberliga des Deutschen Sportausschusses (DS) jedoch als zu groß und schwerfällig, weshalb man 1950 die zweigleisige DDR-Liga schuf und die Landesligen damit drittklassig wurden.

1950–1955: Die ersten Jahre

In der ersten Saison 1950/1951 sollte die Liga ursprünglich 16 Mannschaften umfassen, nämlich je drei aus den fünf Flächenländern, dazu Union Oberschöneweide. Erst die Hinzunahme weiterer Vereine aus Berlin machte vor Saisonbeginn die Erweiterung auf 20 und die Teilung erforderlich, während Union nun doch in der Oberliga spielen durfte. So wurde in zwei Staffeln mit jeweils zehn Mannschaften gespielt, wobei die regionale Aufteilung heute nicht mehr nachvollziehbar ist (1951/52 spielte z. B. Einheit Schwerin in der Staffel 1, VP Schwerin aber in der Staffel 2). Die Meister der beiden Staffeln stiegen direkt in die Oberliga auf, die Aufsteiger in die DDR-Liga wurden zunächst aus den Meistern der Landesligen rekrutiert. Im Juli 1952 führte die DDR eine Verwaltungsreform durch, und es entstanden die Bezirke Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Magdeburg, Potsdam, Frankfurt/O., Erfurt, Halle, Leipzig, Dresden, Cottbus, Suhl, Gera und Karl-Marx-Stadt. Daraufhin wurden die Landesligen abgeschafft und Bezirksligen eingeführt. Da es von der Saison 1952/1953 an mit dem Bezirksligameister von Ostberlin nun 15 Meister gab, aber weiterhin nur sechs Aufstiegsplätze in die beiden DDR-Ligen vorgesehen waren, mussten die Bezirksmeister in eine Aufstiegsrunde. In drei Gruppen trafen jeweils fünf Meister in einer einfachen Runde ohne Rückspiele aufeinander, die ersten beiden jeder Gruppe stiegen in die DDR-Liga auf. Die Zahl der DDR-Liga-Mannschaften je Staffel erhöhte sich ab der Saison 1951/1952 auf zwölf und dann auf 13 (1952/53) bzw. 14 (1953/54). Von 1954/1955 ab wurde in drei Staffeln mit jeweils 14 Mannschaften gespielt.

1955–1964: I. und II. Liga, Spieljahresumstellung

Nach der Saison 1954/1955 wurden die drei Staffeln der DDR-Liga zu einer neuen, 14 Mannschaften umfassenden eingleisigen I. DDR-Liga zusammengelegt. Qualifiziert hatten sich aus der Staffel 1 die Mannschaften auf den Plätzen 2 bis 5, aus der Staffel 2 diejenigen auf den Plätzen 2 bis 4 und aus der Staffel 3 die ersten fünf Mannschaften. Die Staffelsieger 1 und 2 waren in die Oberliga aufgestiegen. Die übrigen Mannschaften kamen in die beiden regionalen Staffeln der neu geschaffenen II. DDR-Liga. Des Weiteren wurde 1955 nach sowjetischem Vorbild das Spieljahr dem Kalenderjahr angepasst, daher musste im Herbst eine Zwischenrunde ohne Rückspiel und ohne Auf- und Abstieg ausgetragen werden. Am Aufstiegsmodus der Bezirksligameister änderte sich jedoch nichts. Ab der Saison 1958 fuhr die II. Liga fünfgleisig um den hohen finanziellen Aufwand, der den Mannschaften durch die Reisekosten entstand, zu verringern. Nach dieser Umstellung waren jeweils die ersten 3 der Bezirksligen für die II. Liga aufstiegsberechtigt. Um den Aufstieg in die I. Liga kämpften die Meister der II. Ligen wieder in einer einfachen Aufstiegsrunde ohne Rückspiel. Die beiden ersten Mannschaften qualifizierten sich für die I. Liga. 1961 wurde entschieden, auf den Saisonmodus Herbst/Frühjahr zurückzuwechseln, deshalb wurde in der Saison 1961/1962 in einer Dreierrunde mit Heim- und Auswärtsspielen und einer vorgeschalteten Runde auf neutralen Plätzen gespielt. Ab der Saison 1962/1963 wurden die I. Liga als zweithöchste Spielklasse wieder in zwei Staffeln ausgetragen, deren Spitzenreiter in die Oberliga aufstiegen. Nach der Saison 1962/1963 wurde die II. Liga endgültig abgeschafft und die Bezirksligen wieder zu den dritthöchsten Spielklassen. Die beiden Staffeln der I. Liga wurden mit Beginn der Spielzeit 1963/64 auf jeweils 16 Mannschaften aufgestockt. Alle Spitzenreiter der II. Ligen durften aufsteigen, die Zweitplatzierten und die Bezirksmeister ermittelten in einer Aufstiegsrunde drei weitere I.-Liga-Teilnehmer.

1964–1989: Die späten Jahre

Während der nächsten Jahre blieb die DDR-Liga von größeren Änderungen verschont, allerdings waren ab der Saison 1967/1968 auch die 2. Mannschaften der Oberligateams für die DDR-Liga aufstiegsberechtigt, konnten jedoch nicht in die Oberliga aufsteigen. Mit Beginn der Saison 1971/1972 wurde die DDR-Liga von zwei auf fünf Staffeln aufgestockt. Die Staffeln spielten künftig nach regionalen Gesichtspunkten gegliedert mit 12 Mannschaften. Aus der DDR-Liga stiegen wie zuvor zwei Mannschaften in die Oberliga auf, die in einer Aufstiegsrunde mit Hin- und Rückspielen unter den Staffelersten ermittelt wurden. Die drei Staffelletzten mussten in die Bezirksliga absteigen und wurden künftig durch die Bezirksmeister ersetzt. Nach Ende der Saison 1975/1976 wurde die Teilnahme der 2. Mannschaften in der DDR-Liga wieder abgeschafft, um die Attraktivität des Oberligaunterbaus wieder zu steigern. Mit der Saison 1984/1985 kehrte die DDR-Liga nach 13 Jahren wieder zu zwei Staffeln zurück. Diesmal mit 18 Mannschaften je Staffel, für die sich die jeweils ersten sechs der bisherigen fünf Staffeln qualifiziert hatten. Hinzu kamen sechs durch Qualifikationsspiele ermittelte Bezirksligameistern hinzu. Auch künftig stiegen nur sechs Bezirksmeister in die DDR-Liga auf.


1989–1991: Die Wendejahre

Nach der deutschen Wiedervereinigung und der Umstellung auf die freie Wirtschaft wurde einigen Liga-Mannschaften die wirtschaftliche Basis entzogen. Deshalb zogen Chemie Velten, Chemie Buna Schkopau und Dynamo Eisleben ihre Mannschaften aus der ab 1990/91 unter der Bezeichnung NOFV-Liga auftretenden Spielklasse zurück, KWO Berlin löste sich auf und Chemie Böhlen fusionierte mit Chemie Leipzig. So nahm die NOFV-Liga 1990/91 nur noch mit je 16 Mannschaften in zwei Staffeln, darunter wie bisher mit sechs Aufsteigern den Spielbetrieb auf, aus dem sich später auch noch Motor Stralsund zurückzog.

Der FC Carl Zeiss Jena in der DDR-Liga

Der FC Carl Zeiss Jena bestritt zwischen den Jahren 1950 und 1956 insgesamt fünf Spielzeiten in der DDR-Liga und konnte dabei in den Jahren 1952 und 1956 jeweils den Aufstieg in die DDR-Oberliga realisieren. Hinzu kommt die Übergangsrunde in der Saison 1955. Von den dabei insgesamt absolvierten 131 Punktspielen konnten 73 gewonnen werden, 32 endeten Unentschieden und 26 gingen verloren. Die Jenaer Mannschaften schossen dabei 310 Tore bei 150 Gegentoren. Die meisten Einsätze verzeichnet dabei Karl Oehler (131 Spiele/8 Tore), gefolgt von Karl Schnieke (97 Spiele/42 Tore) und Siegfried Woitzat (85 Spiele/12 Tore). Insgesamt bestritten 52 Spieler Punktspiele für den FC Carl Zeiss Jena in der DDR-Liga. In der ewigen Tabelle der DDR-Liga belegt der FC Carl Zeiss Jena den 84. Platz.