2009/2010 05. Spieltag: FC Carl Zeiss Jena - FC Rot-Weiß Erfurt 0:3

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Spieldaten
Wettbewerb 3. Liga, 5. Spieltag
Saison Saison 2009/2010, Hinrunde
Ansetzung FCC - FC Rot-Weiß Erfurt
Ort EAS
Zeit So. 23.08.2009 14:00
Zuschauer 11.200 (ausverkauft)
Schiedsrichter Christian Leicher (Weihmichel)
Ergebnis 0:3
Tore
  • 0:1 Kammlott (1.)
  • 0:2 Semmer (40.)
  • 0:3 Kammlott (53.)
Andere Spiele
oder Berichte
Programmheft
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Aufstellungen

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Jena
Carsten NulleGelbe Karte.gif
Jan-André Sievers, Assani Lukimya-Mulongoti, Marco Riemer (46. Tim Petersen), Carsten Sträßer
Jens Truckenbrod
René Eckardt (67. Melvin Holwijn), Torsten Ziegner, Timo NagyGelbe Karte.gif (46. Sebastian Hähnge)
Orlando SmeekesGelbe Karte.gif, Salvatore AmiranteRote Karte.gif

Trainer: René van Eck

Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Trikotfarben
Erfurt
Dirk Orlishausen
Dennis MaluraGelbrote Karte.gif, Martin Pohl, Jens MöckelGelbe Karte.gif, Thomas StröhlGelbe Karte.gif
Samil Cinaz, Fabian Stenzel, Thiago Rockenbach da Silva, Martin Hauswald (84. Bastian Pinske)
Carsten Kammlott (77. Massimo Cannizzaro), Tino SemmerGelbe Karte.gif (63. Matthias Peßolat)

Trainer: Rainer Hörgl

Spielbericht

Love & Peace im Paradies
Der FCC kassiert mit 0:3 seine erste Saisonniederlage

Manchmal ist alles ganz einfach und so war es auch am Sonntag. Schon die ersten 30 Sekunden faßten vor den 11.200 Zuschauern im Paradies exemplarisch zusammen, wie dieses Thüringen-Derby laufen würde: Die Gäste aus der wunderschönen Blumenstadt waren hellwach und spielten einen weiten, langen Paß in die Spitze und es kommt zum Laufduell zwischen Riemer und seinem Gegenspieler Kammlott. Für den Betrachter auf der Tribüne sah dieses Duell aus, als sprintete hier ein Jamaikaner gegen einen steifbeinigen Rheumatiker. Kein Wunder also, daß der jamaikanische Erfurter nach 30 Sekunden locker zum 0:1 einschob, während der rheumaverdächtige Riemer ziemlich dumm aus der Wäsche schaute. Ein Bild, das nach 90 Minuten, übertragen auf alle Akteure und ihre jeweiligen Fans noch immer seine Gültigkeit hatte …

In den Morgenstunden des Sonntags träumte die Jenaer City sonnig vor sich hin und zwei Dinge waren es, die dem morgendlichen Stadtspaziergänger ins Auge fielen: Alle der bereits geöffneten Restaurationen waren gut besucht von frühstückenden (teilweise auch früh trinkenden) und wohlgelaunten blaugelbweissen Fußballfans und an jeder Straßenecke hatten sich Einsatzwagen der Polizei postiert, deren Insassen kaffeetrinkend beobachteten, daß ca. 70% des morgendlichen Straßenverkehrs gleichfalls auf ebensolche Einsatzwagen zurückzuführen war. Aber immerhin erwartete man im beschaulichen Jena ja liebe, nette Fußballgäste aus der nahegelegen Megacity Erfurt und für derart willkommene Gäste nimmt man die eine oder andere Absonderlichkeit oder Zusatzmühe (wie z. B. gesperrte Parkplätze, geschlossene Stadioneingänge oder verlegte Tribünenaufgänge) gerne in Kauf.

Wer rechtzeitig vor Spielbeginn am FP eintraf, erfuhr einerseits tolle Geschichten über das vorabendliche Sommerfest des Supporters Clubs, welches manchem Teilnehmer zu neuen Rufnamen wie beispielsweise „Salvatore Chancentod“ verhalf. Andererseits konnte er dort die besondere Stimmung dieses Derbys erspüren. Alle waren irgendwie besonders aufgekratzt und die Prognosen deckten alles zwischen peinlicher Klatsche und grandiosem Torfestival komplett ab.

Dem Anlaß angemessen wurde erstmals die Zeit unmittelbar vor Anpfiff genutzt, eine kurze historisch-sportliche Vorstellung des Gegners vorzunehmen. Allen Anwesenden im Stadion dürfte wohl kurz der Atem gestockt haben, als sie auf der Videowand sehen durften, welch überaus traditionsreiche und mit ungezählten, überragenden sportlichen Erfolgen gesegnete Gastmannschaft man würde begrüßen dürfen. Erwähnenswert ebenso, daß es die gerngesehenen Gästefans immerhin geschafft hatten, daß ihnen zustehende Kartenkontingent knapp zur Hälfte auszulasten und also beeindruckende 600 Mann die weite und beschwerliche Reise auf sich genommen hatten, um die Übermannschaft der Liga, den einzig wahren Aufstiegskandidaten, zu begleiten.

Es folgte noch eine wunderschöne Choreographie der Jenaer Südkurve mit so viel „Herz“ und „Liebe“, daß es auch den härtesten Gegnern des deutschen Schlagers die Tränen in die Augen getrieben haben dürfte. Optisch absolute Spitze, gedankt sei allen Vorbereitern und Beteiligten. (Man hätte sich gewünscht, einige FCC-Fans hätten bei ihrem Protest gegen RB Leipzig ähnlich viel kreative Phantasie an den Tag gelegt, statt plump und peinlich in die Mainstream-Falle zu tappen.) Die einzigen bemitleidenswerten Menschen zu diesem Zeitpunkt im Stadion waren wieder mal die armen, kleinen Cheerleader. Nichts gegen den Wunsch der Mädels, ihre Verbundenheit zum FCC zu demonstrieren, nichts gegen ihr vermutlich hohes sportliches Können und schon gar nichts gegen ihre wahrscheinlich gute Absicht. Aber in einem vollbesetzten Derbystadion wirken die Akteurinnen eher fehl am Platze und leider auch bemitleidenswert. Eine Einschätzung, die ansonsten ja oftmals für übermäßig martialische Polizeiaufgebote im Stadioninneren gilt. Insoweit sei deren (öffentliche) Nichtpräsenz bis auf den leider unvermeidlichen Videowagen positiv vermerkt.

Als beide Teams den Rasen betraten, waren sowohl die Jenaer Zuscaheuer, aber sicher auch die netten Erfurter Fans froh, daß van Eck auch Lukimya einsetzen konnte, der wohl bereit war, trotz des überaus tragischen und von so vielen überraschenden Konsequenzen gefolgten familiären Trauerfalls sein fußballerisches Debüt für den FCC zu geben. Dann also konnte das mit Spannung erwartete Derby zwischen dem heimischen Underdog und dem großen Aufstiegsaspiranten bei bester Stimmung und ebenso gutem Wetter beginnen – und war doch leider schon nach 30 Sekunden eigentlich wieder vorbei. 0:1 Kammlott (1.)

Nachdem Ziegners Freistoß von links die Erfurter vor keine Probleme gestellt hatte (2.), griffen letztere erneut über rechts an und da Riemer wohl immer noch an den gleichen rheumatischen Schmerzen litt wie am Beginn, segelte erneut eine unbedrängte Flanke in Nulles Strafraum, der aber glücklicherweise verwaist war. (3.) Von so viel friedfertiger Abwehrarbeit ermuntert, machten sich die freundlichen Blumenstädter erneut über rechts auf den Offensiv-Weg und schlossen diese Aktion auch mit einem 18-Meter-Schuß, allerdings knapp über das Tor, ab. Unterbrochen wurde die rot-weiße Spiellaune zunächst nur durch einen langen Paß Lukimyas, der für Amirante aber nicht erreichbar war. (6.) So hatten unsere liebenswerten Gäste per Freistoß und Ecke, jeweils von da Silva, noch 2 gute Aktionen (9.), ehe auch beim FCC klar zu sein schien, in welche Richtung man in Halbzeit 1 zu spielen hat. Als Amirante nach einer ordentlichen Aktion über Sträßer und Orlando nurer Foul gebremst werden konnte, kam der FCC zu einem Freistoß aus Mittelstürmerposition, 20 Meter vor dem Tor des sprachgewandten Gästetorwarts Orlishausen. Ziegner nahm Anlauf und Maß und wäre der Ball ins Tor statt nur an die Latte gegangen, hätte es eventuell noch ein spannendes Spiel werden können … (12.)

Nach einer Viertelstunde fand das Spiel des FCC noch immer nicht richtig statt, noch immer saß der 30-Sekunden-Schock tief. In der Abwehr zeigte lediglich Sträßer seine gewohnte Zuverlässigkeit und Lukimya überzeugte durch Robustheit und gutes Stellungsspiel. Im Mittelfeld herrschte Konfusion und im Sturm wehte nur das gern zitierte laue Lüftchen. Beste Voraussetzungen also, um unseren lieben Gästen einen schönen Nachmittag zu bescheren. Als sich Amirante dann doch mal ganz legal freie Bahn auf Höhe der Mittellinie verschaffte, hatte Herr Leicher etwas dagegen. (18.) Dafür entschied er nach 19 Minuten auf Freistoß für den FCC, ca. 30 Meter vom Gehäuse unserer verehrten Gäste entfernt. Ziegner legte für Orlando auf, aber dessen Schüßchen hätte der prächtige Orlishausen sicher auch in Badelatschen und mit 40° Fieber gefischt. Als das Spiel gemütlich wegzudämmern schien, entschied sich Herr Leicher für einen Wachmacher, als er unmittelbar vor der Tribüne ein blitzsauberes Tackling Sträßers als Foul wertete und unseren Erfurter Freunden einen Freistoß zusprach. (24.) Und siehe da, schon war in der Folgezeit etwas mehr Zug im Spiel, das Tempo zog an und man konnte kurzfristig den Eindruck gewinnen, der Außenseiter könne dem 100%-Aufsteiger ein ebenbürtiger Gegner sein. Schade nur, daß Ziegner sich zu dieser Zeit schon verausgabt zu haben schien und sich im Anschluß an eine von ihm selbst getretene Ecke, als er den Ball zurück bekam und Richtung Strafraum dribbelte, keine Kraft mehr zum Abspiel hatte. (27.) Dafür gewann dann Eckardt in Minute 29 seinen ersten Zweikampf und holte einen Eckball heraus. Nach dessen Ausführung behinderten sich dann Amirante und Lukimya gegenseitig beim Kopfball, was Erfurt zu einem flotten Konter über links nutzte. Nach schönem Seitenwechsel konnte Nagy gerade so zur Ecke klären, die Stenzel erneut gefährlich, diesmal jedoch noch folgenlos, nach innen trat. Nach 32 Minuten mal wieder Freistoß für Jena, Orlando war gefoult worden. Nagy trat den Ball von halbrechts nach innen, wo Amirante, flankiert von 2 Erfurtern zum Kopfball steigt. Der Ball landet beim aufgerückten Lukimya an der Grundlinie, aber für seinen Rückpaß findet sich kein blaugelbweißer Abnehmer. Als der FCC 2 Minuten später wieder im Angriff ist, verliert Ziegner erneut den Ball in der Vorwärtsbewegung, Nagy muß foulend retten und sieht für sein erstes Allerweltsfoul im Spiel gleich Gelb. Auch der nächste FCC-Angriffsversuch (36.) endet mit einem Ballverlust Ziegners, dem 3. in Folge. Aber das Leder kommt zu Sträßer, der über links vorwärts strebt und Truckenbrodt im Strafraum anspielt. Der dreht sich ansehnlich um seinen Gegenspieler und beendet die Aktion mit einem Zuspiel, welches Amirante nicht erreicht. Das eröffnet unseren willkommenen Gästen die Chance zu einem schnellen Konter und ihr Beinahe-Mannschaftskamerad kann per Kopf gerade noch so zur Ecke klären. (37.) Als kurz darauf Orlando einen seiner wenigen Zweikämpfe gewinnen kann, wird seine flache Hereingabe eine sichere Beute Orlishausens, Amirante kommt zu spät.

Im Gegenzug erhalten die Erfurter erneut einen Eckball, diesmal von links. Bekanntermaßen unterhält der FCC seit Kurzem ja beste Kontakte zu einem großen Matratzen-Dealer. Vermutlich gab es kürzlich eine Teambildungsmaßnahme mit abschließendem kollektivem Probeliegen auf dem neuesten „Sleep-Well-Modell“ mit ungeahnten Nebenwirkungen. Als der Erfurter Eckball Richtung unseres Elfmeterpunktes schwebte, schienen jedenfalls alle Jenaer Verteidiger noch behaglich auf Schlummerwolke 7 zu verweilen. An Hochspringen zum Zwecke der Abwehr war jedenfalls nicht zu denken. Da auch Nulle ähnlich ziellos durch den Strafraum irrte (und eventuell von Riemer behindert wurde) wie das peinliche WM-Maskottchen Berlino durchs Berliner Olympiastadion, war Semmer wohl am meisten überrascht, als der Ball, fast ohne eigenes Zutun, von seinem Kopf den Weg zum 0:2 ins Jenaer Tor fand. (40.) Kurze Zeit später brachte Nulle einen der Jenaer Ersatztorwächter seinem ersten Einsatz näher, als er sich wutentbrannt über eine unschöne Erfurter Schauspieleinlage bereits seine 2. Gelbe Karte einhandelte. Halbzeit eins endete symptomatisch: Orlando kommt gerade noch so an einen weiten Paß, gibt sich dann selbst eine Vorlage und kommt einen Schritt zu spät, um diese auch tatsächlich zu erreichen.

Indisponiert, meist einen Schritt zu spät kommend, die Zweikämpfe nicht annehmend und die notwendige Aggressivität vermissen lassend, so hatte sich (mit Ausnahme Sträßers und Lukimyas) der FCC in den ersten 45 Minuten präsentiert. Kein Wunder also, daß die Gäste, die willens- und zweikampfstark und beflügelt vom Geschenk nach 30 Sekunden agierten, dazu sicher Ball und Gegner laufen ließen, verdient mit 0:2 führten. Wer das Spiel bis dahin verfolgte, dem war klar, daß selbst der Ausgleich wohl nur noch eine theoretische Option war. Auch das die Unseren schon nach 10 Minuten, nun mit Hähnge und Petersen für Nagy und Riemer, wieder auf dem Platz erschienen, hatte eher etwas vom berühmten Pfeifen im Wald.

Den ersten Freistoß von halblinks trat dann Ziegner, allerdings strich Amirantes Kopfball knapp am Tor vorbei. (46.) Im Gegenzug Schußchance für unsere liebenswerten Gäste von halbrechts, aber ebenfalls vorbei. Es folgten zwei Erfurter Ecken in Folge und bei allem Bemühen der Gastgeber hatte sich eigentlich wenig geändert: schlechtere Zweikampfwerte, stets einen Schritt zu spät bei Ball und Gegner und wenig Ideen bei eigenem Ballbesitz. In Minute 53 unterläuft Hähnge ein Fehlpaß im Mittelfeld und den schnellen Umkehrangriff des FC Rot-Weiß kann Lukimya nur zur Ecke kläre. Amirante klärt, bzw. scheint geklärt zu haben, denn wieder greift das Schlummerwolkensyndrom um sich. Hauswald kann das Spielobjekt seelenruhig erneut in den 16-er bringen und Kammlott macht problemlos Tor Nummer Zwei zum 0:3. (55.) Als hätten die Jenaer die Gäste nicht schon genug aufgebaut, lassen sie sich danach beinah unbeteiligt auf eine sonnige Variante des Katz-und-Maus-Spiels ein. Nur Malura, Orlando und Amirante scheinen beim Rauchen der Friedenspfeife zur Besiegelung des Jenaer Nichtangriffs-Paktes zu kurz gekommen zu sein und tanzen aus der friedlichen Reihe. Leicher rettet die liebevolle Atmosphäre auf dem Platz und schickt Malura sowie Amirante richtigerweise unter die kühlende Dusche. (59.)

Als auf dem Rasen wieder etwas Ruhe eingekehrt war, durfte wieder mal da Silva unbedrängt von links flanken und schon setzte wieder Kammlott zum Kopfball an. Nulle reagierte in dieser Situation prächtig und verhinderte Tor Nummer 3 des besten Stürmers auf dem Rasen. Der Drops war gelutscht und so hatte Holwijn den undankbaren Job, in einem bereits abgeschlossenen Spiel Kostproben seines Könnens zu geben. Das, was der Holländer zu bieten hatte, gehörte wohl noch zum Besseren des gestrigen Tages. Rein optisch schien es so, als hätte er sich bis zum Ende mehr bewegt, als mancher seiner Teamkollegen im gesamten Match. Wie Holwijn sich immer wieder über außen bemühte, Hähnge einzusetzen, war sehenswert und durchaus vielversprechend, wie auch das Herausspielen der zweiten echten Jenaer Torchance zeigte. Wunderbar hatte der Neuzugang Hähnge in Szene gesetzt und der hatte sich im Strafraum auch bestens behauptet und gedreht. Mit seinem Schuß allerdings scheiterte er knapp an Orlishausen. Apropos Hähnge: Der spielt ja nun nicht erst seit gestern im Paradies. Es scheint aber immer noch Leute zu geben, denen seine Bewegungsabläufe fremd erscheinen und die ausgerechnet von Hähnge verlangen, er solle zum gefährlichsten Herausforderer Usain Bolts werden. Schon bei seinem ersten Ballkontakt nach seinem „Raus!“ zu brüllen, (wie im Block A geschehen) ist da natürlich genau der richtige psychologische Ansporn, zumal es später auch Stimmen gab, die Hähnge dafür lobten, unserem „Sturm“ wenigstens ansatzweise Struktur gegeben zu haben. Die ergeben-friedvolle Stimmung im Block A erfuhr dann noch einen kleinen Dämpfer. Als die intellektuellsten Fans der Liga, unsere lieben Gäste aus der herrlichen Blumenstadt, die Anti-Hähnge-Rufe dankbar aufnahmen, erhielten sie den Beifall derer, die ihnen in Sachen geistvollen Fan-Daseins nicht nachstehen wollten. Sehr zum Unwillen einiger FCC-Fans, die da der Meinung waren, Liebe hätte auch was mit der Fähigkeit zu stillem Leid zu tun und sich lautstark gegen diese Art der Anbiederei an den Sieger verwehrten …

Dafür ging auf dem Platz aber weiterhin alles seinen gemächlichen Gang. Inzwischen hatte auch der letzte FCC-Kicker mitbekommen, daß 2 Spieler in Normalform (Sträßer, Lukimya) und ein engagierter Einwechsler (Holwijn) nicht reichen würden, dem großen Liga-Dominator ernsthaft Paroli zu bieten und so dauerte es nicht mehr lange bis Herr Leicher abpfiff und die Gastgeber sicher sein konnten, mit ihrer schwächsten Saisonleistung eine besondere Art von Aufbauhilfe Ost geleistet zu haben.

Bis dahin dümpelt der FCC nach 5 Spielen mit 10:6 Toren und 8 Punkten weiter auf Platz 6 vor sich hin. Die Überflieger aus der Domstadt haben schon jetzt 4:8 Tore und 5 Punkte, mit Platz 17 den unausweichlichen Aufstieg also fest im Griff und obendrein mit einer durchaus anerkennenswerten Leistung ihren Nimbus als ewige Nummer 2 Thüringens vor dem ZFC Meuselwitz (?) sicher gewahrt. Wie heilsam diese Landung auf dem Hosenboden der Tatsachen für die Kicker des FCC ist, wird sich spätestens beim nächsten Auswärtsspiel zeigen. Betrachtet man das in den ersten 4 Saisonspielen Geleistete und addiert die Möglichkeiten eines Lukimya und Holwijn hinzu, besteht wahrlich kein Grund zur Panik. Vorausgesetzt natürlich, man bettet sich zur Videoanalyse nicht wieder auf Errungenschaften des neuen Sponsors. Die „Ich-habe-es-schon-immer-gewußt!-“ und der „Untergang-ist-nahe“ –Rufer haben auf diese „Chance“ sehnsüchtig gewartet und werden sie genüßlich auskosten, das wird sich in den nächsten Monaten auch nicht ändern und ist auch nicht weiter schlimm. So manche Diskussion wird sich nicht lohnen, bedenkt man ihre Intentionen. So manche Frag bedarf dennoch einer Antwort – am besten gleich beim nächsten Spiel in Osnabrück.

Nur der FCC!
YNWA

--Kopfnuss